Die Therapeutin - Grebe, Camilla; Träff, Åsa
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Camilla Grebe Åsa Träff 

Die Therapeutin

Roman. Deutsche Erstausgabe

Übersetzung: Hildebrandt, Christel
Broschiertes Buch
 
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Die Therapeutin

Es hätte ein Idyll sein können ...
Alles nur Einbildung oder echte Bedrohung? Siri Bergmann arbeitet als Psychotherapeutin in einer kleinen Gemeinschaftspraxis mitten in Stockholm. Sie ist den Umgang mit seelischen Abgründen und schmerzhaften Geheimnissen gewohnt. Es ist ihr täglich Brot. Doch im Moment hat sie vor allem mit sich selbst zu kämpfen. Seit ihr Mann bei einem Tauchgang vor einem Jahr tödlich verunglückt ist, lebt sie vollkommen abgeschieden in einem kleinen Haus am Meer. Trotz ihrer panischen Angst vor der Dunkelheit will sie sich beweisen, dass sie mit dem Alleinsein zurechtkommt. Dass sie sich beobachtet fühlt, bildet sie sich vielleicht nur ein. Dass ihre Katze nicht mehr auftaucht, hat wahrscheinlich nichts zu bedeuten. Aber als sie eines Morgens beim Schwimmen im Meer auf die Leiche einer Patientin stößt, nimmt der Alptraum Gestalt an: Hat Siri als Therapeutin versagt - oder will jemand ihr Leben zerstören?


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 432 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 431
  • btb Bd.74183
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 121mm x 33mm
  • Gewicht: 358g
  • ISBN-13: 9783442741830
  • ISBN-10: 3442741831
  • Best.Nr.: 31381901
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Siri ist Angstherapeutin - und fürchtet sich selbst unsagbar vor der Dunkelheit. Trotzdem harrt sie nach dem Tod ihres Mannes allein in dem abschiedenen Häuschen am Meer aus. Nur Kater Ziggy, massig eingeschaltete Lampen und ein paar Glas Wein zuviel erhellen ihre dunklen Stunden. Freundin Aina fleht Siri an, sich endlich den eigenen Problemen zu stellen. Doch diese müssen erst bedrohliche Formen annehmen, bevor die junge Witwe handelt. Eine ihrer Patientinnen treibt tot im Meer vor ihrem Haus, eine andere erhält unangenehme Post, und Siri fühlt sich plötzlich auf sehr ungute Weise nicht mehr allein ... Den schwedischen Schwestern Camilla Grebe und Åsa Träff ist mit ihrem Debüt ein furioser Psychothriller gelungen, leise, tiefschürfend und grauenhaft. Fast jeder, mit dem Siri zu tun hat, macht sich verdächtig, und die subtile Spannung zerreißt einen fast beim Lesen - vor allem, weil die Psychologin keinerlei Anstalten macht, in die Ermittlerrolle zu schlüpfen und Krimiklischees so fast gänzlich umschifft werden. (kab)

"Schwedische Kriminalromane sind fast immer auch bissige Kommentare zum Zustand der Gesellschaft. Das gilt für die Urväter skandinavischer Hochspannung Sjöwall/Wahlöö genauso wie für Henning Mankell. Grebe und Träff haben dagegen ein reduziertes, dichtes Kammerspiel geschaffen, dessen Handlung in allererster Linie um die Gedanken und Ängste der Hauptdarstellerin kreist: Ein Mangel ist das nicht, eher eine erfrischende Abwechselung im manchmal drögen Krimi-Alltag Skandinaviens."

