Die wahrhaftige Geschichte von der Wiederkehr des Martin Guerre
Das Languedoc im 16. Jahrhundert ist der Schauplatz eines
historischen Kriminalromans: Ein Bauer, Ehemann und Vater
verschwindet spurlos, taucht nach Jahren wieder auf und ist doch
nicht, der er vorgibt zu sein.
Auch im 16. Jahrhundert verschwanden Ehemänner mitunter wortlos.
Das Seltsame an dem Fall von Martin Guerre, der von Natalie Zemon
Davis in ihrer lebendigen Studie mit allen Finessen der
Mentalitäts- und Sozialgeschichte lebendig rekonstruiert wird, ist
seine unvermutete Wiederkehr nach acht Jahren und die Täuschung,
der das ganze Dorf, seine Verwandten und gar seine Frau erliegen.
Denn der wahre Martin Guerre taucht erst nach weiteren vier Jahren
wieder auf ...
Davis gelingt es, unbekannte Welt auferstehen zu lassen: den Alltag
kleiner Bauern im 16. Jahrhundert und den einzigartigen
(Verwechslungs)Fall des Martin Guerre, der Rechtsgeschichte schrieb
und Historiker wie Dichter gleichermaßen faszinierte. Und auch beim
Kinopublikum in einer Verfilmung mit Gérard Depardieu unter
historischer Beratung der Autorin Erfolg hatte.
Natalie Zemon Davis gehört weltweit zu den renommiertesten Historikern. Sie lehrte u.a. in Providence, Toronto, Berkeley, Paris, Princeton und Oxford. Seit ihrer Emeritierung 1996 lebt sie als freie Schriftstellerin in Toronto und ist wieder an der dortigen Universität tätig. In deutscher Sprache erschienen u.a. Die wahrhaftige Geschichte von der Wiederkehr des Martin Guerre (1984) und Drei Frauenleben (1996). Natalie Z. Davis wurde u.a. mit dem Toynbee-Preis (2000) und dem Warburg-Preis (2001) ausgezeichnet.
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