Die Stunde der Erben / Sturmzeit Bd.3 - Link, Charlotte

Charlotte Link 

Die Stunde der Erben / Sturmzeit Bd.3

Roman

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Die Stunde der Erben / Sturmzeit Bd.3

Frankfurt in der Nachkriegszeit: Im Deutschland des Wirtschaftswunders muss Alexandra als Unternehmerin in die Fußstapfen ihrer starken Großmutter treten. Sie wagt alles - und verliert. Doch das Erbe Felicias lässt sie einen Neuanfang wagen

Ihre große Sturmzeit-Trilogie jetzt im Blanvalet-Taschenbuch!
Deutschland in den 1970er Jahren. Die junge Alexandra Marty hat viel von ihrer Großmutter Felicia geerbt vor allem deren Realitätssinn und die Fähigkeit zu pragmatischem Handeln. Als sie jedoch gegen ihren Willen das Erbe Felicias antreten muss, setzt sie alles auf eine Karte ... und verliert.


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 540 S.
  • Seitenzahl: 544
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37418
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 119mm x 47mm
  • Gewicht: 424g
  • ISBN-13: 9783442374182
  • ISBN-10: 3442374189
  • Best.Nr.: 26238151
Die Schriftstellerin Charlotte Link versteht es prachtvoll, Lebenslinien zu einem Spannungsnetz zu verknüpfen. GONG

"Die Schriftstellerin Charlotte Link versteht es prachtvoll, Lebenslinien zu einem Spannungsnetz zu verknüpfen."

"Die Schriftstellerin Charlotte Link versteht es prachtvoll, Lebenslinien zu einem Spannungsnetz zu verknüpfen."
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre psychologischen Spannungsromane sind internationale Bestseller, auch Der Beobachter eroberte wieder auf Anhieb den Spitzenplatz der SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 20 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen werden im Fernsehen mit enorm hohen Einschaltquoten ausgestrahlt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

Leseprobe zu "Die Stunde der Erben / Sturmzeit Bd.3"

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Leseprobe zu "Die Stunde der Erben / Sturmzeit Bd.3"

"IV. BUCH 1988-1991 (S. 318-319)

1

Chris hatte vor langer Zeit aufgehört, in jeder Frau, die sein Interesse weckte, nach Simone zu suchen. Er wußte, daß er sich nicht für den Rest des Lebens auf diese Weise blockieren durfte, und versuchte, Unbefangenheit und Offenheit wiederzufinden. Es fiel ihm unendlich schwer. Dieses Mädchen aber, das ihm da gegenübersaß, hatte wirklich etwas von Simone. Dieselbe kleine, zierliche Figur, das spitze, blasse Gesicht, eine Fülle langer, dichter Haare - dunkelbraun allerdings, nicht blond. Auch die Art zu sprechen erinnerte Chris an Simone; sehr schnell, begleitet von einer ausgeprägten Mimik und lebhaften Gestik.

Das Mädchen trug Jeans, Turnschuhe und ein blau-weiß gestreiftes Sweatshirt. Die Sekretärin hatte sie als Laura Marelli angemeldet. Chris schätzte Laura auf höchstens achtzehn Jahre. »Das Problem ist«, sagte sie gerade, »daß wir kaum Geld haben. Sagen Sie es also lieber gleich, wenn Sie vorhaben, horrende Honorarforderungen zu stellen.« Chris lachte. »Wer immer Ihnen meine Adresse genannt hat, er hat Ihnen sicher auch gesagt, daß ich für beinahe nichts arbeite, wenn ich hinter einer Sache stehe und der Klient Zahlungsprobleme hat.« Laura nickte. »Ja. Aber das könnte sich geändert haben inzwischen.«

»Ich hätte es jedenfalls dringend nötig, das zu ändern«, gab Chris zu, »wissen Sie, ich arbeite etwa sechzehn Stunden am Tag, einschließlich Wochenende, und komme trotzdem nur gerade so über die Runden.« »Dafür können Sie von sich sagen, daß Sie Ihre Überzeugung nie verraten haben. Sie sind der Anwalt von Umweltschützern, Grünen und Linken. Wie viele in Ihrem Alter sind das noch? Die meisten sind längst korrumpiert - von Geld und Macht und der Sehnsucht nach dem guten Leben!«

»Aber sie haben ein paar Sorgen weniger als ich«, sagte Chris. Manchmal war er es leid, sich immer nur das Nötigste leisten zu können. Er hatte sehr gute Examen gemacht und früh promoviert, und es wäre ihm ein leichtes gewesen, sich in einer reichen und renommierten Frankfurter Kanzlei zu etablieren. Statt dessen machte er sein eigenes Büro auf, mietete eine Vierzimmerwohnung im Westend, trennte zwei Zimmer ab und richtete sich dort als Anwalt ein.

