Ein chemisches Gedicht zu Ehren der Erde - Christensen, Inger

Inger Christensen 

Ein chemisches Gedicht zu Ehren der Erde

Auswahl ohne Anfang ohne Ende. Hrsg. v. Peter Waterhouse

Herausgeber: Waterhouse, Peter / Übersetzer: Grössel, Hanns
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Ein chemisches Gedicht zu Ehren der Erde

"Die Aprikosenbäume gibt es." Mit diesem Satz beginnt Inger Christensen die Benennung der Welt, die Inventarisierung des Vorhandenen. Und setzt nochmals nach: "Die Aprikosenbäume gibt es." Wer in so klaren, einfachen Sätzen spricht, der ist, so Peter Waterhouse einmal, in die Komplexität der Welt verwoben - und vielleicht ihrer Unlesbarkeit am nächsten. Unter den Texten Christensens liegt ein präziser Grundriß, darüber wachsen sie, gleichsam organisch. Berühren einander, wie die Dinge einander berühren und die verschiedenen Weisen, um sie zu wissen; die Grenzen zwischen Poesie, Religion, Philosophie sind durchlässig geworden. Es ist eine Dichtung über weite Zeiträume hinweg, unabschließbar, eine der Euphorie, die mit leiser Trauer grundiert ist, eine, die das Lebensrätsel berührt und begreiflich machen will, "wie unfaßbar und einfach in einem es ist".


Produktinformation

  • Verlag: Residenz
  • 1997
  • Seitenzahl: 175
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 133mm x 21mm
  • Gewicht: 327g
  • ISBN-13: 9783701710423
  • ISBN-10: 3701710422
  • Best.Nr.: 07034006
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.1997

Elixier gegen die Angst
Inger Christensens Hauspostille / Von Hans-Herbert Räkel

Unveröffentlichtes findet sich zwar nicht in dieser "Auswahl ohne Anfang ohne Ende" aus dem poetischen und kritischen Werk der dänischen Dichterin Inger Christensen. Aber dank dem Geschick des Herausgebers Peter Waterhouse ist diese Blütenlese doch beinahe ein neues Werk geworden, welches das poetische Programm der Autorin interpretierend fortschreibt. Dabei tritt genau jener Zug deutlicher hervor, der in früheren Kritiken nur etwas verschämt zur Sprache kam, der aber beim Erscheinen ihres Sonettenkranzes "Das Schmetterlingstal" (1996) von Joachim Sartorius in den prägnanten Satz gefaßt worden ist: "Wir erfahren beim Lesen, im Lesen, daß die Kunst in der Tat das Verlorene zu retten vermag."

Mit zwei Dutzend Fragen umkreist der Herausgeber in seinem Nachwort das dialektische Mysterium von Anfang und Ende. Der Zyklus "Alphabet" von 1981 (auf deutsch zuerst 1988 veröffentlicht) beginnt mit einem Gedicht aus einem einzigen Vers ("die Aprikosenbäume gibt es, die Aprikosenbäume gibt es") und symbolisiert Unendlichkeit durch die kräftig steigenden Verszahlen …

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Inger Christensen, geboren am 16. Januar 1935 in Vejle, Dänemark, ist eine dänische Dichterin. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Volksschullehrerin, studierte Medizin, nebenbei Chemie und Mathematik und arbeitete einige Jahre an einer Kunsthochschule. Inger Christensen lebte seit 1962 in Kopenhagen. 2006 erhielt sie den Siegfried Unseld-Preis.§Sie verstarb am 02.01.2009.

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