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Eifersucht
Aus d. Französ. v. Sigrid Vagt
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Hanser
- 2010
- Ausstattung/Bilder: 2010. 218 S.
- Seitenzahl: 218
- Best.Nr. des Verlages: 505/23398
- Deutsch
- Abmessung: 210mm x 135mm x 25mm
- Gewicht: 352g
- ISBN-13: 9783446233980
- ISBN-10: 3446233989
- Best.Nr.: 27975720
Leseprobe zu "Eifersucht"
Produktbeschreibung zu "Eifersucht"
Beschreibung
17.03.2010
Hohe Schule der Distanz
Die condition féminine am Ende der Illusion: Catherine Millets
kühles und kühnes Geständnisbuch zeigt, was geschieht, wenn Theorie
und Praxis in der Katastrophe kollabieren.
Von Rose-Maria Gropp
Es sind die zwei Seiten einer Medaille. Im Jahr 2001 hat die
französische Kunsthistorikerin Catherine Millet einen Text
veröffentlicht, der "Das sexuelle Leben der Catherine M."
heißt. Als aller Tabus entkleidete Schilderung multipler
Sexualitäten und hemmungsloser Praktiken einer Frau, die aus der
Ich-Perspektive schreibt, ist das Buch bis heute einzigartig. Es
ist keine Autobiographie, höchstens ein biographischer Auf- und
Ausriss. Es ist keine Pornographie, weil seine kalte Sprache, die
wie ein starker Scheinwerfer die körperlichen Gemengelagen an den
Rändern der Stadt, der Gesellschaft, der guten Sitten ohnehin
ausleuchtet, lüsterne Lektüre unterbindet. Sein langer Schreibstrom
ist eine Zumutung. Dass es zum internationalen Bestseller wurde und
angeblich Millionenauflagen erzielte, ist eines jener
Missverständnisse, die eigentlich witzig sind.
Aber diese "Vie sexuelle" war ein wichtiges Buch. Dort
exerziert …
02.06.2010
Die Wiederkehr
der Eifersucht
Nun auch in e-Moll: Das
sexuelle Leben der Catherine M.
Fehlt nun noch die ausgereifte Version. Nach dem vergnügt forschen Bericht über „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ vor neun Jahren bietet Catherine Millet in diesem Buch eine bedrückende Kehrseite zum selben Thema. Eine mit der sexuellen Enthemmung aufgewachsene Frau lernt zu ihrer eigenen Überraschung, dass trotz der großen Freizügigkeit mit ihrem Mann und zahllosen anderen Partnern die Schatten von Selbstzweifeln, Verstoßenheit, Eifersucht auch auf sie fallen können. Sexleben in e-Moll. „Eifersucht“ ist zwar ein zu direktes Wort für den „Jour de souffrance“, den besonderen Lichtfall des Schmerzes im französischen Originaltitel. Dennoch passt es dank der mitausgesprochenen „Sucht“ gut zum Buch.
Die Sache beginnt mit einem Briefumschlag. Briefe liegen auf dem ovalen Wohnzimmertisch der Pariser Wohnung neben Pressemappen, Katalogen, Büchern, Zeitungen so zahlreich wie die außerehelichen Partner im einen oder anderen Bett. Das tagelang verschlossen bleibende Kuvert auf dem Tisch hätte also nicht sonderlich aufzufallen …
07.08.2010
So unspektauklär das Buch beginnt, so erstaunt lässt es Thomas Laux
am Ende zurück. Für staunenswert hält der Rezensent vor allem die
Offenheit und die glasklare analytische Sprache, mit der Catherine
Millet sich hier mit ihren eigenen Schwächen, einer beißenden
Eifersucht namentlich, diesem spießigsten aller Gefühle also und
darum der libertären Autorin eigentlich fremd, befasst. Spektakulär
findet Laux auch das Tempo, mit dem die konventionellen Muster
unter Einfluss des Liebesentzugs greifen und die vormaligen Credos
der Ausschweifung und Libertinage (in Millets Vorgängerbuch
zelebriert) zu Staub zerfallen. Fazit des Rezensenten: Eine
Fallstudie, die dem Leser das Thema auf so nie gelesene
facettenreiche Weise nahebringt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
"Dieses zweite Buch ist die notwendige Fortsetzung des ersten. Unendlich viel schmerzhafter." Pascale Hugues, Die Zeit, 04.02.10

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Das faszinierende an Madame Millets Büchern ist, dass sie echt sind. Warum man dies extra betonen muss? Weil sie nicht so klingen. Teils kunstvoller, entfremdeter Roman, mehr noch aber philosophische und psychologische Studie, so präsentiert sich das zweite Buch der Pariserin. Schon "Das sexuelle Leben der Catherine M." von 2001 war erschreckend kühl, analytisch, sachlich - und Eifersucht spielte keine Rolle in den Bekenntnissen der Frau, die sich selbst nahm, was sie begehrte. Nun thematisiert die Autorin genau dieses Gefühl, erzählt öffentlich, wie sie die Affären ihres Mannes, des Schriftstellers Jacques Henric, entdeckte und in einen Jahre währenden Sog aus Mißtrauen und Hinterherspionieren geriet. Beklemmend detailliert breitet Millet Begebenheiten vor dem Leser aus. Besonders der Ausflug in ihre Psyche verstört - weil ihre Sicht auf die Dinge eine andere ist als die gewohnte. Nicht Schuldgefühle plagen sie, wenn sie immer und immer wieder seine Tagebücher und Briefe liest. Auch keine Verlustangst, keine Befürchtung, Jacques könnte sich gegen sie und für eine der zahlreichen jungen Gespielinnen entscheiden. Millets Sexualität wird verletzt durch den Ehebruch, …
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