Erlebnisse der Jahre 1940 bis 1948: der Krieg in Berlin und der
scheinbare Friede in einem kleinen fränkischen Dorf, gesehen mit
den Augen eines Kindes. Vieles kann das Mädchen nicht verstehen,
aber es fühlt, daß etwas nicht stimmt.
Wie kann man eine Welt verstehen, in der der Vater - überzeugter
Soldat in Hitlers Armee - in Rußland eingekesselt ist und
gleichzeitig englische Flieger die Stadt bombardieren, wo doch der
Führer alle beschützen will? Warum weigert sich der Großvater
zuerst, die evakuierten »Nazikinder« in seiner Burg im
Mittelfränkischen aufzunehmen? Warum empfängt er Besucher wie
Hermann Göring und Robert Kempner, den stellvertretenden
Chefankläger der Nürnberger Prozesse? Warum muß die Familie
»Disziplin lernen« und hungern, obwohl die Burg voll von
Kunstschätzen ist?
Ilka von Zeppelin beschreibt aus dem Blickwinkel des zu Beginn
vier- und am Ende zwölfjährigen Kindes die widersprüchlichen
Erfahrungen der Nazizeit. Diese Perspektive ist es vor allem, die
diese Erinnerungen von anderen unterscheidet und ihnen eine
unmittelbare, unvermittelte erzählerische Kraft gibt.
Rezension:
»Ilka von Zeppelin findet für ihr unprätentiöses Geschichts- und
Familienbuch einen sehr guten Ton. Die nüchterne Intensität
verstärkt den Eindruck der unkommentierten, erschütternden
Tatsachen. Dieser Bericht ist ihr beeindruckend gelungen.«
Verena Auffermann, Süddeutsche Zeitung
Ilka von Zeppelin, geboren 1936 in Berlin, kam im Sommer 1943 nach Mittelfranken und lebte von 1948 bis 1950 bei Quäkern in Irland. Sie studierte Psychologie in Freiburg und arbeitete nach der Promotion am Psychologischen Institut der Universität Zürich in der Klinischen Psychologie und als Lehrbeauftragte der Universität. Als Psychoanalytikerin führt sie eine eigene Praxis und ist Co-Autorin verschiedener Bücher. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und vier Enkelkinder.
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