Die Villa am Rande der Zeit - Petrovic, Goran

Goran Petrovic 

Die Villa am Rande der Zeit

Roman. Deutsche Erstausgabe

Übersetzung: Susanne Böhm-Milosavljevic
Broschiertes Buch
 
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Die Villa am Rande der Zeit

Der Belgrader Student Adam erhält ein ungewöhnliches Angebot: Er soll ein Jahrzehnte zuvor erschienenes Buch umarbeiten. Ein scheinbar harmloser Auftrag. Doch bei der Lektüre macht Adam eine sonderbare Erfahrung: Unversehens findet er sich mitten in dem Roman wieder und begegnet anderen Lesern, die über dieselbe Gabe verfügen. Nicht alle haben ein unschuldiges Interesse an dem Buch. Als ein Mord geschieht, muss Adam sich entscheiden: Will er seinen Auftrag erfüllen oder verhindern, dass dieser imaginäre Zufluchtsort unwiederbringlich verloren geht?


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 394 S. 210 mm
  • Seitenzahl: 394
  • dtv Taschenbücher Bd.24824
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 134mm x 32mm
  • Gewicht: 478g
  • ISBN-13: 9783423248242
  • ISBN-10: 3423248246
  • Best.Nr.: 29742032

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Dieses Buch hat Rezensent Uwe Stolzmann eine Lehrstunde in kontemplativer Lektüre erteilt - er ist begeistert. Wie durch ein "Gründerzeithaus" sei er durch Goran Petrovics "Die Villa am Rande der Zeit" geschritten und habe ein Märchen und zugleich ein blutiges Jahrhundert vor der Kulisse Belgrads erlebt. Der Rezensent bewegt sich durch die Räume der Erzählung, begegnet dort der zentralen Figur, dem 1894 geborenen Anastas Branica, der einer unerreichten Angebeteten ein Buch mit dem Titel "Mein Vermächtnis" widmet und dort die Idylle einer Villa in arkadischer Gegend beschreibt. Im Belgrad der 1930er Jahre fällt dieses Buch der Buchhändlerin Natalija in die Hände, und auch sie begibt sich mittels Lektüre auf die Reise in das "Leser-Jenseits", so Stolzmann. Während Natalija altert, zieht das serbische Jahrhundert außerhalb der Villa vorbei und der Kritiker erlebt die Herrschaft der Könige, ihre Mörder, jugoslawische Ideologien, Bomben- und KZ-Opfer und die Herrschaft unter Tito. Nach dieser "üppig" gestalteten Zeitreise bedauert Stolzmann, dass Petrovic seinen Roman 1989 enden lässt und somit die Regierung unter Milosevic ausspart.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Spätestens nach der "Unendlichen Geschichte" hat jeder schon mal davon geträumt, mit seiner Lektüre zu verschmelzen und bewusst durch ein grenzenloses Fantasia zu streifen. Der Student Adam besitzt diese Fähigkeit, in jedem Text sprichwörtlich zu verschwinden - und er vermag sogar Stellen der Geschichte nach seinem Willen umzuschreiben. Diese Fähigkeit wird ihm jedoch bald zur Last, als er von einem geheimnisvollen Ehepaar beuaftragt wird, Änderungen in einem Roman vorzunehmen, in dem es keine Handlung, sondern lediglich die detaillierte Beschreibung einer Villa gibt. Denn an diesem merkwürdigen Ort jenseits jeder Zeitmessung leben weitere Lesende, die die Villa aus unterschiedlichen Gründen als ihren Rückzugsort nutzen und unbedingt behalten wollen: Eine Familie, weil sie dem Krieg vor ihrer Haustür entkommen will; eine alte Dame, weil sie in der realen Welt ihr Gedächtnis zu verlieren droht; und ein Mann, der für sein Morden Sühne tun möchte. Goran Petrovic beleuchtet tiefenscharf die Ursachen für den Eskapismus der Lesenden und liefert in einem Zug eine umfangreiche Chronik der serbischen Geschichte ab. Ganz groß! (mh)

