Ein Dandy auf Reisen - Schmitz, Oscar A. H.

Oscar A. H. Schmitz 

Ein Dandy auf Reisen

1907-1912

Buch mit Leinen-Einband
 
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Ein Dandy auf Reisen

Ein melancholischer Lebemann, ein verzweifelter Glücksjäger, ein einsamer Erotomane so erscheint Oscar A. H. Schmitz in seinen Tagebüchern. Voller Lebenshunger und Widersprüche, versuchte er den Treibhäusern der Bourgeosie zu entkommen. Als sich der Dandy von den Münchner Bohème enttäuscht fühlte, begann die Zeit der großen Reisen: Abenteuerliche Fahrten von der Sahara bis zum Polarkreis - und zugleich Fluchtbewegungen einer unruhigen Seele.

Der zweite Band der großen Tagebuch-Edition Ein melancholischer Lebemann, ein verzweifelter Glücksjäger, ein einsamer Erotomane - so erscheint Oscar A. H. Schmitz in seinen Aufzeichnungen. Der zweite Band der großen Tagebuch-Edition verbindet die Bekenntnisse eines Verführers mit großartigen Reise-Impressionen.

Januar 1907: Das Pariser Abenteuer liegt hinter ihm, genauso wie zwei gescheiterte Ehen. Die Münchner Boheme stößt ihn ab. In Wien begegnet Schmitz Peter Altenberg, Alfred Polgar, Hugo von Hofmannsthal, er verbringt die Abende mit Stefan Zweig und hat einen Termin bei Sigmund Freud. Doch den Lebemann treibt die Sucht nach einem rauschhaften Leben fort. Immer exotischer werden die Reiseziele: Spanien, Algerien, Marokko, die Kanarischen Inseln, eine Fahrt auf dem Nil, Jerusalem, Jericho, Haifa und Damaskus. Die Impressionen sind durchsetzt von sexuellen Obsessionen. Endlich scheint er die große Liebe zu finden. Doch schon bald ist der rastlose Don Juan wieder allein. Er begibt sich auf die gefährlichste Reise - die zum eigenen Ich. Und das liegt im Land der Dämonen.


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau-Verlag
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 571 S., . 20 Abb. auf Taf.
  • Seitenzahl: 571
  • Tagebücher Bd.2
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 745g
  • ISBN-13: 9783351030988
  • ISBN-10: 3351030983
  • Best.Nr.: 20942180
"Eine große Krankheitsgeschichte der Jahrhundertwende." (FAZ)

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Jens Malte Fischer feiert die zwischen 1896 und 1918 geführten Tagebücher Oscar H. Schmitz', die der Herausgeber Wolfgang Martynkewicz im Marbacher Archiv entdeckt hat, als Fund, zeigt sich dann aber von ihrem Inhalt mehr als nur ein bisschen enttäuscht. Schmitz galt seinen Zeitgenossen als sympathischer und verdienstvoller Reise-, Feuilleton- und Romanschriftsteller, der die Münchner Bohemeszene um 1900 belebte, teilt der Rezensent mit. Eine lebendige, facettenreiche Schilderung berühmter Zeitgenossen und interessanter Orte sucht man in den drei Bänden überwiegend vergebens, stattdessen ergeht sich der Autor besonders im ersten Band in der Schilderung erotischer Abenteuer, stellt Fischer unangenehm berührt fest. Er nimmt dabei deutlich misogyne und auch antisemitische Affekte wahr und vermisst schmerzlich tiefergehende Betrachtungen zu musikalischen und künstlerischen Erlebnissen oder erhellende Beobachtungen über Land und Leute auf seinen zahlreichen Reisen. Nur der dritte Band enthalte auch mal eine "schonungslose Selbstkritik", was in den beiden anderen Bänden fast völlig fehle, allerdings seien hier die persönlichen Erlebnisse derart verschlüsselt dargestellt, dass sie sich auch mit dem durchaus nützlichen Kommentar des Herausgebers nicht gänzlich aufklären ließen, so der Rezensent unzufrieden, der dem Romancier Schmitz gegenüber dem Tagebuchschreiber eindeutig den Vorzug gibt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.07.2007

Beim Aufwachen noch eine Umarmung

Bei großem Schmerz empfahl er zum Trost kleine Madeln. Oscar A. H. Schmitz war ein Mann, der viel erlebt, aber erstaunlich wenig begriffen hat. Macht die Pose allein doch noch keinen Dandy?

Von Bernd Eilert

Den" Dandy definieren zu wollen, ist eine Dummheit. Der Dandy kann nur als Einzelexemplar existieren, er bringt sich selbst auf den Begriff, und wenn er gescheit ist, vermeidet er auch das. Ursprünglich eine Erfindung der britischen Aristokratie, wird er im Verlauf des neunzehnten Jahrhunderts zum klassenlosen Gegenentwurf zu Bourgeoisie und Bohème, um sich im zwanzigsten Jahrhundert in nebulöse Vorstellungen von einer "besseren Gesellschaft" aufzulösen, die ihr Ideal in Salonkonservativen verkörpert sieht.

Das Wort "Dandy" wird seitdem ambivalent verwendet: mal als Ehrentitel, der eine gewisse, möglichst mühelos wirkende Eleganz im Auftritt würdigen soll, aber meistens nur saubere Umschlagmanschetten und die richtige Art, ein Champagnerglas zu halten, meint; mal schmähend, als Bezeichnung für eine unerträglich eitle Person, die man ebenso gut als Snob, Schnösel oder Schmock bezeichnen …

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Oskar A(dolf) H(ermann) Schmitz, 1873 in Bad Homburg geboren, war in jungen Jahren ein Anhänger Stefan Georges im Umkreis der "Blätter für die Kunst" und bald darauf der Schwabinger Boheme um Franziska zu Reventlow und der Kosmiker um Ludwig Klages. Später wandte er sich kulturkritisch Fragen der Politik und Gesellschaft zu, und trat nachhaltig für das Werk von C. G. Jung ein. Mit seinem Schwager Alfred Kubin eng befreundet, lebte Oskar A. H. Schmitz zunächst weitgehend auf Reisen und in Berlin, später überwiegend in Salzburg. Er starb 1931 und hinterließ ein weitgespanntes erzählerisches, dramatisches und vor allem essayistisches Lebenswerk.

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