Die Stasi lebt - Schreiber, Jürgen

Jürgen Schreiber 

Die Stasi lebt

Berichte aus einem unterwanderten Land

Broschiertes Buch
 
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Die Stasi lebt

Vom langen Schatten der Stasi
Perfide Aktionen, Spionage und flächendeckende Überwachung waren das Geschäft der DDR-Staatssicherheit.
Die Täter von einst leben noch immer unter uns und schmähen öffentlich und unbehelligt ihre Opfer. In selbstgerechter Entrüstung wollen sie sich "ihre" DDR nicht nehmen lassen: Die Stasi lebt.
Jürgen Schreibers Reportagen verweben die erschreckenden Details zu spektakulären Enthüllungen über die Machenschaften von Mielkes Schattenarmee.


Produktinformation

  • Verlag: Droemer/Knaur
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 223 S.
  • Seitenzahl: 224
  • Knaur Taschenbücher Nr.78251
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 20mm
  • Gewicht: 210g
  • ISBN-13: 9783426782514
  • ISBN-10: 3426782510
  • Best.Nr.: 25551042

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Neuigkeiten - Fehlanzeige. Über Streiflichter auf den DDR-Alltag unter den Augen der Stasi kommt dieser Band nicht hinaus, teilt uns Karl Wilhelm Fricke mit. Die zwischen 1993 und 2006 veröffentlichten Berichte, Porträt und Reportagen des ehemaligen Chefreporter des "Tagesspiegels" und der "SZ", Jürgen Schreiber, findet Fricke zwar durchaus spannend, gewissenhaft recherchiert und im Ganzen sachlich korrekt. Eine minimale Aktualisierung, das macht der Rezensent unmissverständlich klar, hätten sie jedoch gut vertragen können. Ein Hinweis auf das Ende von Honeckers Unterhändler Wolfgang Vogel oder das von Jeffrey M. Carney (IM "Kid"), findet Fricke, wäre durchaus möglich und für den Leser von Interesse gewesen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.07.2009

Aus dem Schattenreich
Konstitutives Herrschaftsinstrument der SED: "Staatssicherheit" im Alltag der DDR und Technologiespionage

DDR-Alltagsgeschichte findet sich am ehesten immer noch in Biographien und Autobiographien. Wäre dafür ein neuer Beweis nötig - Uwe Gerig hätte ihn mit seinem "deutschen Geschichtsbuch" geliefert. Er schildert darin die in der Tat "merkwürdige Karriere" eines Bild-Reporters in Ost und West des geteilten Deutschland, seine eigene. 1940 in Nordhausen geboren, verliert er noch im letzten Kriegsjahr den Vater, der als Soldat an der Westfront stirbt. Das Kriegsende erlebt der Fünfjährige in Harzgerode, das im April 1945 von amerikanischen Truppen besetzt wird. Wenig später löst die Rote Armee sie ab. Bei Gründung der DDR ist Uwe Gerig neun Jahre alt - er wächst im "Arbeiter-und-Bauern-Staat" heran, in dem er seine Sozialisation erfährt. Grundschule, Oberschule, FDJ, Abitur, zwei Jahre Wehrdienst, vier Jahre Studium im "Roten Kloster", der Fakultät für Journalistik an der Universität Leipzig, Genosse der SED, 1965 Diplom-Journalist, Sparte Bild-Reporter - das sind seine frühen Wegmarken.

"Das Volk", die Zeitung …

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Jürgen Schreiber, geboren 1947, preisgekrönter Journalist und Sachbuchautor, war bis 2007 Chefreporter beim Tagesspiegel. Er schrieb für das SZ-Magazin, die Stuttgarter Zeitung und die Frankfurter Rundschau. Schreiber war Gründungsmitglied von Die Woche und erhielt zweimal den Wächter-Preis der deutschen Presse sowie 1991 den Theodor-Wolff-Preis. Bisher sind zwei Bücher von ihm erschienen Ein Maler aus Deutschland, 2005, und Meine Jahre mit Joschka, 2007.

Kundenbewertungen zu "Die Stasi lebt" von "Jürgen Schreiber"

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Bewertung von TheSilencer aus Berlin am 06.04.2011 ***** sehr gut
So ganz haut der Titel des Buches nicht hin. "Die Stasi vermodert" wäre treffsicherer, aber vermutlich nicht so verkaufsfördernd.

Jürgen Schreiber, Journalist für Zeitungen wie "Der Tagesspiegel" oder die "Süddeutsche Zeitung", hat über zehn Jahre recherchiert und alte Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aufgesucht - mehr oder weniger auch aufgescheucht.

Die heute alten Säcke, die im Biedermann-Kostüm Model Strickjacke und Gummibundhose den braven Rentner mimen, versuchen sich zu rechtfertigen, leugnen oder ducken sich weg. Die Charakter-Schweine, die selbst nach November '89 ihr Denunziantentum nicht aufgaben und ihre eigenen Kollegen verpfiffen, um sich beim Klassenfeind von vor nur kurzer Zeit Liebkind zu machen, leben noch immer in den Hochburgen von Schutzbezirken oder Bonzenvierteln - rententechnisch gleichgestellt mit denen, die sie schikanierten.

Als (West-)Berliner ist es schwer, diesem Thema aus dem Wege zu gehen. Ich habe seit dem Mauerfall mehrere Menschen kennengelernt, die als "Politische" gesessen haben, weil sie sich dem System verweigerten.
Ich habe zwei Stasi-Akten von Familienmitgliedern lesen dürfen.
Die eine plante ihre Flucht aus der Diktatur mit einem Schlauchboot und vertraute sich der falschen Freundin an. Der andere weigerte sich als Grenzpolizist auf einen Flüchtenden zu schießen.
Beide können über ihre Knasterlebnisse bis heute nicht frei sprechen. Beide haben seelischen Schaden genommen.

Und doch stellen sich die Täter von damals als Opfer dar, jene, die der braunen Diktatur lediglich ein rotes Mäntelchen umhängten und auf einem anderen Level weitermachten.

Das Buch ist eine Sammlung von in Zeitungen veröffentlichten Reportagen. Für Interessierte ein perfekter Einstieg ins Thema. Für jene, die sich damit schon früher befaßten, gibt's leider nicht all zu viel neues.

Schreiber stellt sich nach zehn Jahren Recherche auch die Frage, wie es sein kann, daß SED-PDS-DieLinke ein dermaßen großes Wählerpotential haben kann.
Ich ergänze die Frage mal: wie kann man gegen eine braune NPD sein und gleichzeitig rote Ewiggestrige gutheißen?

Tip für Berlin-Besucher:
In der Gedenkstätte Hohenschönhausen (www.stiftung-hsh.de) in Berlin führen ehemalige Häftlinge durch den Stasi-Knast und stehen Rede und Antwort. Dort stellt man sehr schnell fest, daß man nicht immer so viel essen kann, wie man kotzen möchte.

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