»Der serbische Autor Goran Petrovic präsentiert uns mit 'Die Villa am Rande der Zeit' einen wunderschönen Roman voller Poesie, Zauber und großer Gefühle. Ohne jede Anstrengung nimmt er seine Leser mit auf eine turbulente und zugleich melancholische Reise zur Villa am Rande der Zeit, die Raum für viele Phantasien und Träumereien lässt." -- Stefanie Rufle, booksection.de 06.12.2010

"(...) ein im Wortsinn bezauberndes Buch. (...) Petrovic führt den Leser in ein abenteuerliches Labyrinth verschiedener miteinander in Verbindung stehender Schicksale, in das man sich von Zeit zu Zeit selber verliert. Petrovic schafft es, dass sich die Leidenschaft, die seine im Roman des Romans lesenden Figuren entwickeln, auch auf seine echten Leser überträgt." -- Doris Akrap, die tageszeitung 27.11.2010

"Ein Spiel mit Traum und Realität von Serbiens Bestsellerautor Goran Petrovic." -- Cosmopolitan Januar 2011

"Fesselnd, brillant geschrieben und ebenso stilvoll übersetzt." -- Wolfgang Moser, SandamMeer 12/2010

"Ein wunderschöner Buch-im-Buch-Roman." -- NEON 01/2011

"[...] für Liebhaber eines lebhaft-romantischen Erzählstils und eines zarten Umgangs mit der Sprache." -- Oldenburgische Volkszeitung 27.12.2010

"Lesestoff für alle, die am liebsten in Büchern verschwinden würden und Tränen vergiessen, wenn ein Roman zu Ende geht." -- annabelle, Zürich 12.01.2011

"[...] ein mitreissendes Porträt des Balkans und seiner turbulenten Geschichte." -- SonntagsZeitung, Zürich 09.01.2011

"In ›Die Villa am Rande der Zeit‹ geht es also um Bibliomanie, um die Macht der Phantasie, um Literatur als Mimesis, um den Leser als Mitschöpfer des Buches." -- Sigrid Löffler, RBB Kultur 17.01.2011

"›Die Villa am Rande der Zeit‹ zeugt von der Liebe zum geschriebenen Wort, aus der Goran Petrovic etwas Besonderes macht - nämlich zu einem schillernden Geflecht der Sprache, in der Vergangenheit und Gegenwart, Fiktion und Realität sich vereinigen. Poetisch, gefühlvoll und trotzdem mit der Erbarmungslosigkeit historischer Wahrheit durchwandert der serbische Autor die Zeiten - vom Putsch 1903 bis zum Zerfall Jugoslawiens ab 1990 - und nimmt dabei den Leser mit auf seine melancholische (literarische) Reise. Damit gehört ›Die Villa am Rande der Zeit‹ definitiv zu den Top Ten der letztjährig erschienenen Romane, die einen ebenso verzaubern wie rühren." -- Susann Fleischer, literaturmarkt.info 10.01.2011

"Was wäre, wenn die Leser eines Buches sich bei der Lektüre desselben in den Gefilden und Landschaften seiner Geschichte begegnen würden? Aus dieser Frage zaubert der serbische Autor Goran Petrovi? eine verschmitzte, vielschichtige (Liebes-)Geschichte [...]. [...] 'Die Villa am Rande der Zeit' ist ein gelungener, satter Unterhaltungsstoff." -- Ulrich Noller, WDR, Funkhaus Europa - Buchtipps 19.01.2011

"Dieser Roman ist eine Liebeserklärung. Eine Liebeserklärung an die Worte." -- Kathrin Fischer, Büchercheck, HR2 20.01.2011

"Magisch schön!" -- Rupert Sommer, in münchen 02/2011

"Goran Petrovi? hat einen Roman über die imaginäre Kraft des Lesens geschrieben. Sein Roman ist so verschlungen und dicht komponiert wie ein Garten, dessen labyrinthischer Zauber den Leser stellenweise taumeln lässt." -- Olga Hochweis, Deutschlandradio Kultur, Radiofeuilleton 26.01.2011

