Ein König für Deutschland - Eschbach, Andreas

Andreas Eschbach 

Ein König für Deutschland

Roman. Ausgezeichnet mit dem Kurd-Laßwitz-Preis, Bester Roman 2010

Broschiertes Buch
 
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Ein König für Deutschland

Wir schreiben das Jahr 2009. Im Dom zu Aachen soll ein neuer deutscher König gekrönt werden. Und niemand versteht, wie es soweit kommen konnte. Einmal König sein - die Macht haben, Dinge zu verändern. Mit gesundem Menschenverstand die Welt geraderücken. Was wäre, wenn man tatsächlich plötzlich die Möglichkeit dazu hätte? Könnten Sie der Versuchung widerstehen? Kann Simon König es? Die Frage stellt sich ihm, als er in den Besitz eines Computer-Programmes kommt, mit dem sich die Resultate von Wahlmaschinen manipulieren lassen. Was dann geschieht, hätte er sich in seinen wildesten Träumen nicht vorzustellen gewagt ...

Was wäre, wenn Sie die Macht hätten, alles mit einem Schlag zu ändern? Wenn Sie König werden und mit ein wenig gesundem Menschenverstand alles besser machen könnten? Vincent Wayne Merrit ist ein Computergenie. Er entwickelt ein Programm,
mit dem man Wahlcomputer manipulieren kann. Zum ersten Mal kommt dieses Programm (ohne Vincents Wissen) in den USA zum Einsatz. Vincent ist entsetzt und flieht nach Deutschland zu seinem Vater Simon König. Gemeinsam entwickeln sie den
Plan, eine Partei zu gründen, damit die Wahlen zu gewinnen und auf diese Weise die Gefährlichkeit von Wahlmaschinen zu entlarven. Und was könnte absurder sein als eine Partei zur Wiedereinführung der Monarchie? Es kommt, wie es kommen muss:
Simon König gewinnt. Doch warum den Schwindel aufdecken?


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 432 S.
  • Seitenzahl: 491
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Bd.16018
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 127mm x 33mm
  • Gewicht: 427g
  • ISBN-13: 9783404160181
  • ISBN-10: 3404160185
  • Best.Nr.: 32296329
Andreas Eschbach, geboren 1959, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Er lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau an der französischen Atlantikküste.

Leseprobe zu "Ein König für Deutschland" von Andreas Eschbach

Teil IV Der König (S. 383-384)

KAPITEL 42

Es war ein wahrhaft anachronistischer Anblick: ein opulenter Ballsaal in barockem Stil, an dessen Wänden und Decken goldener Zierrat glänzte, bevölkert von Männern in Schoßröcken und Frauen in aufwendigen Ballkleidern – und alle standen sie da und starrten auf einen riesigen Plasmabildschirm neben dem Kamin. Bereits wenige Minuten nach der offiziellen Schließung der Wahllokale kam die erste Hochrechnung. »Die ersten Zahlen stammen aus kleinen Wahlkreisen, in denen teilweise schon um sechzehn Uhr alle Stimmen abgegeben waren«, erzählte einer der beiden Moderatoren, um die Zeit zu überbrücken. »Diese Stimmen sind natürlich schnell ausgezählt und hochgerechnet. Deswegen müsste sich gleich etwas tun …«

»Eine erstaunlich hohe Wahlbeteiligung hatten wir heute zu verzeichnen«, meinte sein Kollege. »Das lag zum einen sicher an dem doch bis zuletzt spannenden Wahlkampf, zum anderen aber spielt natürlich das Wetter immer eine wichtige Rolle …« »Jetzt«, unterbrach der erste Moderator. Balken wuchsen in die Höhe, schwarz, rot, grün. »Wir sehen«, fuhr der Moderator fort, »im Moment CDU / CSU und SPD fast gleichauf, die Grünen bei zwölf Prozent … Daran dürfte sich bei den nächsten Hochrechnungen noch einiges ändern.«

Viele der festlich Gekleideten seufzten. War bis eben noch gespannte Aufregung im Raum zu spüren gewesen, verflüchtigte sich diese nun zu kalter, fader Enttäuschung. Manche der Frauen suchten Platz auf einem der Polsterstühle, die in großer Zahl entlang der Wände standen. Männer zuckten mit den Schultern oder gaben anderweitig zu verstehen, dass sie selbstverständlich nichts anderes erwartet hatten, vernünftig, wie sie waren. »Da kommt schon die zweite Hochrechnung«, verkündete der eine Moderator.

