Nach den Erschütterungen des ersten Weltkrieges erlebten politische
Utopien in Europa eine Renaissance. Schriftsteller und
Intellektuelle machten sich auf die Suche nach Ländern, in denen
die Gesellschaften der Zukunft Gestalt anzunehmen schienen. Das
sowjetische Russland, die USA des formierten Kapitalismus, das
faschistische Italien und das zionistische Palästina zogen damals
besonderes Interesse auf sich. Im Mittelpunkt des vorliegenden
Buches stehen die Reiseberichte, die jüdische und nichtjüdische
Autoren in diesen Jahren über Palästina geschrieben haben. Über die
zionistische Wiederbesiedelung des Landes und die mit ihr
verbundenen Hoffnung auf eine neue Gesellschaft wurde
außerordentlich kontrovers diskutiert. In seiner
interdisziplinären, literatur- und bildwissenschaftlichen
Ausrichtung macht das Buch die semantischen, rhetorischen und
stilistischen Besonderheiten dieses Palästinadiskurses sichtbar.
Dieser Diskurs ist nicht nur von historischer Bedeutung, sondern
prägt in verblüffender Art und Weise die gegenwärtigen
Auseinandersetzungen über das Verhältnis Israels zu seinen
palästinensischen Nachbarn.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20