"Eine fantastische Geschichte aus Serbien." -- Mathias Schnitzler, Rheinische Post 26.01.2011

"Unbedingt lesen!" -- Mein schönes Zuhause Februar - März 2011

"Ganz groß!" -- kulturnews mit citymag Stuttgart 02/2011

"Surrealistisch und subtil!" -- Joy 03/2011

"Der in seiner Heimat hochgeschätzte und ausgezeichnete serbische Autor eröffnet mit diesem Roman eine anregende Variation über den in mehrerer Hinsicht einfühlsamen Umgang mit Büchern, in die naturgemäß vor allem Bibliophile begeistert einstimmen werden, aber ebenso Menschen, die vielleicht das wunderbare Gefühl kennen, zwischen den Zeilen den anderen Leser oder sich selbst zu entdecken." -- Roy Liebscher, Ostthüringer Zeitung 12.02.2011

"Schöner und virtuoser kann man Möglichkeiten der Literatur nicht ausloten." -- Harald Loch, Mannheimer Morgen 16.02.2011

"Aus jeder Zeile springt die Liebe des Autors zum Buch, die er in einfacher, aber detailreicher Sprache in einer faszinierenden Lektüre umsetzt. Dem Erlebnis Lesen setzt er so ein feines Denkmal." -- Tobias Prüwer, : logbuch, Kreuzer, Beilage zur Leipziger Buchemesse März 2011

"Wunderbar spannende, leichtfüssige Literatur mit einer Prise balkanesker Verrücktheit." -- Berner Zeitung, Schweiz 24.02.2011

"In postmoderner Manier spielt er mit den unterschiedlichen Ebenen des Faktischen, Fiktionalen bzw. Imaginierten und thematisiert die Macht der Phantasie, die den Leser zum Mitschöpfer, zum Co-Autor des Buches macht." -- Buchmarkt 03/2011

"Aus jeder Zeile springt die Liebe des Autors zum Buch, die er in einfacher, aber detailreicher Sprache in einer faszinierenden Lektüre umsetzt." -- Tobias Prüwer, Kreuzer - Das Leipziger Stadtmagazin 03/2011

"Schöner und vituoser kann man die Möglichkeiten von Literatur nicht loben." -- Harald Loch, Nürnberger Nachrichten 04.03.2011

"Der serbische Autor Goran Petrovi? hat mit 'Die Villa am Rande der Zeit' einen spannenden, sehr phantasievollen und unterhaltsamen Roman vorgelegt [...]." -- Lena Panzer-Selz, Lesart März 2011

"[...] ein Märchen vor Belgrader Kulisse und ein Plädoyer für eine bedrohte Kulturleistung - die Fähigkeit zu kontemplativer Lektüre." -- Uwe Stolzmann, Neue Zürcher Zeitung Online, nzz.ch 12.03.2011

"[...] eine literarische Meisterleistung. Der Roman ist einfach und kompliziert zugleich, Trivialliteratur fast, literarisch distinguierte ironische und selbstironische Hochromantik." -- Erich Klein, ORF1 Ex libris 13.03.2011

"In postmoderner Manier spielt er mit den unterschiedlichen Ebenen des Faktischen, Fiktionalen, bzw. Imaginierten und thematisiert die Macht der Phantasie, die den Leser zum Mitschöpfer, zum Co-Autor des Buches macht." -- Buchmarkt 03/2011

"Diesen Roman kann man auf ganz unterschiedliche Weise lesen: als Bildungsroman, als Liebesroman, als Verschwörungsroman oder als Kriminalroman." -- Ursula Escherig, rbb, Kulturtermin - Literatur 12.03.2011

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.04.2011

Auf Sehnsucht eingerichtet

Der serbische Autor Goran Petrovic errichtet in "Die Villa am Rande der Zeit" ein Haus aus Literatur - für Liebende, Leser und alle, die der Realität entkommen wollen.

