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Denis Diderot 

Die Welt der Encyclopedie

Die Welt der Encyclopedie - Diderot, Denis

Aus d. Französ. v. Holger Fock, Theodor Lücke, Eva Moldenhauer u. a. Ausw. berühmter Beitr. aus d. v. Diderot hrsg. Encyclopedie m. neuen Essays zeitgenöss. Autoren

Mitwirkender: Wieland, Rainer; Selg, Anette

  • Buch mit Leinen-Einband 
 
  • EUR 77,00
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Produktinformation
  • Verlag: Eichborn
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 496 Seiten - 22 x 30, 5 cm
  • Seitenzahl: 484
  • Die Andere Bibliothek
  • Deutsch
  • Abmessung: 315mm x 233mm x 41mm
  • Gewicht: 1780g
  • ISBN-13: 9783821847115
  • ISBN-10: 3821847115
  • Best.Nr.: 09837311

Produktbeschreibung zu "Die Welt der Encyclopedie"

Beschreibung

Im ersten Jahr des neuen Jahrtausends feiert ein Werk seinen 250. Geburtstag, das wie kein anderes zum Synonym für die europäische Aufklärung geworden ist: die "Encyclopedie ou dictionnaire raisonne des sciences, des arts et des metiers", konzipiert und herausgegeben von Denis Diderot und Jean le Rond d'Alembert.
Von den sterilen und langweiligen Lexika unserer Zeit, deren Inhalt immer schneller veraltet, unterscheidet sich die "Encyclopedie" radikal: Ihren Autoren ging es nicht nur darum, ein Kompendium des damaligen Wissens zu erstellen, ihr Ziel war es, die Welt neu zu denken. Das macht die Lektüre auch heute noch, wo uns der Gedanke, die Menschheit könne durch Wissen glücklicher werden, immer kühner erscheint, zum Vergnügen.
Aber wird die "Encyclopedie" überhaupt noch gelesen? Die einzige deutsche Auswahlausgabe, 1972 in Leipzig erschienen, gab dazu wenig Anlaß. Sie war tapfer, ließ jedoch viele Wünsche offen. Höchste Zeit also für eine neue Edition, die wissenschaftliche n Ansprüchen genügt.
"Die Welt der Encyclopedie" wird die wichtigsten Artikel Diderots enthalten, der mit mehreren tausend Einträgen einen Löwenanteil der Arbeit übernahm. Neben seinen brillanten polemischen Beiträgen kommen auch die berühmten Mitstreiter wie Rousseau, Voltaire und Montesquieu zu Wort. Auch die ketzerischen Kassiber werden nicht fehlen, die immer wieder die Zensur auf den Plan riefen. Das Hauptkriterium der Auswahl ist jedoch die Überlegung, was uns aus diesem riesigen Steinbruch des Lebens heute noch interessieren kann, welche der 72.000 Artikel gehören zum HANDGEPÄCK FÜR DAS DRITTE JAHRTAUSEND?
Auf diese leitende Frage antworten die Herausgeber mit einem besonderen Clou: Sie haben zeitgenössische wilde Denker und Wissenschaftler aus aller Welt, die "Diderots von heute", gebeten, zu ausgewählten Stichwörtern eigene Artikel - Repliken, Fortschreibungen, Polemiken - zu verfassen. Beiträge haben unter anderen geliefert: Aleida und Jan Assmann, Hans Belting, Erwin Charga ff, Margriet de Moor, Lars Gustafsson, Alexander Kluge, Jutta Limbach, Michael Krüger, Javier Marias, Tzvetan Todorov und Anton Zeilinger.
Fünfhundert Seiten aus der "Encyclopedie" sind neu übersetzt, vorhandene Texte durchgesehen und revidiert worden. Eingeleitet wird der Band durch einen Essay von Robert Darnton, der die heroische Editionsgeschichte des Werkes nachzeichnet; eine Zeittafel und ein Literaturverzeichnis ergänzen die Edition. Ein so außergewöhnliches, wissenschaftliches Projekt verlangt nach einer außergewöhnlichen Gestaltung. "Die Welt der Encyclopedie" erscheint als Sonderband der ANDEREN BIBLIOTHEK im Folio-Format, in rotes Leinen gebunden, in ähnlicher Ausstattung wie die 1998 erschienene Neuübersetzung der "Essais" von Montaigne. Die neuverfaßten Beiträge werden nicht separat veröffentlicht, sondern typographisch hervorgehoben in die alphabetische Abfolge der Artikel integriert. Die direkte Konfrontation von alten Erkenntnissen mit neuen Einsichten läßt das monumen tale Werk der Aufklärung in neuem Glanz erstrahlen.