»Das geht schnell heute«, meinte der andere. Wieder wich das Bild der beiden Männer einem blassen Rechteck, auf dem sich farbige Balken erhoben. Schwarz … rot … Und blau. »Ist das ein Fehler?«, fragte einer der Moderatoren. »Das sieht aus wie blau. Sollte das nicht … Ah, ich höre gerade von unseren Mathematikern, dass das kein Fehler ist.« »Aber wofür steht blau?« Ein Moment atemloser Stille, dann: »Blau steht für VWM.« Ein Räuspern.

»Das, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, ist nun eine echte Überraschung. Das sieht aus, als hätte die Volksbewegung zur Wiedereinführung der Monarchie, die in den letzten Wochen so viel mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, mehr Anklang gefunden, als alle Experten für möglich gehalten hätten.« »Wenn das stimmt, dann haben wir es wohl doch nicht mit einer Spaßpartei zu tun?« »Nein. Bei fast dreiundzwanzig Prozent der Stimmen kann man beim besten Willen nicht mehr von einer …«

Der Rest seines Satzes ging in unvermittelt losbrechendem Jubel unter. Die Festteilnehmer rissen die Arme hoch, schrien, hüpften in die Höhe, schlugen die Hand vor den Mund oder fielen sich um den Hals. Niemanden hatte es auf den Stühlen gehalten. Die Temperatur im Saal schien schlagartig um zehn Grad gestiegen zu sein. Psst! hieß es und Still!, als die dritte Hochrechnung angekündigt wurde. Atemlos standen sie da, starrten auf den Bildschirm, manche mit gefalteten Händen.

Videoclip zu "Ein König für Deutschland"

Trailer lädt den Film

Kundenbewertungen zu "Ein König für Deutschland" von "Andreas Eschbach"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von SternMG aus Nordhessen am 24.07.2011 ***** ausgezeichnet
Vincent Merrit mag zwar ein begnadeter Programmierer sein, es fehlt ihm aber die Eigenschaft zunächst, daraus Kapital schlagen zu können. Wegen des Diebstahles von Kreditkarteninformationen, die mit Hilfe eines Trojaners eingesammelt worden sind, macht er zunächst Bekanntschaft mit dem Knast. Aber auch in des zeit danach zeigt sich, dass es mit dem moralischen Rückgrat auch nicht zum Besten steht.
Vincent fängt im einer kleinen Programmierklitsche an und kann sich dort sogar hocharbeiten. Als er aber den Auftrage erhalt, die Software eine Wahlcomputers zu beeinflussen, kommt er zwar ins Grübeln. Er tut es aber trotzdem. Die anschließende Wahl des US-Präsidenten freilich verläuft dramatisch. Bush setzt sich mit nur wenigen Stimmen Vorsprung gegen Al Core durch. Eine historische Wahl. Und überschattet von dramatischen Merkwürdigkeiten.
Vincent erhält Besuch eines Italieners, zugleich Zaubrer und Lover seiner Chefin. Nur das dieser noch mehr als das.
Er "überzeugt" Vincent, der Wahlcomputer, der in Deutschland zugelassen ist zu manipulieren.
Vincent schafft es, das scheinbar unmögliche möglich zu machen und für fürchtet um sein Leben: deswegen baut er eine Hintertür in das Programm für die Wahlcomputer ein - und versucht zu fliehen. Zuvor hat er eine CD an seinen Vater nach Deutschland geschickt.
Vincents Vater heißt Simon König, von Beruf ist er Lehrer. Dass er einen Sohn hat, erfuhr er durch einen Brief seines erwachsenen Sohnes. Nun erhält er eine CD von ihm und gleich darauf Besuch vom Italiener. Vincent hatte aber noch mehr Internetfreunde um Hilfe gebeten und diese gruppieren sich um Simon König. Schnell wird klar: die Landtagswahl in Hessen zeigt deutliche Anzeichen auf, dass die Wahl durch manipulierte Wahlcomputer gesteuert worden ist. Der gruppe wird aber mitgeteilt, dass die Rücksicherung im Programm so ausgelegt ist, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine Partei auf jeden Fall den Sieg erringen wird.


