Ein Mann sitzt nach einer Beerdigung an einem strahlend hellen
Sommertag im Kino, sieht einen Zeichentrickfilm an und fängt
plötzlich an zu schreien; eine Frau, die auf einer von einem
Ölteppich eingeschlossenen Insel lebt, verliebt sich unsterblich in
den alten Künstler, für den sie täglich putzt, ohne kaum je mehr
als ein paar Sätze mit ihm gewechselt zu haben; eine
Schriftstellerin, bei der es sich um Paula Fox selbst handelt, wird
um ein Haar an ihrem eigenen Schreibtisch erschossen, weil
Jugendliche im Nachbargarten mit einer geladenen Pistole
spielen.
Neben ihren Romanen und Jugendbüchern hat Paula Fox seit den
60er-Jahren Erzählungen und kleine Prosastücke geschrieben, die
hier zum ersten Mal versammelt sind. Oft sind es kleine, stille
Begebenheiten, die sich schließlich zu etwas Unerhörtem ausweiten
und so von den großen Themen Liebe, Tod und Verlust erzählen. Paula
Fox ist eine Meisterin der genauen Beobachtung, die selbst den
einfachsten Situationen eine Poesie abtrotzt, die einen gefangen
nimmt. Mit ihrer feinen, klaren und eindringlichen Sprache
erschafft sie eine ganz eigene Welt, in der die Grenzen zwischen
Autobiographie und Fiktion irgendwann nahezu aufgehoben
scheinen.
'Die Zigarette und andere Stories' versammelt Texte von den
60er-Jahren bis heute, die noch einmal die kluge Beobachtungsgabe
und die Menschenkenntnis einer großen zeitgenössischen Autorin,
deren Leben und Schreiben untrennbar miteinander verbunden sind,
unter Beweis stellen.
"Paula Fox ist eine Königin, eine große Dame, eine
phantastische Geschichtenerzählerin." -- Jonathan Franzen
Anja Hirsch begrüßt diesen Band mit Erzählungen von Paula Fox aus den letzten 45 Jahren, die für sie einmal mehr den Rang dieser großen amerikanischen Schriftstellerin unterstreichen. In den Geschichten aus "Die Zigarette und andere Stories" sind für sie die biografischen Schnitte der Autorin spürbar. Sie handeln in ihren Augen oft von der Angst vor Verlust oder auch vor Nähe. Das Faszinierende an Fox' Geschichten sieht Hirsch darin, dass die Schwere, die Verwundungen, die Beziehungsnot und die Traurigkeit der Figuren nie auf die Sprache übergreift.
Paula Fox wurde am 22. April 1923 in New York City geboren. Ihre Eltern - der Vater war irisch-englischer Abstammung, ihre Mutter kam aus Kuba - ließen sie zunächst bei einem Pastor aufwachsen, mit sechs Jahren kam Paula Fox in ein Kinderheim nach Kalifornien. Zwei Jahre später zog sie zu der Familie ihrer Mutter nach Kuba, wo sie auf einer Zuckerrohrplantage lebte. Bis zu ihrem 12. Lebensjahr war Paula Fox bereits auf neun verschiedene Schulen gegangen. 1933 kehrte sie zusammen mit ihrer Großmutter nach New York zurück, wo sie auch heute noch lebt. Für das Gesamtwerk ihrer Kinderbücher wurde sie 1978 mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet. Die Wiederentdeckung ihres 1971 erstmals erschienenen Romans "Was am Ende bleibt" wurde in Deutschland zu einem großen Überraschungserfolg. Von ihr sind sechs Romane und zahlreiche Kinderbücher erschienen.
2 Marktplatz-Angebote für "Die Zigarette und andere Stories" ab EUR 13,90
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