Die Stille nach dem Schrei - Sammer, Isolde
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Isolde Sammer 

Die Stille nach dem Schrei

Psychothriller. Originalausgabe

Broschiertes Buch
 
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Die Stille nach dem Schrei

Sie sucht die Wahrheit.
Sie findet das Böse.

Irenes Leben wird zum Albtraum, als ihr Sohn Jonas gewaltsam ums Leben kommt. Der Täter: Irenes siebzehnjähriger Stiefsohn Martin. Die Tat: im Affekt. Angeblich wurde Martin Zeuge, wie Jonas einen kleinen Jungen ermordete. Auch behauptet Martin plötzlich, von seinem eigenen Vater jahrelang missbraucht worden zu sein. Das Gericht spricht Martin frei, doch Irene zweifelt an seiner Version. Sie will die Wahrheit um jeden Preis herausfinden. Erst recht, als Martin die Abiturientin Tina in seinen Bann zieht. Denn Irene ahnt, wozu ihr Stiefsohn fähig ist...


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 399 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 400
  • rororo Taschenbücher Nr.25370
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 115mm x 30mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783499253706
  • ISBN-10: 3499253704
  • Best.Nr.: 29878504
Isolde Sammer arbeitet seit Jahren erfolgreich als Drehbuchautorin, u. a. für «Tatort», «Bella Block», «Die Kommissarin», «Eurocops», «Ein Fall für zwei» und «Der Fahnder». Die Autorin lebt mit ihrem Mann in Hamburg.

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Kundenbewertungen zu "Die Stille nach dem Schrei" von "Isolde Sammer"

10 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.2 von 5 Sterne bei 10 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(3)
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Bewertung von Mel.E aus L. am 08.10.2011 ***** ausgezeichnet
Hast du schon einmal .......


etwas über Emphatie gehört? Für mich war es etwas völlig unbekanntes und ich muss sagen, es ist etwas, was mir mich komplett durcheinander bringt, denn ich bin jemand der Mitleid, Liebe und alles andere, was Gefühle betrifft sehr gut empfinden und manchmal vielleicht auch zu stark. Martin, dessen Geschichte hier in diesem Buch beschrieben wird, ist jemand, der nichts empfindet, obwohl doch, in den Augenblicken wo er mordet und zusieht, wie sein Gegenüber seinen letzten Atemzug aushaucht, dann empfindet er sexuelle Befriedigung. Ich muss sagen, daß diese Rolle sehr gut rübergekommen ist und mir auch echt Angst gemacht hat, denn ich fand es stellenweise so abartig und widerlich, daß ich das Buch am liebsten zur Seite gelegt hätte. Tanja ist völlig blind, was Martin betrifft oder will sie nicht sehen, in was für eine Bestie sie sich verliebt hat? Martin ist einer der wenigen Menschen, die ihr Zuneigung gezeigt haben und daher steht sie z.B solange vor der Haustür, des Hauses wo Martin wohnt, bis er sie entdeckt. Sie entwickelt sich regelrecht zu einer Stalkerin und hilft Martin lediglich dabei seine Ziele weiterhin zu verfolgen und dabei unentdeckt zu bleiben. Fast zu spät entdeckt sie wer Martin wirklich ist, aber ob sie das retten wird?

Gruselig, spannend, abstossend, so muss ein Thriller sein! Von mir eine echte Leseempfehlung für "Die Stille nach dem Schrei!"

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Bewertung von bookorpc aus Kumhausen am 29.05.2011 ***** ausgezeichnet
Der erste Roman, Die Stille nach dem Schrei, der Drehbuchautorin Isolde Sammer hat mich total begeistert.