Kann Literatur die Wirklichkeit verändern? Sie ersetzen und gegen eine bessere austauschen? Auf dieses Gedankenexperiment lässt sich der serbische Autor Goran Petrovic in seinem neuen Roman "Die Villa am Rande der Zeit" ein und rückt dabei das alles vergessen machende Lesen ins Zentrum der Handlungskette: als Exit-Strategie, die erlaubt, sich von den banalen Trivialitäten des Lebens galant zu verabschieden.

Adam ist Slawistikstudent an der Belgrader Universität und erhält von einem unbekannten Mann den Auftrag, ein mysteriöses Buch zu lektorieren. Autor des Wälzers mit dem Titel "Mein Vermächtnis" ist ein unbekannter Schriftsteller namens Anastas S. Branica, der - wie sich später herausstellen wird - ein passionierter Beschreibungskünstler ist. Einer, der den Mut hat, in einem literarischen Konvolut von gigantischer Größe und Erhabenheit eine Geschichte ganz ohne Handlung und handelnde Personen, ohne Leitmotiv und dramatischen Knotenpunkt zu …

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"Schöner und virtuoser kann man Möglichkeiten der Literatur nicht ausloten."
Harald Loch, Mannheimer Morgen 16.02.2011

"Schöner und virtuoser kann man Möglichkeiten der Literatur nicht ausloten."
Harald Loch, Mannheimer Morgen 16.02.2011
Goran Petrovic geb.1961 in Kraljevo (Serbien), studierte jugoslawische und serbische Literatur in Belgrad und arbeitet als Bibliothekar in ;a. Er gehört zu den bemerkenswertesten und meistgelesenen Autoren in Serbien. Seine Romane und Erzählungen wurden mit nahezu allen bedeutenden nationalen Literaturpreisen ausgezeichnet, für "Die Villa am Rande der Zeit" erhielt er 2000 den NIN-Preis. Der Roman ist ein literarischer Bestseller in Serbien und wurde mittlerweile in neun Sprachen übersetzt. Goran Petrovic lebt in Kraljevo

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Kundenbewertungen zu "Die Villa am Rande der Zeit" von "Goran Petrovic"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von http://i-am-bookish.blogspot.com am 18.04.2011 ***** sehr gut
Lektor Adam erhält den Auftrag, das Buch „Mein Vermächtnis“ von Anastas Branica inhaltlich und sprachlich zu überarbeiten, nach den Wünschen eines Ehepaars. Dieser für ihn außergewöhnliche Wunsch bekommt plötzlich deutliche Echtheit, als Adam klar wird, dass es möglich ist, in das Buch einzutauchen und dort eine Art andere Welt zu besuchen – eben die Welt, die dort von Branica beschrieben ist. Die „Ausbesserungen“, die er vornehmen soll (Gardinenfarben ändern, Musikzimmereinrichtung, Sessel verschieben), laufen tatsächlich in der Handlung des Buches selbst von statten. Dort begegnet er anderen Lesern, die zur selben Zeit im selben Buch lesen, auf der ganzen Welt verteilt. Diese laufen sich hier über den Weg, reden miteinander – verlieben sich sogar ineinander...
„Die Villa am Rande der Zeit“ ist ohne Frage ein eigenwilliges Buch, wie ich es schon lange nicht mehr gelesen habe. Es lebt von einer fantastischen Idee, die auch sehr gelungen umgesetzt wurde. Sprachlich bewegt sich der Autor Petrovic auf ganz hohem Niveau; er gibt jedem Satz das besondere Extra und lässt selbst unbedeutende Aspekte ausgefeilt und durchdacht klingen. Trotzdem verliert der Sprachstil dadurch nicht an Spontaneität oder Wirkung. Es passt einfach alles gut zusammen.
Dennoch komme ich nicht umhin, kleine Längen hier und da zu bemängeln, die sich im Text finden, und in denen zuviel Nebeninformation verarbeitet wird, die für die Haupthandlung gar nicht wirklich von Relevanz ist. Das Buch liest sich dennoch erstaunlich leicht und flüssig weg, auch wenn ich – als eher ungeübte Leserin osteuropäischer/ russischer Literatur – zugegebenermaßen ein wenig über serbische Namen und Begriffe gestolpert bin. Auch historische und gesellschaftliche Aspekte von Serbien werden angedeutet und teilweise im Kontext eingebaut.
Als etwas irreführend habe ich den Klappentext empfunden. Denn nicht Adam erscheint als die Hauptfigur, sondern nach und nach werden verschiedene Personen vorgestellt, die alle ihren Beitrag zum Entstehen und Fortbestehen des Buches „Mein Vermächtnis“ leisten und letztlich für Geschehnisse verantwortlich sind. So wird die Handlung beispielsweise auch aus der Sicht des Autors Anastas erzählt, nämlich wie dieses beeindruckende Stückchen Literatur eigentlich entstanden ist; oder auch aus der Sicht von Sretem, einem Spion, dem das Buch eines Tages in die Hände fällt.
Kurz: „Die Villa am Rande der Zeit“ ist ein wirklich schönes Buch zum Schmökern und zum Träumen. Wer hat sich beim Lesen nicht schon einmal gedacht, wie schön es wäre, in die eigene Lieblingsgeschichte einzutauchen, und sei es wirklich nur, um dort mal die Wandfarbe eines Zimmers ändern zu können... Und wer jetzt denkt, die Geschichte sei nur eine Art Abklatsch der „Tintenherz“-Trilogie, dem sei gesagt: nein, das ist sie nicht. „Die Villa am Rande der Zeit“ hat ihren ganz eigenen Reiz.

