Die zitternde Frau - Hustvedt, Siri

Siri Hustvedt 

Die zitternde Frau

Eine Geschichte meiner Nerven

Übersetzung: Uli Aumüller u. Grete Osterwald
Broschiertes Buch
 
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Die zitternde Frau

Der Bestseller jetzt im Taschenbuch.

Siri Hustvedt, eine unserer herausragenden Schriftstellerinnen, fand sich knapp drei Jahre nach dem Tod ihres Vaters, während einer Gedenkrede auf ihn, plötzlich von Konvulsionen geschüttelt. War das Hysterie, eine Übertragung, ein zufälliger epileptischer Anfall? Die zitternde Frau provokant und amüsant, umfassend und niemals abgehoben erzählt von ihren Bemühungen um eine Antwort darauf. Siri Hustvedts kluges Buch verstärkt unser Erstaunen über das Zusammenspiel von Körper und Geist. (Oliver Sacks)


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 235 S.
  • Seitenzahl: 240
  • rororo Taschenbücher Nr.62756
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 18mm
  • Gewicht: 230g
  • ISBN-13: 9783499627569
  • ISBN-10: 3499627566
  • Best.Nr.: 32469910
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.01.2010

Krämpfe und Kämpfe
Die Geschichte ihrer Nerven: Siri Hustvedt stellt in "Die zitternde Frau" eine Selbstdiagnose

Im Jahr 2003 starb Siri Hustvedts Vater Lloyd. Er war Universitätsprofessor in Minnesota gewesen, wo auch Siri aufwuchs, bevor sie zum Literaturstudium nach New York aufbrach; er hatte seinen norwegischen Akzent im Englischen bis zuletzt nicht abgelegt und lange Jahre in der Norwegischen Abteilung des St. Olaf College unterrichtet. Lloyd Hustvedt starb an einem Lungenemphysem in einem Pflegeheim in Northfield. Und als seine Kollegen, knapp zwei Jahre später, auf dem Campusgelände eine Nordische Fichte pflanzten, unter der sie eine Tafel mit seinem Namen anbrachten, lud der Fachbereich zur Gedenkfeier an den ehemaligen Professor die Tochter ein, eine Rede über ihren Vater zu halten.

Während dieser Rede passierte mit Siri Hustvedt etwas völlig Unerwartetes: Mit Karteikarten versehen, blickte sie über die etwa fünfzig Freunde und Kollegen, die sich rund um die Fichte versammelt hatten, öffnete ihren Mund - und begann vom Hals abwärts zu zittern. Ihre Arme zuckten, die Knie knickten ein. Sie zitterte so stark, als hätte sie …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.01.2010

Die Mystik einer Temporallappenpersönlichkeit
Visionen, Stimmenhören, Gefühle von Levitation: In ihrem Essay „Die zitternde Frau” forscht Siri Hustvedt als Nervenkundlerin in eigener Sache
Wo immer die New Yorker Schriftstellerin Siri Hustvedt in diesen Tagen öffentlich auftritt (wie zum Beispiel am Mittwochabend in der Münchner Akademie der Bildenden Künste, wo sie die „Schelling Lecture” hält), wird zumindest ein Teil des Publikums nicht frei von voyeuristischen Impulsen sein. Und die dürften sich nicht mehr nur auf das gute Aussehen der Gattin des seinerseits hochfotogenen US-Literaturstars Paul Auster beziehen, sondern auch auf die Frage: Wird sie zittern oder nicht? Wird einer der unberechenbaren, vorzugsweise bei Vorträgen und Lesungen auftretenden Schüttelkrämpfe, unter denen sie seit einigen Jahren leidet und von denen sie in ihrem neuen Buch erzählt, sie womöglich auf einem deutschen Podium heimsuchen? Oder wird man ihr – umgekehrt – anmerken, dass sie mit Betablockern dieser Gefahr vorbeugt?
Die Medienmaschine nährt sich von solchen Erregungen, und der Literaturbetrieb macht sich dergleichen immer mehr zunutze. Siri Hustvedts …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Enttäuscht zeigt sich Stefana Sabin von Siri Hustvedts "Zitternder Frau". Darin beschreibt Hustvedt, wie sie während der Trauerrede für ihren Vater einen unerklärlichen Zitteranfall bekommt und sich anschließend an einer Selbstdiagnose versucht. Hustvedt gelinge es zwar, Spannung aufzubauen, indem sie die Suche nach den Ursachen ihrer Krankheit - einem immer wiederkehrenden Zittern - mystifiziert. Doch die daran anknüpfende, minutiöse Wiedergabe wissenschaftlicher und philosophischer Erkenntnisse zu diesem Symptom erinnert die Rezensentin doch sehr an eine universitäre Seminarbeit. Auch Hustvedts Lösung, das Zittern in ihr Selbstbild zu integrieren, überzeugt Sabin nicht. Die Aufwertung der Krankheit zum Persönlichkeitsmerkmal sei keineswegs eine adäquate Schlussfolgerung aus einer intensiven Erkenntnissuche zur eigenen körperlichen Verfassung.

© Perlentaucher Medien GmbH
Siri Hustvedt geb. am 19.02.1955 in Northfield, Minnesota, als älteste von vier Töchtern eines norwegisch-amerikanischen Professors für Skandinavistik und einer norwegischen Einwanderin. Nach dem Besuch des St. Olaf College in Northfield, das sie 1977 mit B.A. in Geschichte abschloss, arbeitete sie zunächst als Kellnerin. 1978 ging sie zum Studium nach New York. 1979 erwarb sie an der Columbia University den M.A. in Anglistik. 1986 wurde sie mit einer Arbeit über Charles Dickens ('Figures of Dust. A Reading of 'Our mutual friend'") zum PhD promoviert. Im Februar 1981 lernte sie den Schriftsteller Paul Auster kennen, den sie 1983 heiratete und mit dem sie einen Stiefsohn und eine Tochter hat. Heute arbeitet Siri Hustvedt als Schriftstellerin, Essayistin und Übersetzerin aus dem Norwegischen.

Kundenbewertungen zu "Die zitternde Frau" von "Siri Hustvedt"

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Bewertung von Loreley aus NRW am 09.06.2011 ***** ausgezeichnet
Brilliant!

Intelligent und originell nimmt Siri Hustvedt etwas an sich selbst unter die Lupe, was der Mainstream als Handicap bezeichnen würde. Nicht so Siri Hustvedt. Sie durchforstet Literatur, Wissenschaft, Geschichte und das eigene Denken nach Erklärung, Verstehen, Verarbeiten, Klarkommen auf anderer Ebene. Das Buch ist nicht ganz leicht zu lesen, man muss über vieles zwischendurch erst einmal selbst nachdenken, bevor man weiterlesen kann, aber es lohnt sich. Ich für meinen Teil habe viele neue Einsichten gewonnen und für mich selbst gelernt.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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