Dumm gelaufen - Ceilan, Cynthia

Cynthia Ceilan 

Dumm gelaufen

600 Missgeschicke mit Todesfolge

Übersetzung: Trinkaus, Petra
Broschiertes Buch
 
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Dumm gelaufen

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade den besten Sex Ihres Lebens. Sie sterben. Weil Sie sich an der essbaren Unterhose Ihres Partners verschluckt haben. Stellen Sie sich vor, Ihr Partner hat ein fürchterliches Halsleiden und kann deshalb seinen geliebten Wein nicht mehr trinken. Sie haben die rettende Idee: Sie legen ihm einen Wein-Katheder. Und bringen ihn damit aus Versehen um. Stellen Sie sich vor, Sie sind Flugbegleiter und auf Ihrem Flug bricht Feuer aus. Sie und Ihre Kollegen greifen sich die Feuerlöscher und sprühen, was das Zeug hält. Das Feuer stirbt. Die beiden Piloten auch - an Kohlendioxid-Vergiftung. Gibt's nicht? Gibt's doch. Und wir versichern Ihnen: Sterben kann so komisch sein!


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 304 S.
  • Seitenzahl: 304
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.60279
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 32mm
  • Gewicht: 335g
  • ISBN-13: 9783404602797
  • ISBN-10: 340460279X
  • Best.Nr.: 32296446

Leseprobe zu "Dumm gelaufen" von Cynthia Ceilan

"Tod mit Ansage (S. 171-173)

Die Zukunft wird morgen besser sein.
J. Danforth Quayle, ehemaliger Vizepräsident der Vereinigten Staaten
von Amerika

Gelegentlich quält mich der Verdacht, dass Menschen, die in psychiatrischen Anstalten eingesperrt sind oder Stimmen hören, die andere nicht hören, in Wirklichkeit vielleicht weiter entwickelt sind, als uns bewusst ist, und auf eine Wellenlänge gepolt sind, zu der wir Übrigen nie den Zugang gelernt haben. Vielleicht sperren wir sie weg, weil wir neidisch sind, dass keiner die leeren Räume in unserem Kopf bewohnt oder uns, falls da doch jemand ist, nicht interessant genug findet, um mit uns zu reden. Vielleicht versuchen wir diese Leute mit Pillen zum Schweigen zu bringen, weil wir lieber selbst reden wollen.

Oder vielleicht sind sie wirklich verrückt. Aber selbst die normalsten von uns (wenn es solche Leute denn tatsächlich gibt) haben gelegentlich ein »komisches Gefühl«, ein Erlebnis oder einen heftigen Erkenntnisschub, dessen Ursprünge wir nicht mal ansatzweise erklären könnten. Und dann, im Nachhinein, versuchen wir eine rationale Erklärung zu finden. »Es war wie ein Déjà vu, nur anders«, sagen wir, als ergäbe das irgendeinen Sinn. Oder wir sagen: »Was für ein glücklicher Zufall, dass ich mich entschieden hatte, eine Station vorher aus dem Zug auszusteigen, bevor er entgleiste!«, ohne zu erwähnen, dass unser eigentliches Ziel noch meilenweit entfernt war. Ich bin froh, dass ich zumindest in mancher Hinsicht weder so felsenfest skeptisch noch so hoffnungslos zynisch bin, für jeden scheinbar unnatürlichen Vorfall eine wasserdichte Erklärung zu verlangen.

Es liegt eine gewisse poetische Schönheit in dem Wissen, dass das Leben immer noch ein paar Geheimnisse in sich birgt. Eine rationale Erklärung für alles und jedes könnte die Dinge viel zu normal machen, zu traurig, ohne jeden Zauber. Ich glaube gern ab und zu an Wunder, auch wenn dies eine flüchtige Illusion ist.

Bernadette Soubirous war ein armes französisches Mädchen, dem in einer Grotte in Lourdes die Jungfrau Maria erschien. Bernadettes Leichnam wurde in den Jahrzehnten nach ihrem Tod mehrmals exhumiert und zeigte keinerlei Anzeichen von Verwesung, als er schon längst hätte stark zerfallen sein müssen.

