Zwei Gedichtbände von Alfred Kolleritsch bespricht Marion Löhndorf für uns: "Die Summe der Tage" (Verlag Jung und Jung) und "Die Verschwörung der Wörter" (Residenz-Verlag). Die Rezensentin sucht nach den Themen und Bildern der mit den beiden Bänden vorgelegten Gedichte und findet sie zum einen in der Liebe und in der "Qual und Lust des Schreibens und Sprechens," zum andern in der, wenngleich domestizierten, Natur. Fasziniert scheint Löhndorf von der Art der Texte, zugleich preiszugeben und zu verhüllen, einfach zu beginnen und, wie sie's formuliert, schnell auf unzugängliche Pfade zu führen. Dass der Autor zudem den "gehobenen Ton" wagt und ihn auch souverän zu halten versteht, sich dennoch eines "eher fragenden und tastenden" Gestus' bedient - "inmitten der zeitgenössischen Lautheit," findet Löhndorf, das sei ein Gewinn.
Alfred Kolleritsch, 1931 in der Südsteiermark geboren, war Lehrer (Philosophie und Deutsch) in Graz, Mitgründer und - von 1969-95 - Präsident des Forum Stadtpark und gibt seit 1960 die Literaturzeitschrift "manuskripte" heraus, in der er sich seit nunmehr 40 Jahren für die Literatur und die Schriftsteller und gegen jede - auch ästhetische - Erstarrung und Fest-Schreibung einsetzt.§Seit seinem ersten Buch 1972 veröffentlichte er mehrere Gedichtbände, Essays, ein Theaterstück, Erzählungen und die Romane "Die Pfirsichtöter" (1972), "Die grüne Seite" (1974) und "Allemann" (1989).
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