Eifersucht - Millet, Cathérine

Cathérine Millet 

Eifersucht

Aus d. Französ. v. Sigrid Vagt
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Produktbeschreibung zu Eifersucht

Ein Briefumschlag auf dem Schreibtisch ihres Mannes, darin ein eindeutiges Foto einer nackten Schwangeren: Catherine Millets Leben ändert sich schlagartig. Systematisch sucht die Betrogene nach weiteren Beweisen für Jacques' Untreue. Ihre Eifersucht wird umso qualvoller, je mehr sie in Erfahrung bringt, und schließlich stürzt sie in eine tiefe Krise, deren einziger Ausweg die Erkundung des eigenen Ichs wird. Sieben Jahre nach ihrem Skandalerfolg "Das sexuelle Leben der Catherine M." beschreibt die Autorin aus Frankreich nun die andere Seite der Liebe. Ihr Buch ist die minutiöse Darstellung des Seelenlebens einer betrogenen Frau und zugleich eine zutiefst bewegende Liebesgeschichte.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 218 S.
  • Seitenzahl: 218
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23398
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 135mm x 25mm
  • Gewicht: 352g
  • ISBN-13: 9783446233980
  • ISBN-10: 3446233989
  • Best.Nr.: 27975720

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

So unspektauklär das Buch beginnt, so erstaunt lässt es Thomas Laux am Ende zurück. Für staunenswert hält der Rezensent vor allem die Offenheit und die glasklare analytische Sprache, mit der Catherine Millet sich hier mit ihren eigenen Schwächen, einer beißenden Eifersucht namentlich, diesem spießigsten aller Gefühle also und darum der libertären Autorin eigentlich fremd, befasst. Spektakulär findet Laux auch das Tempo, mit dem die konventionellen Muster unter Einfluss des Liebesentzugs greifen und die vormaligen Credos der Ausschweifung und Libertinage (in Millets Vorgängerbuch zelebriert) zu Staub zerfallen. Fazit des Rezensenten: Eine Fallstudie, die dem Leser das Thema auf so nie gelesene facettenreiche Weise nahebringt.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Dieses zweite Buch ist die notwendige Fortsetzung des ersten. Unendlich viel schmerzhafter." Pascale Hugues, Die Zeit, 04.02.10

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.03.2010

Hohe Schule der Distanz

Die condition féminine am Ende der Illusion: Catherine Millets kühles und kühnes Geständnisbuch zeigt, was geschieht, wenn Theorie und Praxis in der Katastrophe kollabieren.

Von Rose-Maria Gropp

Es sind die zwei Seiten einer Medaille. Im Jahr 2001 hat die französische Kunsthistorikerin Catherine Millet einen Text veröffentlicht, der "Das sexuelle Leben der Catherine M." heißt. Als aller Tabus entkleidete Schilderung multipler Sexualitäten und hemmungsloser Praktiken einer Frau, die aus der Ich-Perspektive schreibt, ist das Buch bis heute einzigartig. Es ist keine Autobiographie, höchstens ein biographischer Auf- und Ausriss. Es ist keine Pornographie, weil seine kalte Sprache, die wie ein starker Scheinwerfer die körperlichen Gemengelagen an den Rändern der Stadt, der Gesellschaft, der guten Sitten ohnehin ausleuchtet, lüsterne Lektüre unterbindet. Sein langer Schreibstrom ist eine Zumutung. Dass es zum internationalen Bestseller wurde und angeblich Millionenauflagen erzielte, ist eines jener Missverständnisse, die eigentlich witzig sind.

Aber diese "Vie sexuelle" war ein wichtiges Buch. Dort exerziert …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Das faszinierende an Madame Millets Büchern ist, dass sie echt sind. Warum man dies extra betonen muss? Weil sie nicht so klingen. Teils kunstvoller, entfremdeter Roman, mehr noch aber philosophische und psychologische Studie, so präsentiert sich das zweite Buch der Pariserin. Schon "Das sexuelle Leben der Catherine M." von 2001 war erschreckend kühl, analytisch, sachlich - und Eifersucht spielte keine Rolle in den Bekenntnissen der Frau, die sich selbst nahm, was sie begehrte. Nun thematisiert die Autorin genau dieses Gefühl, erzählt öffentlich, wie sie die Affären ihres Mannes, des Schriftstellers Jacques Henric, entdeckte und in einen Jahre währenden Sog aus Mißtrauen und Hinterherspionieren geriet. Beklemmend detailliert breitet Millet Begebenheiten vor dem Leser aus. Besonders der Ausflug in ihre Psyche verstört - weil ihre Sicht auf die Dinge eine andere ist als die gewohnte. Nicht Schuldgefühle plagen sie, wenn sie immer und immer wieder seine Tagebücher und Briefe liest. Auch keine Verlustangst, keine Befürchtung, Jacques könnte sich gegen sie und für eine der zahlreichen jungen Gespielinnen entscheiden. Millets Sexualität wird verletzt durch den Ehebruch, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.06.2010