Inhalt: Jonas und Joey sind tot, aber wer ist dafür verantwortlich? Martin, der Halbbruder von Jonas wird wegen Totschlags an ihm verurteilt. Er behauptet Jonas habe Joey getötet und er hätte ihn nicht mehr aufhalten können. Des weiteren beschuldigt er seinen Vater ihn missbraucht zu haben. Irenes Welt wird durch die Aussagen ihres Stiefsohnes Martins in ihren Grundfesten zerstört. Sind die Anschuldigung wahr? Sie glaubt es nicht und auch Hanno Schneider, der Ermittler im Fall Scheune hat trotz des Urteils seine Zweifel. Daran ändert sich auch nicht als Martin eine Freundin, Tina hat. Eher steigt dadurch die Angst vor weiteren Taten.

Meine Meinung: Eine spannender Thriller auf seine eigene Art. Täter und Tathergang sind eigentlich ab der ersten Seite klar. Aber die Ausmaße von Martins perversen Neigungen kaum erahnbar bzw. vorstellbar. Man liest im Buch die verschiedenen Sichten: Martin, Irene, Hanno und Tinas Aufzeichnungen an Hanno Schneider für ihren Bruder Benny. Dadurch werden manche Ereignisse doppelt, aber aus verschiedenen Perspektiven erläutert. Auch Gudrun, Martins Oma gibt Erinnerungen preis. Dadurch ergibt sich eine Menge an Informationen, die nicht dazu dienen, den Täter zu überführen sondern sein weiteres Vorgehen zu erahnen bzw. seine Tat zu begründen. Der Schreibstil hat mich gefesselt aufgrund der Vielfältigkeit der Charakter und die Art wie sie umgesetzt werden. Zum Beispiel fand ich Tinas Aufzeichnungen sehr jugendlich. Kommentare wie ” Fand ich total süß von ihm.” weil Martin keine Horrorfilme anschaut, da Tina diese nicht mag; geben ihrem Part, die Leichtigkeit und Naivität, die es braucht um zu verstehen, wieso sie immer tiefer in die Sache rutschte. Martins Part ist voller Provokation, die mich während des Lesens wütend machte.
Fazit: Wer gerne den Täter ermittelt und Hypothesen aufstellt über den Tathergang, der könnte von diesem Buch enttäuscht werden. Wenn man aber Interesse an den Abgründen menschlicher Psyche hat, sollte man es lesen, vielleicht sind einige Details übertrieben, aber leider vieles real, dafür muss man nur die Zeitung aufschlagen….

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Bewertung von coffee2go aus Österreich am 30.11.2010 ***** sehr gut
Kurze Inhaltszusammenfassung:
Irene lebt in einem Albtraum: Ihr 19jähriger Stiefsohn Martin tötet ihren Sohn Jonas im Effekt, doch Irene zweifelt sehr an seiner Unschuld. Irene möchte dies beweisen und ist auch dann noch von seiner Schuld überzeugt, als ihr Stiefsohn behauptet von seinem Vater missbraucht worden zu sein. Irene begleitet selbst die Aufrollung des Falles gemeinsam mit Kommissar Schneider.

Meine Meinung zum Buch:
Ziemlich am Anfang des Buches hatte ich leichte Schwierigkeiten mich in die einzelnen Charaktere hineinzulesen, da bis auf Tina, die Charaktere erst nach und nach genauer beschrieben wurden. Gut gefallen hat mir der Wechsel der Erzählperspektiven, vor allem die Sichtweise von Tina hat mich sehr berührt: Tina, die hin- und hergerissen war zwischen der Liebe zu ihrem kleinen Bruder und der Verehrung von Martin, für den sie fast alles zu tun bereit und dem sie gehörig war. Was im Laufe des Buches passieren wird, war eigentlich aufgrund der Inhaltsangabe und aufgrund der ersten Seiten im Buch schon relativ klar, trotzdem konnte die Spannung aufrecht erhalten werden.

Cover und Titel:
Das Cover mit dem Auge darauf, in dem eine Spiegelung abgebildet ist finde ich sehr ansprechend und originell gestaltet und auch der Titel ist stimmig mit dem Inhalt des Buches.

Fazit:
Ein äußerst gelungener Psychothriller, vor allem für ein Erstlingswerk erstaunlich ausgefeilte Ideen.

