Wie gerät man in die Fänge einer Sekte? Erschreckend ist der
Bericht von Monika Deppe. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens
verweigern ihr kirchliche Institutionen eine schlüssige Antwort.
Einzig die freundlichen Besucher von den Zeugen Jehovas scheinen
die Fragen des Ehepaars Deppe ernstzunehmen. Persönliche
Beziehungen werden langsam aufgebaut, schleichend bricht der
Kontakt zum Verwandten- und Freundeskreis ab. Als Monika Deppe und
ihr Mann schließlich Mitglied bei den Zeugen Jehovas werden, weil
sie das geschlossene Weltbild der Glaubensgemeinschaft und der hohe
persönliche Einsatz der -Zeugen- beeindruckt haben, sind sie dem
Gruppenzwang bereits hilflos ausgeliefert. Immer neue Forderungen
werden gestellt, die sie klaglos erfüllen.
Bis eines Tages Zweifel aufbrechen und die Sekte ihr wahres,
menschenverachtendes Gesicht zeigt. Über Glaubenszweifel könne
nicht diskutiert werden, man habe im Gehorsam den Oberen gegenüber
deren Interpretation der Heiligen Schrift bedingungslos zu folgen.
Monika Deppe beugt sich der harschen Anweisung. Ein Abweichen von
der Norm wird mit dem völligen Entzug der Sozialkontakte bestraft.
Wie es dem Ehepaar Deppe trotzdem gelingt, sich nach harten inneren
Kämpfen von den Zeugen Jehovas wieder zu lösen und wie sie einen
für sich praktikablen Lebenssinn finden, ist nicht nur spannend und
anschaulich beschrieben, sondern gibt auch beispielhaft Einblick in
die inneren Handlungsabläufe von Organisationen wie die der Zeugen
Jehovas, die dem Außenstehenden schier unglaublich erscheinen.