Du bist zu schnell - Drvenkar, Zoran

Zoran Drvenkar 

Du bist zu schnell

Roman

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Du bist zu schnell

Du weißt nicht, ob es sie gibt. Du weißt nicht, ob sie dich beobachten. Du glaubst, sie zu hören, hältst nach ihnen Ausschau. Damit sie sich wieder zeigen. Val erwacht in einer geschlossenen Anstalt. Nichts ist mehr wie zuvor. Sie hat Dinge gesehen, die sie nicht hätte sehen dürfen. Eine Welt, verborgen in unserer. Die Welt der Schnellen. Val stellt Nachforschungen an, denn sie glaubt, den Schnellen auf die Spur zu kommen. Bis mit Blut auf ihrem Spiegel steht: "Wo bist du gewesen?!" Wer sind die Schnellen, die Val, Marek und Theo mit brutalen Morden und klaren Zeichen daran hindern wollen, die Tür zu ihrer Welt zu öffnen? Warum müssen alle dafür bezahlen, die hinter das Geheimnis der Schnellen kommen wollen? Die drei machen sich auf die Suche nach ihnen. Ihre Verfolgung führt sie aber auch immer mehr zu sich selbst, zu gegenseitigen Verdächtigungen und dem Verlust von Vertrauen. Abwechselnd erzählen die drei ihre Geschichte. Eine Geschichte, die auch mit unserer Suche nach Nähe und Liebe zu tun hat. - Und mit der Bedrohung, denen diese ausgesetzt ist. Ein rasanter Thriller, der meisterhaft die Verletzlichkeit und Zärtlichkeit einer gefährdeten Frauenpsyche auslotet - böse und erschreckend menschlich.

Val erwacht in einer geschlossenen Anstalt. Nichts ist mehr wie zuvor. Sie hat Dinge gesehen, die sie nicht hätte sehen dürfen. Eine Welt, verborgen in unserer. Die Welt der Schnellen. Val stellt Nachforschungen an, denn sie glaubt, den Schnellen auf die Spur zu kommen. Bis mit Blut auf ihrem Spiegel steht: "Wo bist du gewesen?!"
Wer sind die Schnellen, die Val, Marek und Theo mit brutalen Morden und klaren Zeichen daran hindern wollen, die Tür zu ihrer Welt zu öffnen? Warum müssen alle dafür bezahlen, die hinter das Geheimnis der Schnellen kommen wollen? Die drei machen sich auf die Suche nach ihnen. Ihre Verfolgung führt sie aber auch immer mehr zu sich selbst, zu gegenseitigen Verdächtigungen und dem Verlust von Vertrauen.
Abwechselnd erzählen die drei ihre Geschichte. Eine Geschichte, die auch mit unserer Suche nach Nähe und Liebe zu tun hat. - Und mit der Bedrohung, denen diese ausgesetzt ist.


Produktinformation

  • Verlag: Klett-Cotta
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 287 S.
  • Seitenzahl: 288
  • Best.Nr. des Verlages: 93623
  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 136mm x 35mm
  • Gewicht: 445g
  • ISBN-13: 9783608936230
  • ISBN-10: 3608936238
  • Best.Nr.: 11832073
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Zoran Drvenkar hat sich in kürzester Zeit einen Namen als innovativer, deutscher Krimiautor gemacht. Auch sein neues Werk enttäuscht nicht. Komplett in der zweiten Person verfasst, erfordert der Roman einige Zeit zum Eingewöhnen, doch die häufigen Perspektivwechsel werden dadurch umso aufregender. Fünf Mädels aus Berlin finden einen Berg voll Drogen und wollen diesen zu Geld machen. Damit setzen sie eine ganze Kette von scheinbar losgelösten Ereignissen in Gang, die sich erst zum Ende zusammenbringen lassen. Schräge Gestalten bevölkern Drvenkars Welt, und so entwickelt dieser außergewöhnliche Roman eine ganz eigene Faszination und Sogwirkung. (am)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.01.2004