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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 22.10.2010 ***** sehr gut
Was macht einen gelungenen Thriller aus? Dass man bis zum Schluss mitfiebert, wer der Bösewicht ist? Die Suche nach der Wahrheit, der Auflösung des Falles?
Dann dürfte 'Die Stille nach dem Schrei' kein gelungener Thriller sein, denn hier weiss man fast von Beginn an, wer der Übeltäter ist. Doch das Buch ist alles andere als langweilig. Martin, 19, hat seinen 14jährigen Halbbruder aus einer Art 'Notwehr' heraus erschlagen, weil dieser angeblich einen zehnjährigen Jungen mißhandelt und getötet hatte. Das Gericht glaubt seiner Version und so ist Martin kurz darauf wieder auf freiem Fuß. Irene, seine Stiefmutter, hat Zweifel an dieser Geschichte und beginnt mit eigenen Nachforschungen. Nicht nur weil sie eine weitere ähnliche Tat auf jeden Fall verhindern will, sondern auch um die komplette Wahrheit zu erfahren, was wirklich damals geschah.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven: Zum einen Irenes, die nicht mehr weiß was sie glauben soll und der die Zweifel neben dem Verlust ihres Kindes beinahe jeden Lebensmut rauben. Doch ihr Wille, die Gewissheit über die tatsächlichen Geschehnisse zu erhalten ist stärker und so beginnt sie ihre Suche nach der Wahrheit. Dann gibt es Tina, eine 18jährige Abiturientin, die sich rückhaltlos in Martin verliebt, der beginnt sie nach seinen Vorstellungen zu formen. Sie schildert im Rückblick ihre fast schon krankhafte Besessenheit von diesem jungen Mann, ihre Verweigerung der Realität ins Auge zu blicken und man bekommt eine gute Vorstellung davon, was in ihr vorging. Und es gibt Hauptkommissar Schneider, der ebenfalls Zweifel an der Aussage Martins hegt und befürchtet, er könnte ein weiteres Mal zuschlagen. Zuguterletzt erhält man Einblick in die Gedankenwelt Martins, die keinen Zweifel daran lässt, dass hier ein Psychopath am Werke ist.
Ich fand es packend zu verfolgen, wie sich langsam die Spannung aufbaut, die eine Seite darauf abzielt ein neues Verbrechen zu begehen, während andererseits gleichzeitig alles unternommen wird, genau dieses zu verhindern. Die Personen sind komplex und weitestgehend klischeefrei dargestellt, vielleicht fast etwas zu viel des Guten (auch Klischees sind irgendwann einmal aus einem bestimmten Grund entstanden :-)). So blieb für mich insbesondere die Figur der Irene etwas unnahbar, obwohl ihre Perspektive neben Tinas am ausführlichsten dargestellt wurde.
Alles in allem ein Thriller, der spannend und gut unterhält - nicht mehr und nicht weniger.

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Bewertung von Tintenherz aus Kronshagen am 29.08.2010 ***** gut
Seelenlos


"Die Stille nach dem Schrei" von Isolde Sammer
erschienen im Rowohlt Taschenbuchverlag, Seitenanzahl: 399


Inhalt:

Martin Werneck lernt Tina Mahlbach in der Schule kennen. Er beschützt sie vor zwei Mitschülern, küsst sie und verschwindet wieder aus ihrem Leben. Nach 4 Jahren sieht Tina im Fernsehen die Festnahme ihres Martins. Er soll seinen 14jährigen Halbbruder Jonas getötet haben, weil er Jonas beim Mord an einem Jungen überrascht hat. Martin wird aber vom Gericht freigesprochen. Die Stiefmutter von Martin, Irene Werneck, Jonas Mutter, ist aber überzeugt davon, dass Martin beide Kinder umgebracht hat und versucht mit Hilfe der Polizei ihm auf die Spur zu kommen.


