Eifersucht - Millet, Catherine

Catherine Millet 

Eifersucht

Übersetzung: Vagt, Sigrid
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Eifersucht

"So schonungslos präzis, bis in die feinsten, grausamen Ausläufer, hat man die Hölle der Eifersucht noch selten beschrieben gesehen. Am Ende ist man Catherine Millets Charme erlegen." Neue Zürcher Zeitung

Sie findet einen Briefumschlag auf dem Schreibtisch ihres Mannes und darin ein eindeutiges Foto einer nackten Schwangeren. Ihr Leben ändert sich schlagartig. Sie erlebt etwas, von dem sie dachte, es könne nur die anderen betreffen. Ihre Eifersucht wird umso qualvoller, je mehr sie in Erfahrung bringt, und schließlich stürzt sie in eine tiefe Krise, deren einziger Ausweg die Erkundung des eigenen Ich wird. Die minutiöse Darstellung des Seelenlebens einer betrogenen Frau und zugleich eine zutiefst bewegende Liebesgeschichte.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 218 S.
  • Seitenzahl: 218
  • dtv Taschenbücher Bd.34661
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 15mm
  • Gewicht: 195g
  • ISBN-13: 9783423346610
  • ISBN-10: 3423346612
  • Best.Nr.: 32596271
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.03.2010

Hohe Schule der Distanz

Die condition féminine am Ende der Illusion: Catherine Millets kühles und kühnes Geständnisbuch zeigt, was geschieht, wenn Theorie und Praxis in der Katastrophe kollabieren.

Von Rose-Maria Gropp

Es sind die zwei Seiten einer Medaille. Im Jahr 2001 hat die französische Kunsthistorikerin Catherine Millet einen Text veröffentlicht, der "Das sexuelle Leben der Catherine M." heißt. Als aller Tabus entkleidete Schilderung multipler Sexualitäten und hemmungsloser Praktiken einer Frau, die aus der Ich-Perspektive schreibt, ist das Buch bis heute einzigartig. Es ist keine Autobiographie, höchstens ein biographischer Auf- und Ausriss. Es ist keine Pornographie, weil seine kalte Sprache, die wie ein starker Scheinwerfer die körperlichen Gemengelagen an den Rändern der Stadt, der Gesellschaft, der guten Sitten ohnehin ausleuchtet, lüsterne Lektüre unterbindet. Sein langer Schreibstrom ist eine Zumutung. Dass es zum internationalen Bestseller wurde und angeblich Millionenauflagen erzielte, ist eines jener Missverständnisse, die eigentlich witzig sind.

Aber diese "Vie sexuelle" war ein wichtiges Buch. Dort exerziert …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Das faszinierende an Madame Millets Büchern ist, dass sie echt sind. Warum man dies extra betonen muss? Weil sie nicht so klingen. Teils kunstvoller, entfremdeter Roman, mehr noch aber philosophische und psychologische Studie, so präsentiert sich das zweite Buch der Pariserin. Schon "Das sexuelle Leben der Catherine M." von 2001 war erschreckend kühl, analytisch, sachlich - und Eifersucht spielte keine Rolle in den Bekenntnissen der Frau, die sich selbst nahm, was sie begehrte. Nun thematisiert die Autorin genau dieses Gefühl, erzählt öffentlich, wie sie die Affären ihres Mannes, des Schriftstellers Jacques Henric, entdeckte und in einen Jahre währenden Sog aus Mißtrauen und Hinterherspionieren geriet. Beklemmend detailliert breitet Millet Begebenheiten vor dem Leser aus. Besonders der Ausflug in ihre Psyche verstört - weil ihre Sicht auf die Dinge eine andere ist als die gewohnte. Nicht Schuldgefühle plagen sie, wenn sie immer und immer wieder seine Tagebücher und Briefe liest. Auch keine Verlustangst, keine Befürchtung, Jacques könnte sich gegen sie und für eine der zahlreichen jungen Gespielinnen entscheiden. Millets Sexualität wird verletzt durch den Ehebruch, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.06.2010

Die Wiederkehr
der Eifersucht
Nun auch in e-Moll: Das
sexuelle Leben der Catherine M.
Fehlt nun noch die ausgereifte Version. Nach dem vergnügt forschen Bericht über „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ vor neun Jahren bietet Catherine Millet in diesem Buch eine bedrückende Kehrseite zum selben Thema. Eine mit der sexuellen Enthemmung aufgewachsene Frau lernt zu ihrer eigenen Überraschung, dass trotz der großen Freizügigkeit mit ihrem Mann und zahllosen anderen Partnern die Schatten von Selbstzweifeln, Verstoßenheit, Eifersucht auch auf sie fallen können. Sexleben in e-Moll. „Eifersucht“ ist zwar ein zu direktes Wort für den „Jour de souffrance“, den besonderen Lichtfall des Schmerzes im französischen Originaltitel. Dennoch passt es dank der mitausgesprochenen „Sucht“ gut zum Buch.
   Die Sache beginnt mit einem Briefumschlag. Briefe liegen auf dem ovalen Wohnzimmertisch der Pariser Wohnung neben Pressemappen, Katalogen, Büchern, Zeitungen so zahlreich wie die außerehelichen Partner im einen oder anderen Bett. Das tagelang verschlossen bleibende Kuvert auf dem Tisch hätte also nicht sonderlich aufzufallen brauchen. …

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Catherine Millet, geboren 1948, ist eine international renommierte Expertin für zeitgenössische Kunst und Chefredakteurin des avantgardistischen Pariser Kunstmagazins Art Press. Sie ist als Kuratorin internationaler Ausstellungen, u. a. der Biennale in Venedig und Sao Paolo, tätig und hat etliche Bücher und Essays über zeitgenössische Kunst geschrieben. Ihre sexuelle Autobiografie wurde von der internationalen Presse hoch gelobt und war in Frankreich das am kontroversesten diskutierte Buch des Jahres 2001. Die Rechte wurden in über 20 Länder verkauft. Catherine Millet lebt mit ihrem Mann in Paris.

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