"Nervenzerreißend spannend, verdammt gut geschrieben!" Aftenposten

"Schwedische Kriminalromane sind fast immer auch bissige Kommentare zum Zustand der Gesellschaft. Das gilt für die Urväter skandinavischer Hochspannung Sjöwall/Wahlöö genauso wie für Henning Mankell. Grebe und Träff haben dagegen ein reduziertes, dichtes Kammerspiel geschaffen, dessen Handlung in allererster Linie um die Gedanken und Ängste der Hauptdarstellerin kreist: Ein Mangel ist das nicht, eher eine erfrischende Abwechselung im manchmal drögen Krimi-Alltag Skandinaviens."
Camilla Grebe und Åsa Träff sind Schwestern, aufgewachsen in Älvsjö in der Nähe von Stockholm. Der Roman "Die Therapeutin" war ihr erstes Gemeinschaftsprojekt, fast zwangsläufig entstanden aus ihrer Liebe zur Kriminalliteratur. Camilla, geboren 1968, lebt in Stockholm mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Dalmatiner. Sie ist studierte Betriebswirtin, hat den Hörbuchverlag "StorySide" gegründet und betreibt ein Beratungsunternehmen. Åsa, geboren 1970, lebt in Gnesta mit ihrem Mann und zwei Kindern. Sie arbeitet als Psychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie und betreibt in Stockholm mit drei Kollegen eine Gemeinschaftspraxis, die sich auf Angststörungen und neuropsychologische Störungen spezialisiert hat.

Leseprobe zu "Die Therapeutin" von Camilla Grebe; Åsa Träff

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Leseprobe zu "Die Therapeutin" von Camilla Grebe; Åsa Träff

November (S. 170-171)

Wir sitzen in meinem Wohnzimmer, Aina, Vijay und ich. Draußen ist es dunkel, und einer der ersten richtigen Herbststürme rast über Stockholm. Zweige schlagen gegen die Fensterscheiben in meinem Schlafzimmer. Ich habe den kleinen gusseisernen Kaminofen in einer Ecke des Wohnzimmers angezündet. Vor den Fenstern stehen drei Umzugskartons, gepackt mit dem Allernötigsten. Ich habe mich schließlich doch entschlossen, aufzugeben und will versuchen, einen vorübergehenden Wohnraum zu finden, bis Saras Mörder gefasst ist.

Meine Freunde sind zufrieden mit meinem Entschluss. Ich dagegen fühle mich ein wenig wie ein Kind, das angesichts der unermüdlichen Argumente der Eltern widerstrebend kapituliert hat. Ein Teil von mir möchte am liebsten gegen all das opponieren. Gegen alle, die der Meinung sind, dass ich diejenige bin, die ihr Leben ändern soll.

Gegen den Mann ohne Gesicht, dem es schließlich gelungen ist, mich von hier zu vertreiben. Wir kichern, essen Popcorn und Mezes, die ich in den Söderhallen gekauft habe, trinken dazu Rotwein. Für meine Gäste habe ich ein paar Flaschen richtig guten Chianti gekauft. Alles wird auf dem Teppich serviert. Aber unter dem fröhlichen Äußeren gibt es einen ernsten Unterton. Wir sind zusammengekommen, um über das Geschehene zu sprechen, und natürlich weil wir hoffen, dass Vijay uns vielleicht helfen könnte. Aina zündet sich eine Zigarette an. Ich sehe, dass sie beschwipst ist, erkenne es an der Art ihrer Bewegungen und allein wegen der Tatsache, dass sie raucht. »Also, Vijay, was wissen wir über diesen Typen?«, beginnt Aina und nimmt einen tiefen Zug.

»Was wir wissen - wir müssen unterscheiden zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir glauben …Was wir wissen: dass der Mörder detaillierte Kenntnisse von eurer Praxis und euren Patienten hat und dass er weiß, wo du wohnst, Siri. Und wo Charlotte Mimer wohnt. Was wir glauben: dass er ein Mann mittleren Alters ist, dass er mit Saras Freund identisch ist, dass er psychisch gestört ist und dir aus irgendeinem Grund schaden will, Siri. Weiter wissen wir, dass er eine Art Vater-Tochter-Beziehung zu Sara hatte oder haben wollte, dass er eine Tochter hat, die Sara vielleicht in irgendeiner Art und Weise ähnlich ist…

Marianne war ihm höchstwahrscheinlich auf der Spur, und vielleicht war er derjenige, der sie daran gehindert hat, das zu erzählen, was sie wusste.« »Ein eiskalter Teufel, wie du gesagt hast, Vijay. Erinnerst du dich?« »Mhm, er sieht uns als Spielsteine in seinem Spiel. Er hat Sara geopfert, um an dich ranzukommen, Siri.« Vijay verstummt, und wir sitzen schweigend auf dem Teppich im Wohnzimmer. Ich höre, wie die Wellen sich draußen an den Klippen brechen und der Wind über die Schären fegt. Der Sturm ist da, denke ich. Ich schließe für eine Weile die Augen und stelle dann die Frage, die mich schon so lange beschäftigt: »Ein böser Mensch? Ist er das?« Ich sehe Vijay fragend an.