Autorin:

Isolde Sammer arbeitet seit Jahren erfolgreich als Drehbuchautorin u. a. für "Tatort", "Bella Block", "Die Kommissarin", "Eurocops", "Ein Fall für zwei" und "Der Fahnder". Sie lebt mit ihrem Mann in Hamburg.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Das Buchcover ist aufregend gestaltet. Es ist mit "Blut" verschmiert und mit erhabener Schrift versehen. Es fällt sofort ins Auge.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich zu lesen.
Die Geschichte wird abwechselnd von Martin, Tina und Irene aus deren Perspektive erzählt. Das macht das Buch lebendig.
Die Person des psychotischen Martin wird bildlich beschrieben. Die Gefühlskälte und das Machtgefühl des Psychopathen wird gut herausgearbeitet. Für meinen Geschmack wird etwas zu viel auf den Protagonisten eingegangen, was das Buch manchmal etwas langatmig lesen lässt. Der Spannungsbogen kann nicht aufrechterhalten werden.


Fazit:

Gute Geschichte, klasse herausgearbeitet, aber doch an einigen Stellen etwas langweilig. Kein Super-Thriller, aber dennoch lesenswert.

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Bewertung von horrorbiene am 29.08.2010 ***** sehr gut
Martin wurde kurz vor seinem Abitur festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Hat er seinen Bruder erwischt, als er einen anderen Jungen vergewaltigte und ihn dann im Affekt erschlagen, oder hat er selbst sich an dem Jungen vergangen und wurde dabei von seinem Bruder erwischt? So startet das Buch. Es wird jedoch sehr schnell deutlich, wie Martin tickt: Er ist pädophil, gewalttätig und ein Mörder. Doch er wird freigelassen. Wie er die nächste Zeit nach der Freilassung verbringt, das schildert das Buch.

Dabei werden mehrere Perspektiven eingesetzt: Seine Stiefmutter Irene, die stets an die Schuld von Martin glaubt; Tina, die Martin von früher kennt, sich erneut in ihn verliebte und seine Nähe sucht und zuletzt Martin selbst. Dieser Wechsel der Perspektiven ermöglicht eine interessante Sicht auf die Handlung vor allem auch auf die Gegenpartei (Tina/Martin gegen Irene). Tinas Perspektive ist als Bericht gestaltet, so dass sie von einem späteren Zeitpunkt aus ihre eigenen Handlungen beschreibt, diese versucht zu erklären und auch wertet. Dies finde ich besonders gelungen, da man so einen Eindruck ihrer Psyche bekommt.

Interessant fand ich auch, dass später im Buch Irene medizinische Fachliteratur zu Sexualstraftätern liest und so der Leser auch einen Einblick auf die fachliche Seite bekommt. Z.B. Wurde eine Studie erwähnt, die besagt, dass eine zwar geringe Prozentzahl an Männern bei einer anonymen Umfrage zugibt, pädophile Orientierung zu haben und eine noch geringere Prozentzahl auch zugibt diesem Drang nachzugeben. Wenn man jedoch die reguläre Zahl derer sieht, die dem Drang nachgeben und da ja auch nicht alle Männer gefragt wurden, ist dies schon eine ziemlich beängstigende Menge.

Der sehr einfache Schreibstil ermöglicht das Buch selbst in einem Rutsch durchzulesen. Aufgrund der Perspektivwechsel möchte man immer weiter lesen, um zu wissen, wie es weitergeht. Doch auch wenn das Thema an sich sehr schockierend ist, so wirklich "gethrillt" habe ich mich nicht gefühlt, was vielleicht daran liegt, das die heiklen Passagen von Tina berichtet wurden und man sich nicht mit ihr erlebt hat. Das macht jedoch gar nichts, da der Einblick in diese fremde Welt und der Psyche wirklich sehr interessant war. Ich finde dieses Buch gelungen und kann es guten Gewissens weiterempfehlen.

