Die Zeit ist aus den Fugen - Fiedler, Teja

Teja Fiedler 

Die Zeit ist aus den Fugen

Vom Kaiserleutnant zum Vertriebenen. Das Leben meines Vaters

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Die Zeit ist aus den Fugen

Von den späten Jahren der Donaumonarchie bis in die bundesdeutsche Nachkriegszeit: Der renommierte Journalist Teja Fiedler erzählt die Geschichte seines Vaters, des k.u.k.-Oberleutnants, tschechoslowakischen Notars und Heimatvertriebenen Alois Fiedler. Die große Erzählung eines menschlichen Schicksals, in dem sich wie in einem Brennglas die Erfahrung einer ganzen Generation spiegelt.

Auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs beginnt die Geschichte des Alois Fiedler, die sein Sohn, der stern-Autor Teja Fiedler, einfühlsam und aus nächster Nähe erzählt: Der Bauernsohn und k.u.k.-Oberleutnant steigt nach dem Krieg in Böhmen zum angesehenen Notar auf. Doch dann wird seine Frau geisteskrank, Hitler holt die Sudetendeutschen "heim ins Reich", im Zweiten Weltkrieg bangt Alois um seine älteren Söhne in Russland. Beim Zusammenbruch des "Dritten Reiches" rettet ihn die Rote Armee vor tschechischen Partisanen, dann wird er als Landesverräter inhaftiert und schließlich mit seiner Familie aus der Heimat vertrieben. Im niederbayerischen Plattling versucht der mittellose Flüchtling einen schwierigen Neuanfang.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 319 S., 24 Fotos u. Dok. auf 16 Bildtaf.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 139mm x 33mm
  • Gewicht: 486g
  • ISBN-13: 9783492051880
  • ISBN-10: 349205188X
  • Best.Nr.: 29749830
"Die Zeit ist aus den Fugen: Ein faszinierendes Buch, das bereits durch seine 'Dramaturgie' besticht. Enkel Teja Fiedler erzählt stil- und pointensicher das Leben von Vater Alois Fiedler, der sich in Nöten und Zweifeln gern an Weisheit und Weitsicht von Großvater Isidor Fiedler erinnert. 'Sonntagsreden' vermeidet das Buch, es scheint, als zwinkere der Autor dem Leser zu. Dennoch ist es ein profundes Geschichtswerk unter der Voraussetzung, dass 'Geschichte' Leben und Leiden von Menschen meint." (Preußische Allgemeine Zeitung)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Das beste Kompliment, das Andreas Platthaus dem Autor und seinem hier als "Sachfiktion" beschriebenen Buch machen kann, ist mit dem Schock recht gut beschrieben, den der Rezensent am Ende der Geschichte erfährt, als nämlich ihr Held stirbt und nunmehr von außen betrachtet wird. Das Einfühlungsvermögen des Autors in die Figur des Vaters muss also enorm sein. Dergestalt, dass Platthaus mitunter fast vergisst: hier wird Geschichte mitgeteilt. Lebensgeschichte ohnehin, die wechselhafte des Vaters von Teja Fiedler, geboren in Böhmen in eine Zeit des Umbruchs und der Kriege. Das Verfahren der mit fiktionalen Elementen durchsetzten Biografie funktioniert. Bis hin zu sinnlichen Effekten, wenn der Rezensent die Granaten pfeifen hört oder die inneren Kämpfe des Vaters mit durchlebt. Ergänzt durch weitere Zeitzeugenberichte und die Geschichte Böhmens wird daraus laut Platthaus ein Doppelporträt von Mann und Land, von individueller Lebensform und einer Dynamik, die größer ist als sie und die sie mitreißt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.01.2011

Mit den Augen des Vaters

Experiment in Sachfiktion: Teja Fiedler erzählt die jüngere böhmische Geschichte aus privater Sicht. Held ist der eigene Vater, und dessen Leben liest sich wie ein Roman.

Im Film gibt es das Genre der Doku-Fiction. Darunter versteht man Dokumentationen, die durch Spielfilmhandlungen ergänzt werden, um den Stoff anschaulicher und lebensnäher zu machen. Für ein entsprechendes Buch müsste man unter Gebrauch der übrigen Klassifikationen dann wohl von "Sachfiktion" sprechen, und wenn man ein Beispiel dafür lesen möchte, wäre Teja Fiedlers Buch "Die Zeit ist aus den Fugen" erste Wahl.

Der 1943 im böhmischen Dauba geborene Publizist erzählt darin die Lebensgeschichte seines Vaters Alois. Der kam 1889 zur Welt, als Sohn eines wohlhabenden deutschsprachigen Sägewerkbesitzers aus jenem Teil Böhmens, der später, als sich nach der Auflösung der Habsburger-Monarchie der bereits existierende Konflikt zwischen den Volksgruppen im neuen tschechoslowakischen Staat noch verschärfte, das Sudetenland genannt werden sollte. Alois Fiedler starb als Vertriebener in Niederbayern 1966, hat also in seinen siebenundsiebzig Jahren …

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»Die Zeit ist aus den Fugen: Ein faszinierendes Buch, das bereits durch seine 'Dramaturgie' besticht. Enkel Teja Fiedler erzählt stil- und pointensicher das Leben von Vater Alois Fiedler, der sich in Nöten und Zweifeln gern an Weisheit und Weitsicht von Großvater Isidor Fiedler erinnert. 'Sonntagsreden' vermeidet das Buch, es scheint, als zwinkere der Autor dem Leser zu. Dennoch ist es ein profundes Geschichtswerk - unter der Voraussetzung, dass 'Geschichte' Leben und Leiden von Menschen meint.« Preußische Allgemeine Zeitung
Teja Fiedler, geb. 1943 in Dauba/Tschechien, ist Redakteur des 'Stern'. Er lebt mit seiner Frau Swantje Strieder in Bombay.

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