Leseprobe zu "Die Welt der Encyclopedie" von Denis Diderot

Christina von Braun über ADAM: Lieber aufgeklärter Adam, eines verwundert mich doch zutiefst. Du hast sie alle über Bord geworfen: die Pfaffen, den Weihrauch, das wundersame Geschehen bei der Konsekration der Hostie. Dennoch spürt man in jedem Satz, in jeder Volte Deines Denkens, wie tief Du in den christlichen Traditionen verwurzelt bist. Du betrachtest das Christentum als veraltet und abergläubisch- und zugleich sprichst Du von der Überlegenheit der christlichen Zivilisation gegenüber anderen Völkern und Religionen. Könnte es sein, lieber Adam, daß Du nur eine modernere Form von Christentum im Auge hattest? Gib zu, alter Freund, eigentlich hast Du die Pfaffen nur deshalb vertrieben, damit Du Deine eigene Kathedrale bauen kannst! Aber Du suchst Dir nicht mal eine neue Baustelle. Gerade Deine Charakterisierung der "Frau" legt diese Vermutung nahe ...

CHRISTINA VON BRAUN ist Professorin für Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin.

ANARCHIE Anarchie (Politik). Unordnung in einem Staat, die darin besteht, daß niemand genügend Autorität besitzt, um zu befehlen & für die Einhaltung der Gesetze zu sorgen, so daß folglich das Volk ohne …

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06.11.2001

Rundherum, das ist schwer
Noch einmal im Kreis: Die Enzyklopädie / Von Achim Bahnen

Der rühmlichste Zeitpunkt für ein derartiges Werk", schreibt Denis Diderot in seinem Artikel "Enzyklopädie", dem Rechenschaftsbericht des von ihm verantworteten gleichnamigen Mammutwerkes, "wäre der Moment unmittelbar nach einer großen Umwälzung, die den Fortschritt der Wissenschaften aufgehalten, die Leistungen der Künste unterbrochen und einen Teil unserer Hemisphäre wieder in Finsternis getaucht hätte." So schlecht scheint der Zeitpunkt also nicht gewählt zu sein, zu dem in der "Anderen Bibliothek" von Hans Magnus Enzensberger ein großformatiger Prachtband über "Die Welt der Enzyklopädie" vorgelegt wird. Der Anlaß freilich war erfreulich: Vor zweihundertfünfzig Jahren erschien der erste Band der "Encyclopédie, ou Dictionnaire Raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers". Als Anette Selg und Rainer Wieland das gegenüber dem Original winzig erscheinende, aber immer noch beeindruckende Unternehmen auf sich nahmen, eine um neue Beiträge vermehrte Auswahl zu edieren, konnten sie nicht ahnen, daß der Leser das im Vorwort gebrauchte Bild einer Arche …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

09.10.2001

Die Rezensentin Ursula Pia Jauch führt am Anfang ihrer Besprechung in die früheste deutsche Rezeptionsgeschichte der Enzyklopädie ein: So hätte Herder die Enzyklopädie als Beweis für den Verfall des französischen Geistes gesehen - gleichsam eine Bankrotterklärung der französischen Intellektuellen. Dieses Buch nun ( ein Band!) versammle nicht nur eine Auswahl von Artikeln der großen Aufklärer, sondern überdies auch noch einige zeitgenössische Aufsätze, wie Jauch informiert. So freut sie sich nicht nur über die radikale Aktualität mancher Artikel, sondern auch über gelungenen Aktualitätsbezüge der eingestreuten neuen Artikel. Enzensberger, der von der Enzyklopädie als einem 'unentbehrlichen geistigen Handgepäck für das dritte Jahrtausend', spricht, wird von Jauch gelobt, dass dies "wohl gesprochen und gut gemeint" sei.

© Perlentaucher Medien GmbH

Autorenporträt zu "Denis Diderot"

Rainer Wieland studierte Literaturwissenschaften, Publizistik und Geschichte. Er lebt und arbeitet als Lektor, Herausgeber und Autor in Berlin.

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