Fazit:
Die Rahmenhandlung und vor allem die Idee haben mir sehr gut gefallen. Hier und da fand ich Zusammenhänge und Verbindungen teils sprachlich, teils inhaltlich zu komplex und verworren. Daher gibt es von mir 4 von 5 Sternen.

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 29.12.2010 ***** sehr gut
Der junge Student Adam Lozanic aus Belgrad finanziert sein Slawistikstudium mit Lektorats- und Korrekturarbeiten für eine serbische Zeitschrift für Tourismus und Natur. Da erhält er eines Tages von einem Unbekannten den geheimnisvollen Auftrag, ein bereits vor über einem halben Jahrhundert erschienenes Buch umzuarbeiten.

Adam ist zunächst unschlüssig, schließlich ist das kein Manuskript sondern ein Pracht-exemplar mit einem Einband aus rotem Saffianleder. Das ist für ihn jedoch etwas Endgültiges, was soll man da korrigieren oder lektorieren. Obwohl Adam zum Schweigen über die ganze Angelegenheit verpflichtet wird, nimmt er den Auftrag an, denn mit dem Honorar könnte er sich eine ganze Weile über Wasser halten.

Adam Lozanic vertieft sich in seinem Studentenzimmer in die Lektüre des rätselhaften Buches „Mein Vermächtnis“ von Anastas Branica. Zunächst versucht Adam etwas über den Autor in Erfahrung zu bringen. Bei seinen Recherchen stößt er jedoch nur auf dessen mysteriösen Selbstmord in der Donau.

Während der Lektüre widerfährt Adam etwas Sonderbares: unversehens findet er sich mitten in dem Roman und begegnet dort anderen Lesern, die ebenfalls in einem der wenigen erhaltenen Exemplare des Buches lesen. Darunter auch die ehemalige Buchhändlerin Natalja, die sogar dem Romanautor begegnet ist - und zwar in einer Villa am Rande Zeit.

Gekonnt lässt der serbische Autor Goran Petrovic in seinem Roman Vergangenheit und Gegenwart ineinander zusammenfließen. Dazu hat er umfangreiche Recherchen zur Geschichte seines Landes durchgeführt und verbindet diese mit der Realität des Zerfalls des jugoslawischen Zentralstaates in 90er Jahren. Für „Die Villa am Rande der Zeit“ erhielt Petrovic den renommierten NIN-Literaturpreis. Der Roman ist in Serbien längst ein Bestseller und wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt.

Manfred Orlick

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