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Bewertung von Nijura am 21.08.2010 ***** sehr gut
Ein heikles Thema

Martin, Irene's Stiefsohn, steht vor Gericht, weil er Irenes Sohn Jonas erschlagen hat, das steht ohne Zweifel fest. Doch ob das Motiv Notwehr war, weil Jonas einen angeblich einen anderen Jungen ermordet hat, daran zweifelt sowohl Irene als auch wir als Leser. Allerdings hat sie Furcht, dass an den Behauptungen die Martin aufstellt, Missbrauch durch ihren Mann, etwas dran sein könnte. Hat sie nicht genug aufgepasst, ist ihr so etwas Schreckliches wirklich entgangen oder lügt Martin?

Sie versucht herauszufinden was wirklich geschah und arbeitet deshalb eng mit Hauptkommissar Schneider zusammen, der auch an Martin's Geschichte seine Zweifel hat.

Tina ist Martin schon vor Jahren begegnet, als er ihr aus einer brenzligen Situation mit zwei Jungen herausgeholfen hat und sie anschließend leidenschaftlich küsste. Der Kontakt verlor sich danach rasch. Durch den Prozess wird Tina wieder auf Martin aufmerksam und sucht nach dessen Freilassung den Kontakt zu ihm. Er lässt sich auf Tina ein und die beiden werden ein Paar. Jedoch durchschaut Tina Martins perfides Spiel mir ihr erst, als es zu spät ist. Da hat Martin schon ein Auge auf Tinas Bruder Benny geworfen...

Die Geschichte wird aus der Sicht von Zuschauer, Irene, Martin und in der Ich-Perspektive von Tina wiedergegeben. Dadurch kann man die Begebenheiten gut nachvollziehen. Auch ist schon ziemlich am Anfang des Buches klar, wer der Täter ist. Dies ist von der Autorin so gewollt. Ab dem 4.ten Viertel wird das Buch sehr spannend.

Alles in allem ein gutes Buch, empfehlenswert!

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Bewertung von evelynmartina am 20.08.2010 ***** sehr gut
„Die Stille nach dem Schrei“ ist kein Psychothriller im herkömmlichen Sinne. Es geht nicht darum, den Täter aufzuspüren, denn wer der Täter ist, erkennt der Thriller-Kenner schon recht bald. Die Handlung nimmt ihren vorhersehbaren Lauf, was aber der Dramatik keinen Abbruch tut. Erlebnisse aus Vergangenheit und Gegenwart werden geschickt miteinander verbunden, so dass langsam ein komplettes Bild entsteht. Hinter allem steht in erster Linie die Frage nach dem Warum und Wieso.
Der Roman setzt sich aus 2 Handlungssträngen zusammen. In normaler Erzählform wird das Geschehen um Martin, seine Stiefmutter und den Kommissar geschildert, in Ich-Form verfasst Tina Aufzeichnungen, in denen sie ihre Sichtweise und Gefühlswelt auszudrücken versucht. Der so gestaltete Aufbau erzeugt Spannung und bewirkt, dass man sich inmitten der Ereignisse befindet und die Verhaltensweisen der Hauptfiguren größtenteils nachvollziehen, wenn auch des Öfteren nicht verstehen kann. Die Sprache ist einfach und prägnant, an manchen Stellen vielleicht zu anschaulich. Beim Lesen entsteht eine gewollt beklemmende und beängstigende Atmosphäre.
Isolde Sammer hat sich eines aktuellen und hochbrisanten Themas angenommen, nämlich das des Kindesmissbrauchs. Sie erstellt nahezu ein Psychogramm eines pädophilen Gewaltverbrechers, durchleuchtet seine Vergangenheit und hinterfragt, wie es zu solch abnormalem Verhalten kommen kann. Zudem schildert sie auf eindringliche Art und Weise die Gefühle und Gedanken der betroffenen Angehörigen, hier die von Irene, die sich intensiv mit der Frage nach ihrer eigenen Schuld beschäftigt. Mit der Person Tina gelingt es der Autorin, ein nicht unbekanntes Phänomen eindringlich und anschaulich darzustellen.
Der Thriller hat mich von Anfang an angesprochen und gefesselt. Große Überraschungen passieren zwar nicht, dafür ist die psychische Komponente der Erzählung beeindruckend und faszinierend. Das Ende ist konsequent und schlüssig, der „Ausblick“ in die Zukunft hat mich allerdings nicht überzeugt. Zudem hat mich im Verlauf des Romans die zum Glück im Keim erstickte Beziehungsgeschichte ein wenig gestört. Positiv hervorzuheben sind die offensichtlich fundierten Recherchen und die umfassende Auseinandersetzung der Autorin mit einem äußerst schwierigen Thema.