Die Wiederkehr
der Eifersucht
Nun auch in e-Moll: Das
sexuelle Leben der Catherine M.
Fehlt nun noch die ausgereifte Version. Nach dem vergnügt forschen Bericht über „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ vor neun Jahren bietet Catherine Millet in diesem Buch eine bedrückende Kehrseite zum selben Thema. Eine mit der sexuellen Enthemmung aufgewachsene Frau lernt zu ihrer eigenen Überraschung, dass trotz der großen Freizügigkeit mit ihrem Mann und zahllosen anderen Partnern die Schatten von Selbstzweifeln, Verstoßenheit, Eifersucht auch auf sie fallen können. Sexleben in e-Moll. „Eifersucht“ ist zwar ein zu direktes Wort für den „Jour de souffrance“, den besonderen Lichtfall des Schmerzes im französischen Originaltitel. Dennoch passt es dank der mitausgesprochenen „Sucht“ gut zum Buch.
   Die Sache beginnt mit einem Briefumschlag. Briefe liegen auf dem ovalen Wohnzimmertisch der Pariser Wohnung neben Pressemappen, Katalogen, Büchern, Zeitungen so zahlreich wie die außerehelichen Partner im einen oder anderen Bett. Das tagelang verschlossen bleibende Kuvert auf dem Tisch hätte also nicht sonderlich aufzufallen brauchen. …

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Ein Briefumschlag auf dem Schreibtisch ihres Mannes, darin ein eindeutiges Foto einer nackten Schwangeren: Catherine Millets Leben ändert sich schlagartig. Systematisch sucht die Betrogene nach weiteren Beweisen für Jacques' Untreue. Ihre Eifersucht wird umso qualvoller, je mehr sie in Erfahrung bringt, und schließlich stürzt sie in eine tiefe Krise, deren einziger Ausweg die Erkundung des eigenen Ichs wird. Sieben Jahre nach ihrem Skandalerfolg "Das sexuelle Leben der Catherine M." beschreibt die Autorin aus Frankreich nun die andere Seite der Liebe. Ihr Buch ist die minutiöse Darstellung des Seelenlebens einer betrogenen Frau und zugleich eine zutiefst bewegende Liebesgeschichte.

17.03.2010

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Es sind die zwei Seiten einer Medaille. Im Jahr 2001 hat die französische Kunsthistorikerin Catherine Millet einen Text veröffentlicht, der "Das sexuelle Leben der Catherine M." heißt. Als aller Tabus entkleidete Schilderung multipler Sexualitäten und hemmungsloser Praktiken einer Frau, die aus der Ich-Perspektive schreibt, ist das Buch bis heute einzigartig. Es ist keine Autobiographie, höchstens ein biographischer Auf- und Ausriss. Es ist keine Pornographie, weil seine kalte Sprache, die wie ein starker Scheinwerfer die körperlichen Gemengelagen an den Rändern der Stadt, der Gesellschaft, der guten Sitten ohnehin ausleuchtet, lüsterne Lektüre unterbindet. Sein langer Schreibstrom ist eine Zumutung. Dass es zum internationalen Bestseller wurde und angeblich Millionenauflagen erzielte, ist eines jener Missverständnisse, die eigentlich witzig sind.

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   Die Sache beginnt mit einem Briefumschlag. Briefe liegen auf dem ovalen Wohnzimmertisch der Pariser Wohnung neben Pressemappen, Katalogen, Büchern, Zeitungen so zahlreich wie die außerehelichen Partner im einen oder anderen Bett. Das tagelang verschlossen bleibende Kuvert auf dem Tisch hätte also nicht sonderlich aufzufallen …

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07.08.2010

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