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Kundenbewertungen zu "Die Therapeutin" von "Camilla Grebe; Åsa Träff"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** sehr gut)
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(2)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
 
(1)
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Bewertung von dieEule aus Braunschweig am 01.08.2011 ***** weniger gut
Der Klappentext ließ mehr erwarten, als das Buch zu bieten hat. Ich fand zwar die (zugegebener Maßen ganz persönliche) Erkenntnis bestätigt, dass Therapeuten häufig sehr dringend selbst therapiert werden sollten, aber ansonsten? Von der Story her interessant angelegt, auch die Einblicke in die Psychotherapie recht interessant, aber unspannend. Ganz besonders nervig fand ich, dass im Verlauf der Handlung eine Person als Täter aufgebaut wird, der für den bewußten Krimileser offensichtlich nicht der Täter sein kann (und ist). Die Handlungsweise der Hauptprotagonistin ist über weite Strecken der Handlung nur schwer nachvollziehbar. Insgesamt ein weniger guter Thriller, der mich davon abhalten wird, weitere Bücher der Autorinnen zu erwerben.

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Bewertung von Praxedes aus Gießen am 26.07.2011 ***** ausgezeichnet
Spitzenklasse ! Tolle Story und ungemein gut und stimmig geschrieben. Ich bin schon ganz gespannt auf die Folgebände.

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Bewertung von NiliBine70 aus Duisburg am 27.02.2011 ***** ausgezeichnet
Feines Grauen
Eine Therapeutin, die es selbst eigentlich am dringendsten braucht, therapiert zu werden… Das war mein erster Eindruck nach einigen Seiten. Und dieser Eindruck hat sich mehr und mehr verstärkt. Allerdings hat der Täter im Buch das schamlos ausgenutzt…
Siri lebt auf dem Land, in dem Haus, wo sie mit ihrem verstorbenen Mann gelebt hat und hat mit den Geistern ihrer Vergangenheit mehr als zu kämpfen. Sie arbeitet weiterhin als Psychotherapeutin in einer Gemeinschaftspraxis in Stockholm, mit einer lebensfrohen Kollegin und Freundin und einem Kollegen, der als notorischer Weiberheld daherkommt und auch vor seinen Kolleginnen nicht halt macht.
Bedingt durch ein Erlebnis in ihrer Kindheit hat sie panische, ja krankhafte Angst vor der Dunkelheit und das macht ihr ein entspanntes Leben in der Abgeschiedenheit schier unmöglich. Aber dort wegziehen, das kann sie auch nicht.
Dann verschwindet ihre Katze und ihr kommt es vor, als werde sie beobachtet. Aber sie redet sich lange Zeit ein, dass sie sich das nur einbildet, bedingt durch die Lage ihres Häuschens und ihrer Ängste.
Doch dann wird eine ihrer schwierigsten Patientinnen tot im Wasser in der Nähe ihres Hauses gefunden und Siri plagen Versagensängste. Sie glaubt, sie habe ihre Patientin in den Freitod getrieben.
Auch die Ermittlungen, die von einem Team aus einem attraktiven jungen Polizisten und einer Ermittlerin durchgeführt werden, zeigen deutlich in diese Richtung. Doch kommen nach und nach Zweifel auf.
Das Buch hat oftmals einen sehr klinischen Ton, ich denke, bedingt dadurch, dass eine der Autoren-Schwestern selbst in dieser Branche tätig ist, man merkt einfach, dass da eine Fachfrau geschrieben hat. Nichtsdestotrotz ist die Bedrängnis, in der Siri sich befindet, ungemein deutlich spürbar. Ich würde diesen Thriller als „fein“ bezeichnen. Der „Thrill“ kommt auf leisen Sohlen daher, trifft einen aber unvermittelt hart und steigert sich fast unmerklich ins Atemlose. Sehr subtil gemacht und damit etwas für Leute, die nicht zwingend viel Blut und Action brauchen, um auf ihre Kosten zu kommen. Mir hat „Die Therapeutin“ auf jeden Fall ungemein gut gefallen und ich hoffe auf mehr von dem Geschwisterpaar!

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