Fazit:
Das Buch hinterlässt mich innerlich aufgewühlt und nachdenklich. Die Geschichte ist sicherlich keine Lektüre für dünnhäutige Leser, jedoch sehr aufschlussreich, interessant und mit Tiefgang.
Was den Thriller zu etwas Besonderem macht, sind die gut herausgearbeiteten Charakteren und der vorhandene Bezug zur traurigen und erschreckenden Realität. Man betrachte den Fall Jürgen Bartsch und ähnlich gelagerte Fälle in jüngster Vergangenheit.
Das Erstlingswerk von Isolde Sammer ist meiner Meinung nach geglückt und lässt hoffen auf weitere Veröffentlichungen.

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Bewertung von frischling aus HTK am 17.08.2010 ***** sehr gut
Isolde Sammer, Fernsehzuschauern als Drehbuchautorin einiger Krimiserien bekannt, wagt sich in „Stille nach dem Schrei“ an ein sehr heikles und aktuelles Thema heran: Pädophilie. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis, wo er wegen Mordes an seinem Bruder einsaß, zieht Martin Werneck zurück zu seiner Stiefmutter Irene Werneck. Ungestillt ist scheinbar aber immer noch sein Verlangen - jedoch nicht nach Frauen, sondern nach Kindern, bzw. Jungs. So reagiert er scheinbar auf die Annäherungsversuche von Tina Mahlknecht, einer ehemaligen Schulkameradin, aber erst nachdem er durch Nachfragen herausgefunden hat, dass der Kindersitz auf ihrem Rad ihrem jüngeren Bruder Benny gehört. Wem gilt sein wahres Interesse nun? War er wirklich unschuldig im Gefängnis? Ist er Opfer und Täter zugleich, da er behauptet, sein Vater hätte ihn als Kind misshandelt? Tina glaubt an ihn und verliebt sich blindlings. Sie wird auch nicht wirklich misstrauisch, als er sie bittet, sich ihre Haare abzuschneiden, sich wie ein Junge zu kleiden und zu enthaaren. Erst als Martin sie um weitere merkwürdige Gefallen bittet und sich ihr immer weiter öffnet und offenbart, beginnt sie langsam zu erwachen – leider ist es schon 5 vor 12. Zum Glück sind Martins Stiefmutter und der Kommissar auch nicht untätig geblieben und ihnen dicht auf den Fersen...- Der Thriller liest sich flüssig, fesselnd und sehr abschreckend, die Autorin springt zwischen 2 Perspektiven (dem „Opfer“ Tina und einer allwissenden Erzählerin) hin und her. Diese zwei Stränge erhöhen die Spannung und spiegeln den inneren Konflikt Tinas eindrücklich wieder, ihre Zerrissenheit zwischen Zuneigung und Abscheu. Obwohl das Buch den Untertitel „Psychothriller“ trägt, ist die Story doch für geübte Krimileser etwas vorhersehbar, dennoch spannende Unterhaltung, die man gerne in einem Rutsch lesen möchte, um seine Vermutungen bestätigt oder widerlegt zu sehen. Ich persönlich begrüße, dass inzwischen auch deutsche Verlage, selbst im Taschenbuch, inzwischen haptisch erfahrbare Reliefcover auf den Markt bringen, die ein echter Blickfänger sind und die man sich auch gerne ins Bücherregal stellt.

