Diskurs über die Ungleichheit - Bolz, Norbert

Norbert Bolz 

Diskurs über die Ungleichheit

Ein Anti-Rousseau

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Produktbeschreibung zu Diskurs über die Ungleichheit

Die Linke hat wieder Konjunktur. Sie spricht nicht mehr von Klassengesellschaft, sondern von der Neuen Ungleichheit und verweist auf die Pornographie des exzessiven Reichtums zwischen Beverly Hills und Moskau einerseits, die stillen Leiden der Kinderarbeit und der Hartz IV-Existenz andererseits.
Nüchtern betrachtet, kann Gleichheit unter modernen Lebensbedingungen aber nur heißen: Inklusion, die Möglichkeit der Teilnahme an den sozialen Systemen. Und wer alle integrieren will, muss auf die Gleichheit aller verzichten. Egalitarismus ist eine Anleitung zum Unglücklichsein. Wir können das gute Leben, das uns die moderne Gesellschaft ermöglicht, nicht leben, solange wir noch an Rousseau glauben.

Produktinformation


  • Verlag: Fink (Wilhelm
  • 2009
  • Nachdruck der 1. Aufl. 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 207 S.
  • Seitenzahl: 207
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 136mm x 22mm
  • Gewicht: 287g
  • ISBN-13: 9783770547975
  • ISBN-10: 3770547977
  • Best.Nr.: 25661727

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Den Autor nennt Rezensent Wolfgang Kersting einen "Zeitgeist-Roadie". Dass Norbert Bolz zu allem seinen Senf dazuzugeben hat, findet der Rezensent allerdings gar nicht so schlimm. Eher schon, dass Bolz mit dem vorliegenden Buch Etikettenschwinel betreibt. Denn einen echten Diskurs und gar einen Anti-Rousseau kann Kersting hier beim besten Willen nicht entdecken. Weder in der Sache noch in der Form, meint er, kann Bolz sich mit Rousseau messen. So falsch Kersting Rousseau als Adressat des Bandes erscheint (besser kann's Feuerbach!), so wenig überzeugt ihn der Text als philosophisches Werk. Als argumentations- wie orientierungsfreier, weitgehend unverständlicher Zitatflickenteppich gegen die egalitaristische Mentalität, nietzscheanische Ausfälle gegen das Mittelmaß inklusive, findet er, macht es sich hingegen ganz gut.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.01.2010

Gegen Mittelmaß und Durchschnittlichkeit zu sein reicht nicht

So wichtig die Auseinandersetzung mit dem Sozialstaat der Gegenwart ist, so verfehlt ist die Art, mit der Norbert Bolz sie führt. Sein flink zusammenzitierter "Anti-Rousseau" macht bestenfalls verlegen.

Norbert Bolz ist ein Zeitgeist-Roadie. Wo auch immer die Karawane des Gerade-Angesagten ihre Bühne errichtet, ist er zur Stelle und baut hurtig seine kleine, private Beschallungsanlage auf.

Schon damals, beim dekonstruktivistischen Woodstock, als der Postmodernismus die Aufklärungsmythen zerstörte und die Vernunft pluralisierte, war er dabei. Als französische Medienphilosophien dann gegen Ordnungsdenken und robusten Realismus zu Felde zogen, marschierte auch Bolz mit und verkündete der Welt, dass sie nur Chaos und Simulation sei. Als Computer und elektronische Technologie die geistigen Produktionsverhältnisse und die sozialen Verständigungsverhältnisse veränderten, rief Bolz das Ende der Gutenberg-Galaxis aus, noch bevor Google sich daranmachte, ein digitales Alexandria zu errichten. Als alle Welt von der Globalisierung, von E-Commerce und Dotcom-Firmen redete, redete auch Bolz …

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Norbert Bolz Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin.

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