Geisterfahrt
On Speed: Zoran Drvenkars Roman „Du bist zu schnell”
An der Grenze von Wahn und Wirklichkeit flanieren interessante Charaktere: Neurotiker, Künstler, Konsumenten populärer und geheimer Rauschmittel, Grundlagenforscher, Traumtänzer, Mathematiker...Während es dem Psychiater ein Anliegen ist, seine Patienten tunlich auf der einen Seite der Grenze zu halten, ist es künstlerisch mitunter ergiebiger, sie aufzuheben oder als imaginäre, willkürliche kenntlich zu machen. Unentwegt an dieser Grenze unterwegs ist in seinem neuen Roman der 1967 in Kroatien geborene, in Deutschland aufgewachsene Zoran Drvenkar, ein Autor, der sich bisher vor allem mit Jugendbüchern einen guten Namen gemacht hat. „Du bist zu schnell” ist ein Roman für Erwachsene, wiewohl sich Jugendliche über den Gleichmut, mit dem der Autor den Horror regieren lässt, womöglich weniger wundern werden als ihre Eltern.
Wundern kann man sich über diesen Psychothriller jedenfalls immer wieder. Denn die Geschichte, die er erzählt, ist so haarsträubend, dass es keineswegs selbstverständlich ist, ihr bereitwillig bis zur letzten von fast 300 Seiten zu folgen. An der Story selber …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Ein echter Höllenritt ist dieses Buch, findet Rezensent Karl-Markus Gauß, "ein spannender Roman, bei dem man sich gelegentlich fragt, warum man ihn eigentlich liest". Der Autor Zoran Drvenkar hat bislang vor allem Jugendbücher geschrieben, doch mit diesem Psychothriller laviert er laut Gauß elegant an der Grenze zwischen "Wahn und Wirklichkeit". Dass die Geschichte nicht auf die eine oder andere Seite kippt und man ihr "bereitwillig" folgt, liegt für Gauß an der Erzählform, einem "Wechselspiel dreier Ich-Erzähler", an das sich der Autor diszipliniert gehalten habe. Dank dieser Erzählperspektive sei auch die Konstruiertheit und Überspanntheit der Geschichte zu verkraften, denn sie ist, so Gauß, "einerseits extrem unglaubwürdig, andrerseits ziemlich raffiniert gestaltet".

© Perlentaucher Medien GmbH
Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 20 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller. Zoran schreibt Romane, Gedichte, Theaterstücke und Kurzgeschichten über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Zoran Drvenkar lebt heute in der Nähe von Berlin.

Leseprobe zu "Du bist zu schnell" von Zoran Drvenkar

Val liegt auf dem Rücksitz. Es ist zwei Uhr morgens, und die Landschaft um uns herum schimmert in einem silbernen Licht. Wenn ich mich vorbeuge, sehe ich den Mond als angeschlagenen Kreis über den Strommasten hängen. Früher wunderte ich mich, daß er immer mitwanderte. Ich war zehn Jahre alt, saß auf dem Rücksitz und fühlte mich beobachtet. Da war dieses weiße Auge am Nachthimmel, mal zu einem Schlitz zusammengekniffen, mal wissend weit offen. An diesem Gefühl hat sich nichts verändert, nur wundere ich mich nicht mehr.

Val schläft, während ich mühsam versuche, wach zu bleiben. Die Lichter der entgegenkommenden Wagen blenden mich, seitdem ich von der Landstraße auf die Autobahn abgebogen bin. Manchmal hebe ich eine Hand und halte sie mir über die Augen, als würde ich in die Sonne schauen.

Ich wechsle die Musik. Der Mond verkriecht sich in den Rückspiegel und wird zu einem leuchtendem Punkt. Seit einer Stunde ist kein Wagen mehr hinter mir aufgetaucht. Diese Autobahn könnte zum Ende der Welt führen, und ich würde mich nicht beschweren.

Ich kurble das Fenster ein Stück herunter und werfe einen Blick in den Rückspiegel, um zu sehen, ob der Windzug Val stört. Sie trägt einen überweiten Pullover. Ich fand in der Eile nichts anderes. Es ist unangenehm, einen Körper zu bewegen, der nicht reagiert. Als könnte man alles mit ihm machen. Keine Schmerzen mehr.

Es sind noch knapp zwei Stunden bis Berlin. Ich hoffe, daß Val bis dahin nicht wach wird. Ich will nicht mit ihr reden, und ich will ihr auch nicht in die Augen sehen. Kaum habe ich das gedacht, spüre ich ihren Blick in meinem Nacken. Ruhig bleiben. Ohne mich umzudrehen, setze ich bei der nächsten Raststätte den Blinker und halte weit hinten bei der Ausfahrt, wo kein anderer Wagen parkt.

Val hat sich in eine Ecke des Rücksitzes gedrückt und die Beine angezogen. Ihr Blick ist panisch. In letzter Zeit braucht sie immer eine Weile, bevor sie mich erkennt. Das erste Mal bekam ich Herzrasen, als sie mich in der Nacht wachschüttelte. Sie war über mir wie eine Furie und schrie: "Was hast du hier verloren? Was tust du in meinem Bett, du Penner? Los, verschwinde!" - Ich bin´s, sage ich, Marek.

Val kneift die Augen zusammen. Sie will sich erinnern, sie versucht es und beginnt zu weinen.

Kundenbewertungen zu "Du bist zu schnell" von "Zoran Drvenkar"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Marion M. aus Bielefeld am 08.08.2003 ***** ausgezeichnet
Eine packende Geschichte, erschreckend und doch so menschlich ... !! Mit einem ausgezeichneten
Ende, das Gänsehaut entstehen lassen kann und die Verletzlichkeit des Menschen zeigt!

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