Obwohl die Wohnung ziemlich heruntergekommen war, verlangte der Besitzer eine gesalzene Miete. Chris hatte daher zuerst versucht, eine Sekretärin einzusparen, aber die Arbeit war ihm so über den Kopf gewachsen, daß er schließlich im Durchschnitt auf knapp zwei Stunden Schlaf pro Nacht kam. Es war nur eine Frage der Zeit, wann er zusammenklappen würde. Also hatte er Birgit eingestellt, eine atemberaubend häßliche Frau von vierzig Jahren, die ihren Beruf zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht hatte. Sie arbeitete zuverlässig, schnell und emsig, und für ihren Chef hätte sie sich zerreißen lassen.

Was sie anging, war Chris seinem Schicksal von Herzen dankbar, aber ansonsten hatte er das Gefühl, nicht mehr lange so weitermachen zu können. Er verteidigte hauptsächlich Leute aus der grünen Szene, viele Umweltschützer, Leute, mit deren Überzeugung er sympathisierte. Die meisten konnten jedoch so gut wie nichts bezahlen. Er hatte einen monatelangen, aufwendigen Prozeß geführt, in dem er Gegner des Baus der Startbahn West am Rhein-Main-Flughafen vertrat, und am Ende hatte er achthundert Mark dafür bekommen. Das deckte kaum die Unkosten. In diesem Spätsommer 1988 war Chris fast fünfunddreißig Jahre alt, und er fragte sich immer öfter, ob er mit vierzig auch noch so dasitzen würde wie heute."

Kundenbewertungen zu "Die Stunde der Erben / Sturmzeit Bd.3"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von JED aus Berlin am 09.06.2011 ***** gut
Die Stunde der Erben" ist der 3. Teil der Sturmzeit-Trilogie und für mich der schwächste. Obwohl er durchaus das Potential gehabt hätte, eine weitere interesante Seite der deutsch-deutschen Entwicklung zu beleuchten (Aufbaujahre, Wirtschaftswunder, RAF), schneidet Charlotte Link vieles diesmal nur an bzw. lässt es ganz weg.

Tatsächlich setzt der Roman nur kurz in den 50ern ein, um gleich wieder ein Sprung in die 70er zu machen. Dadurch wird man aufeinmal mit Figuren konfrontiert, die vorher überhaupt keine Rolle gespielt haben (da nicht geboren), während andere, die im 2. Teil noch jung und im Mittelpunkt waren, aufeinmal recht alt sind und eher Randfiguren. Dieser Sprung war für mich überhaupt nicht nachzuvollziehen. Zudem wurden einige Figuren überhaupt nicht mehr erwähnt (Phillip in Frankreich oder Anna in Texas nur ganz kurz), während andere dazu kamen, die nichtmal im entferntestsen mit der Famlie Felicias zu tun haben (warum das?).

Zumal es dabei auch nicht bleibt. Immer wieder überspringt die Autorin nun enige Jahre, um schließlich im Schicksaljahr 1989 anzukommen. Dabei werden all die politischen Ereignisse, die in den ersten beiden Bänden noch so stark mit der Familiengeschichte verwoben waren, nur angedeutet, aber nicht mehr wirklich "gelebt".

Die Autorin deutet an einer Stelle an, dass Alter für Felicia vor allem bedeutet, dass sie niemanden mehr hat, mit dem sie ihre Erinnerungen teilen kann. Dafür werden diese dem Leser dafür umso häufiger um die Ohren gehauen. Gab es wirklich nichts anderes mehr, worüber sich zu schreiben gelohnt hätte?

Offenbar nicht, denn nun müssen mangels Kriegen offenbar Alkohol, Krebs, Autounfälle u.ä. zur Dezemierung der Familie herhalten.

Zwar endet das Buch letztlich wieder mit Lullin (und auch dem Tod Felicias), aber richtig bewegt haben mich diese Seiten nicht mehr. Zumal sie mir zum Teil auch nicht besonders gut recherchiert schienen (Jeans in der DDR? 11jährige in der FDJ?). Allen voran die "systemtreue" Tochter von Julia (Enkelin von Nicola), die sich mit Händen und Füßen gegen die Flucht in den Westen wehrt. Sorry, aber für ein Kind in dem Alter war der Westen doch vor allem Barbie, Snickers und die BRAVO und damit das gelobte Land.
Wirklich indoktriniert war doch Ende der 80er keiner mehr.

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Bewertung von Grumi aus München am 22.03.2010 ***** ausgezeichnet
Und zum Schluss der Trilogie die Krone! Einfach spannend und fast geheult nach so viele Seiten mit der Lebensgeschichte von Felizia

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