Eschbach habe ich bisher nur einmal gelesen: das Jesusvideo wie auch die Verfilmung fand ich dieses nur durchschnittlich.
Ein großer Wurf mag dieses Buch nicht sein, es ist aber durchaus gut erzählt und auch durchaus spannend.
Eschbach nimmt zwei Wahlen der Vergangenheit als Aufhänger: die US Präsidentenwahl Bush/Al Gore sowie die Landtagswahl 2008 in Hessen. Bei beiden Wahlen waren die Prognosen andres als das dann eintreffende Wahlergebnis, bei beiden wurden Wahlcomputer eingesetzt, und zumindest für die US-Wahl gibt es bis heute die in den USA zum Volkssport gewordenen Verschwörungstheorien. für Hessen gab es diese nur für die Ereignisse nach der Wahl :-).
Eschbach legt mit der um diese beiden Wahlen her umgebauten Handlung sowie der fiktiven Wahl einer Partei zur Einführung der Monarchie den Finger in die Wunde der deutschen Demokratie, die ja nun durchaus ein gebranntes Kind ist (spiegel Affäre, Barschel Affäre usw.)

Der Einsatz von Wahlcomputern zur Beschleunigung von Wahlen war schien früh in der Diskussion. Die deutsche Bahn aber hat mit den Fahrkartenautomaten vorgemacht, was man in Menüführung und Kundenfreundlichkeit da so alle versemmeln kann. Bei einem Wahlcomputer kaum neben der Bedienbarkeit für alle Wählergruppen auch die Frage der Datensicherheit und der Fälschungssicherheit dazu.

Handlung

So ganz innovativ sind die Personen des Buchs nicht, dennoch schafft Eschbach Spannung und einen durchgehenden spannungsbogen. Zwar mag der " Einsatz" eines Magiers/Zauberer als Strippenziehers überzogen erscheinen - in Richtung Rattenfängerbild. Stören tut es aber nicht.
Auch sie Einführung der Monarchie als Staatsform erscheint etwas überzogen: aber eben weil es derzeit in Deutschland keine nennenswert Zahl von Menschen gibt, die eben wieder einen König haben wollen, unterstreicht die Absichten des Autors durch dieses surreale Ansinnen.

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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 16.09.2009 ***** ausgezeichnet
Wahlcomputer, wie in den USA schon lange üblich, sind auch in Deutschland längst keine ferne Utopie mehr; schließlich gab es bei hessischen Kommunalwahlen bereits erste Probeeinsätze. Zwei damit unweigerlich verknüpfte Themen greift Andreas Eschbach in seiner spannenden „Faction“-Story, einer Mischung aus Facts und Fiction auf: Wahlfälschung und Datenmissbrauch Und wirklich: Während in den 80er Jahren noch Viele vor dem gläsernen Menschen warnten, werden heute ungeniert Berge von persönlichen Daten gehortet. Dabei stimmt es bedenklich, dass sich inzwischen nicht mehr netzferne PC-Paranoiker, sondern gerade Insider aus dem IT-Bereich für bessere Datenkontrolle engagieren, etwa in der neu gegründeten „Piraten-Partei“.

