Dirac - Dath, Dietmar

Dietmar Dath 

Dirac

Roman

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Dirac

Die Sowjetunion ist weg, Punk ist Retrochic und die Vernunft eine Sache von Anlageberatern, nur die alten Fragen sind die gleichen: Wie soll man leben? Woran sich orientieren? Der junge Schriftsteller David Dalek schaut sich seine Freunde, typische kreative Mittdreißiger, an und sucht nach Antworten auf die kleinen Fragen des Alltags und die großen des Universums. Im Leben seines Helden Paul Dirac, dem großen Unbekannten der modernen Physik, glaubt er zu erkennen, worum es geht.
Dietmar Dath jagt Wissenschaftsgeschichte, Pop und Science-fiction durch den Teilchenbeschleuniger. Ergebnis des Experiments: ein in jeder Hinsicht phantastisches Buch.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 493 S.
  • Seitenzahl: 493
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4048
  • Best.Nr. des Verlages: 46048
  • Deutsch
  • Abmessung: 175mm x 111mm x 35mm
  • Gewicht: 292g
  • ISBN-13: 9783518460481
  • ISBN-10: 351846048X
  • Best.Nr.: 23865556
"... der produktivste und radikalste Schriftsteller Deutschlands"<br />Thomas Lindemann Die Welt

»... der produktivste und radikalste Schriftsteller Deutschlands«

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
"Gibt es Menschen, die es fertigbringen, die Welt genauer zu sehen, als sie ist?", schreibt Dietmar Dath über den britischen Physiker Paul Dirac (1902-84). Und, ja, es gibt solche Menschen, und, nein, die Wahrnehmung wird durch den genauen Blick nicht deutlicher, sie verschwimmt immer mehr. Für Schriftsteller David, der an einer Biografie über Dirac arbeitet. Für Informatiker Paul, der ein geheimnisvolles Programm testet. Für Künstlerin Johanna, die Probleme mit ihrer Familie hat. Einzig Pauls Freundin Nicole sieht, was Sache ist. Sie ist aber schizophren und hat so von Haus aus einen eher ungenauen Blick auf die Welt. Daths Roman ist ein höhnisches Lachen über die Sphäre der Naturwissenschaft, die glaubt, irgendetwas zu verstehen, nur weil sie die Zahlen versteht - damit ist der Autor ganz nah am Weltbild der Esoterik. Einmal greift er auch tief in die entsprechende Klischeekiste, indem er die Behinderte als Mittlerin zur Geisterwelt etabliert. Wo aber die klassische Fantasy ihre Nähe zu autoritären Weltbildern nie verleugnen kann, stellt Dath seine Figuren in einen emanzipatorischen Kontext: Sie sind Ex-Kommunisten, die sich nach dem Mauerfall halbwegs eingerichtet haben zwischen akademischem Mittelbau und Prekariat. "Dirac" wird so zu einer Art linksintellektuellem Fantasyroman, und das ist als Konzept ja schon ziemlich originell. (fis)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2006

Einstein erfindet ein Parkhaus
Stille Panik stagnierender Biografien: Dietmar Daths „Dirac” / Von Burkhard Müller
Fünf Freunde sind es von jeher: der Psychiater Christof, der Computerfachmann Paul, die Künstlerin Johanna, die in Israel arbeitende Wissenschaftlerin Candela und der Journalist und Schriftsteller David. Sie sind sämtlich Mitte dreißig und halten seit ihrer Schulzeit zusammen wie Pech und Schwefel. Ja, das waren noch Zeiten! Der formierende Augenblick für sie war die Mitte der achtziger Jahre; mit Erstaunen vernimmt man, mit welchem Schwung damals, als die Nachrüstung schon lang durch war, die RAF tot oder eingeknastet und die Grünen sich anschickten, Regierungspartei zu werden, das Linkssein sich noch als Inhalt erleben ließ.
Höhepunkt der Woche ist der Freitag: Da gibt es die neue konkret am Kiosk. Und am Monatsanfang erscheint die neue Titanic. Man muss sich allerdings den Gegner bereits mit einiger Kunst zurechtschnitzen, damit er einem die Beflügelung des Hasses schenkt. Zum Glück enthält der Lehrkörper eine hinlängliche Quote von Altnazis (waren die nicht damals schon längst verrentet?) und sozialdemokratischen Spießern, um …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.09.2006

DIETMAR DATH, Redakteur im Feuilleton dieser Zeitung, hat einen Roman darüber geschrieben, wie man leben, arbeiten und lieben muß, wenn man sich vom Alltag nicht dumm, stumpf und traurig prügeln lassen will. Die biographische Phantasie über den bedeutendsten englischsprachigen Physiker seit Newton, Paul Dirac (1902 bis 1984), liefert den Anlaß, das Verhältnis zwischen Wahrheit und Schönheit zu untersuchen. So kann man eine Gruppe von Freundinnen und Freunden in der deutschen Gegenwart dabei erleben, wie die Beschäftigung mit Dirac und dessen Moderne sie verändert. Ein Kind wird geboren, ein Kunstwerk geschaffen, Liebende finden zueinander, ein Mensch tötet sich, und ein anderer geht verloren - im Wechselspiel mehrerer Geschichten zeichnet sich eine unausgesprochene Geheimgeschichte ab, in deren Zentrum etwas lebt, das wir über die Moderne wissen sollten, aber vergessen haben. (Dietmar Dath: "Dirac". Roman. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006. 384 S., geb., 19,90 [Euro].)

F.A.Z.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Harter Tobak warte hier auf den Leser, ächzt Rezensentin Elke Buhr, am besten kapituliere man gleich freiwillig vor dem Tohuwabohu von Zeiten und Handlungen. Der "notdürftige" rote Faden des Ganzen seien die Reflexionen von David Darek, der im Roman "Dirac" einen Roman über den realen Physiker Dirac verfasse und notorisch alles in Frage stelle, was er so schreibt. Das sei nun, so die Rezensentin, ein geschickter Schachzug, mit dem sich der reale Autor Dietmar Dath eine Lizenz zu jeder Art von Inkohärenz ausstellt. Damit gibt sich die Rezensentin allerdings nicht zufrieden und verlangt Antworten auf die philosophischen und politischen Fragen des Romans und nicht nur eine Reflexion der Widersprüche. Der Autor habe sich die Latte selbst sehr hoch gehängt, nun müsse er sich an den aufgeworfenen Fragen auch messen lassen. Während so manche Diskurspartien recht "trocken" daherkämen, glänzt der Roman für die Rezensentin besonders mit seinen "surrealen" Bildern wie dem Mädchen im Rollstuhl in blauen Meeres-Wellen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Dietmar Dath, geboren 1970 in Rheinfelden, Journalist, Übersetzer. Er war Chef des Popkulturmagazins "Spex" und Feuilleton-Redakteur der "FAZ", veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählbände und Essays.

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