Für die katholische Kirche ist dies das Kennzeichen eines Heiligen. Am Schauplatz von Bernadettes Erscheinung wies die Jungfrau das junge Mädchen an, mit bloßen Händen in der trockenen, kahlen Erde zu graben. Wie durch ein Wunder entsprang dort eine Quelle. Seit 1862 haben Millionen Menschen diese Grotte besucht; viele davon berichteten, dass sie von schweren Krankheiten oder Verletzungen geheilt wurden, nachdem sie das Quellwasser getrunken oder berührt hatten. Bernadette zog sich einige Jahre nach ihrer Vision eine schwere Knochenerkrankung zu, die Jungfrau teilte ihr jedoch mit, das Wasser werde sie niemals heilen, weshalb sie in der Grotte nie Linderung für ihre eigenen Leiden suchte.

Bernadette starb im Alter von 35 Jahren im Kloster von Nevers. Ihr Leichnam wurde 1909 exhumiert, 30 Jahre nach ihrem Tod, und war völlig unversehrt. Ihre Kleidung war feucht, und sie war mit Sägemehl von dem verrottenden Sarg überstäubt, der Leichnam selbst war aber intakt und verströmte sogar einen süßen Duft. Bernadette wurde 1919 erneut exhumiert und untersucht und 1925 ein weiteres Mal. Abgesehen von einer dunkleren Hautfarbe, die möglicherweise von der ersten Exhumierung stammt, als die Nonnen sie badeten und neu einkleideten, war der Zustand ihres Leichnams so gut wie unverändert. Schließlich legte man sie in einen Kristallsarg in einer Kapelle des Klosters von Nevers. Ihre Leiche ist seitdem ständig zu sehen und wirkt erstaunlicherweise immer noch jugendlich frisch."

Kundenbewertungen zu "Dumm gelaufen" von "Cynthia Ceilan"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 2 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** weniger gut)
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Bewertung von kleinbrina aus Hamm am 16.05.2012 ***** weniger gut
Schaut man sich den Titel an, glaubt man, dass man mit "Dumm gelaufen: 600 Missgeschicke mit Todesfolge" eine recht humorvolle Auflistung von Unfällen bekommt, die allesamt mit dem Tode etwas zu tun haben. Schon allein der lachende Totenkopf hat mir den Eindruck vermittelt, dass man das Buch mit einem Augenzwinkern sehen sollte.

Je mehr ich jedoch in dem Buch gelesen habe, desto häufiger habe ich mich dabei erwischt, wie ich mit dem Kopf schütteln musste. Nach welchen Kriterien die Autorin die Todesfälle ausgesucht hat und warum es letztendlich genau diese wurden, wird man wohl nie erfahren. Allerdings muss ich sagen, dass ich einiges als sehr geschmacklos empfand. Selbst unverschuldete Unfälle von Kindern und Jugendliche werden hier auf die Schippe genommen, was ich alles andere als nachvollziehen konnte, da dies eher zum Weinen als zum Lachen ist.

Genauso wird das Wort "Unfall" oftmals missbraucht, denn einige Todesfälle sind alles andere als zum Schmunzeln, denn auch Morde und Amokläufe werden hier auf die Schippe genommen, was mir persönlich viel zu weit ging.
So wird sich u.a. darüber lustig gemacht, dass jemand gleich dreißig Frauen getötet hat, weil diese allesamt seiner Mutter ähnlich sahen und auch andere Mordfälle werden hier versucht, irgendwie lustig rüber gebracht zu werden. Das dies extrem in die Hose geht, scheint der Autorin egal zu sein, denn sonst hätte man solche geschmacklosen Vorfälle nicht einfach so in einem Buch veröffentlicht, dass dem Genre Humor angehört.

Es ist natürlich jedem Menschen selbst überlassen, wie er den Tod verarbeitet und wie er sich mit Unfällen auseinandersetzt, allerdings traf dieses Buch meinen Geschmack überhaupt nicht, da ich mit dem Tod etwas anders umgehe.

Insgesamt ist "Dumm gelaufen: 600 Missgeschicke mit Todesfolge" ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss. Die Todesfälle sind mir allesamt zu makaber geschildert und konnten mich alles andere als unterhalten. Wer jedoch Auflistungen von Todesfällen oder skurile Vorfälle mag, wird an diesem Buch seinen Spaß haben.

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