Eschbach gelingt in seiner Story durch zahlreiche Fußnoten der Spagat zwischen der mit Literaturangaben belegten Realität und einer völlig fiktiven Geschichte. Auch wenn das Finale ein wenig über das Ziel hinausschießt, ist „Ein König von Deutschland“ eine ebenso unterhaltsame wie ernst zu nehmende Warnung vor Wahlmanipulation im digitalen Zeitalter - passend zur Bundestagswahl 2009 und zu allen folgenden.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von Thorsten Kneuer [thorlac] aus Franken am 13.09.2009 ***** ausgezeichnet
Die Geschichte Seiner Hoheit König Simon liest sich so unglaublich faszinierend wie verrückt.
Bis vor wenigen Wochen noch war Simon König einfach Lehrer für Geschichte und Gemeinschaftskunde an einem Stuttgarter Gymnasium.
Jetzt aber ist er Spitzenkandidat der VWM, der Volksbewegung zur Wiedereinführung der Monarchie, die nach einem Wahlsieg bei den Bundestagswahlen des Jahres 2009 das Königtum in Deutschland neu begründen und Simon zum ersten Monarchen des neuen Königreiches machen will.
Was war in den letzten Wochen nicht alles passiert:
Simons unehelicher Sohn Vincent Merrit, ein Computergenie und ausgefuchster Hacker, hat ein Programm entwickelt, mit dem sich Wahlcomputer manipulieren lassen. Von dubiosen Mitwissern erpresst, schickt er seinem Vater eine Kopie des Programms. Diese wird dem Lehrer schneller wieder entwendet als er sie überhaupt verstecken kann und sein Sohn sitzt inzwischen wegen Autodiebstahls im Gefängnis.
Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen. Simon König gerät an einen Kreis junger Leute, Computerspezialisten wie sein Sohn Vincent, die entschlossen sind, die Gefahr der Manipulation von Wahlcomputern in der breiten Öffentlichkeit publik zu machen. Kurzerhand wittern sie die Chance, durch Gründung der VWM und deren durch Manipulation herbeigeführten Wahlsieg einen Eklat in Deutschland auszulösen. Simon König wird dabei im großangelegten „Spiel“ zum Thronanwärter.
Was aber, wenn aus dem Spiel Ernst wird?
Was, wenn die VWM die Wahlen erdrutschartig gewinnt?
Was, wenn aus Simon König wahrhaftig und wirklich König Simon I. wird?
Macht korrumpiert – Die Menschheitsgeschichte spricht Bände davon! Warum nur sollten die jungen Leute das Spiel beenden, den Wahlbetrug offenkundig machen, wo sie doch jetzt regieren können?

Auch in seinem neuen Roman schlägt er wieder zu: Der Eschbach-Faktor. Gemeint ist die geniale Fähigkeit des deutschen Autors, Realität und Fiktion in einzigartiger Weise zu verbinden und so seine Romane mit meisterlich-überraschenden Wendungen zu Höchstspannung voranzutreiben. Andreas Eschbach ist nicht nur ein überaus begabter König der Worte, sondern vor allem auch ein äußerst gründlicher Schriftsteller, wenn es um Recherche und Hintergrundwissen seiner Geschichten geht. Eben dies macht sein Geschriebenes immer wieder so geradezu zwingend glaubwürdig, und lässt die Ebenen von Wahrheit und Fantasie auf hervorragend-spannende Weise miteinander verschmelzen.
Eschbach greift mit „Ein König für Deutschland“ bei all dem nach gewohnter Manier ein aktuelles, brisantes Thema auf. Nach Büchern, die sich mit der naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklung gerade auch ethisch beschäftigten, oder zuletzt die Probleme durch die zunehmende Knappheit fossiler Ressourcen in seinem Thriller „Ausgebrannt“ aufgriffen , ist es diesmal die Frage nach Demokratie und Freiheit, mit der sich Eschbach auseinandersetzt. Schon rein PR-technisch gesehen ist dafür das Erscheinen seines Wahlmanipulations-Thrillers kurz vor der Bundestagswahl natürlich optimal platziert. Es ist aber vor allem die überaus gelungene Umsetzung der Idee, die Leserinnen und Leser in Beschlag nehmen wird. Nicht nur in Simon König gewinnt das Erschrecken Raum, „dass es möglich war, eine Revolution, einen Staatsstreich regelrecht vorzuprogrammieren!“
Während des Lesens schrillt unaufhörlich die innere Alarmglocke. Denn Eschbachs Roman ist weit mehr als bloße Erfindung. Durch die reiche Anzahl an Fußnoten, die auf echte Dokumente und Internetseiten verweisen, wird erschreckend deutlich, welche tatsächliche Gefahr von Wahlcomputern ausgeht. Aus den Reihen der IT-Branche, also echten Kennern des Computers und dessen Möglichkeiten, wird diese Warnung schon seit Jahren einhellig ausgesprochen.
Somit ist „Ein König für Deutschland“ Eschbachs eindrückliches und leidenschaftliches Plädoyer für eine wehrhafte Demokratie, die alles daran setzt, den Bürgerinnen und Bürgern echte Freiheit und Frieden zu garantieren.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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