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Bewertung von hrafnaklukka aus Rüthen am 14.08.2010 ***** ausgezeichnet
Bei dem Buch „Die Stille nach dem Schrei“ handelt es sich nicht um einen herkömmlichen Krimi, bei dem der Leser mit rätseln kann, wer denn nun der Täter ist – es ist eher ein ausgefeilter Psychothriller, bei dem die Rollen von Gut und Böse von Anfang an klar verteilt sind. Nur die einzelnen Zusammenhänge muß der Leser auseinander dröseln.
Einfach hat es Martin Werneck nicht gehabt: seine Mutter litt an postnatalen Depressionen und hat sich kurz nach seiner Geburt das Leben genommen, und in seinen ersten fünf Lebenjahren ist er von einem zum anderen geschoben worden. Bis sein Vater Irene kennen- und lieben gelernt hat. Von da an wuchs er in recht stabilen familiären Verhältnissen auf, vom Vater verwöhnt, von der „Omili“ verhätschelt, einzig Irene versucht, den problematischen Jungen an der Kandarre zu halten. Die Geburt seines Halbbruders Jonas macht es auch nicht gerade einfacher. Der Vater stirbt früh an einem Herzinfarkt, und so steht Irene alleine da mit den Jungen. Und dann geschieht das Unfassbare: Martin tötet Jonas im Affekt. Behauptet er. Er will beobachtet haben, wie der vierzehnjährige Jonas den etwas jüngeren Joey von einer Kirmes weg gelockt hat, um ihn zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Die ganze Sache sei aus dem Ruder gelaufen und Jonas habe Joey getötet – in dem Moment, in dem Martin die verlassenen Scheune betrat. Das hat in ihm Erinnerungen auf seinen eigenen Mißbrauch durch den Vater geweckt, und konfrontiert mit seinem eigenen Kindheitstrauma hat er Jonas im Affekt erschlagen und anschließend versucht, die Spuren mit einem Brand zu beseitigen. Wahrheit oder Lüge? Irene kann es nicht glauben, der ermittelnde Kommissar Schneider ebenfalls nicht. Doch der smarte Martin überzeugt Psychologen und Richter: er kommt frei. Auch die scheue Tina glaubt felsenfest an seine Unschuld und lässt sich auf seine Phantasien und Spiele ein. Derweil geben Irene und der Kommissar nicht auf, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Das Netz zieht sich immer weiter zu, und bald ist nicht nur Tinas Bruder Benny in Gefahr …......
Nach der wirklich tollen Leseprobe hatte ich Großes erwartet – und bin nun, nachdem ich die ganze Geschichte gelesen habe, etwas enttäuscht. Das Buch war gut geschrieben und flüssig zu lesen, eines dieser leicht verdaulichen Werke und es hatte sicherlich auch spannende Momente. Aus der wirklich guten Idee hätte die Autorin allerdings etwas ganz anderes machen können. Die Geschichte war von Anfang an und blieb bis zum Ende voraussehbar und hat keine großartigen Wendungen und Überraschungen bereit gehalten. Dafür hat es die Autorin verstanden, die Atmosphäre und Stimmung des Buches an den Leser weiter zu reichen und die jeweiligen Stimmungen der Protagonisten authentisch zu beschreiben. So hatte ich als Leser zwar kein Verständnis für Tinas Handlungen, konnte sie aber ein Stück weit nachvollziehen. Sehr erfrischend fand ich, das die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen dem Opfer und dem Ermittler im Kein erstickt wurde und nicht zu einer never-ending-lovestory geworden ist. Auch die Hintergrundinformationen über den Zusammenhang zwischen Erziehung, Genen und Verbrechen waren gut recherchiert und sehr Informativ. Das Ende ist keine große Überraschung, aber endgültig und es bleiben keine Fragen offen. In dem Genre gibt es sicher spannendere Werke, aber als Erstlingswerk kann es sich durchaus sehen lassen und ich denke, die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

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