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Bewertung von tassieteufel am 20.09.2011 |
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Aachen ist im Juli 1412 kurz vor der Heiltumswerdung von Pilgern überfüllt, die auf das nur alle 7 Jahre stattfindende Ereignis warten, da wird der Geselle des Scheinbauers Reinold Markwardt im Dom ermordet aufgefunden, bei dem Toten findet sich auch eine gefälschte Reliquie und so fällt der Verdacht schnell auf Meister Markwardt. Marysa, die Frau des Schreinbauers beginnt mit dem Mönch Christophorus zu er- mitteln und stößt damit auf wenig Gegenliebe. Alles in allem hat mir das Buch ganz gut gefallen, wobei ich die Adelina Burka Reihe noch besser fand. Marysa, die eher aus der Notwendigkeit als aus Zuneigung nach dem Tod ihres Vaters den Schreinbauer geheiratet hat, ist nun in einer Ehe gefangen, in der sie von ihrem Mann zu völliger Unterodnung gezwungen wird und obwohl sie mir mit all ihren Sorgen Leid tat, fand ich ihre Mutter Jolanda und deren beginnende Beziehung zum Goldschmied fast interessanter. Der recht undruchsichtige Mönch und Ablass- händler Christophorus, der Marysa eher gegen deren Willen hilft erinnerte mich ein wenig an die Almut und Ivo Reihe von Andrea Schacht, wobei hier deren Wortwitz und die herrlichen Schlagabtäusche fehlen. Insgesamt hat sich das Buch aber flüssig lesen lassen, der Krimifall ist ganz gut konstru- iert und nicht auf Anhieb durschaubar und das mittelalterliche Aachen kurz vor der Heiltumsweisung ist lebendig und farbenfroh geschildert. Das recht offene Ende läßt darauf hoffen, das sich Marysa und der Ablaßhändler wieder begegnen und eine Fortsetzung werde ich auf jeden Fall lesen. Fazit: viel mittelalterliches Flair und ein gelungener Krimifall bescheren ein kurzweiliges Lesevergnügen, bei den Personen hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht, aber das ist sicher noch ausbaufähig. |
4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von dorli aus Berlin am 05.09.2011 | |
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Aachen 1412. Die Vorbereitungen für die Heiltumsweisung laufen auf Hochtouren, da wird der Geselle Klas erschlagen im Dom gefunden. Schnell wird sein Meister, der Schreinbauer Reinold Markwardt, nicht nur des Mordes sondern auch des Handelns mit falschen Reliquien verdächtigt, denn neben der Leiche wird ein Reliquiar aus Markwardts Werkstatt mit einer gefälschten Reliquie gefunden. Reinolds Frau Marysa vermutet eine Intrige und versucht, die Unschuld ihres Mannes zu beweisen. Hilfe erhält sie vom Mönch und Ablasskrämer Christophorus, der nach Aachen gekommen ist, um Marysa vom Tod ihres Bruders zu unterrichten. Aufgrund fehlender Beweise kommt Reinold frei. Er beschließt jedoch trotz eindringlicher Warnungen seiner Frau, den ihm zur Last gelegten Handel mit unechten Reliquien tatsächlich zu beginnen. Ein Vorhaben, das nicht nur für ihn selbst, sondern auch für Marysa gefährlich wird. Mit „Die Stadt der Heiligen“ wendet sich Petra Schier einem interessanten historischen Thema zu, dem Handel mit gefälschten Reliquien. Verpackt in einen spannenden Krimi beschreibt sie, wie sich angesehene Bürger eine zusätzliche Einnahmequelle verschaffen, indem sie mit Fälschungen ahnungslosen Pilgern das Geld aus der Tasche ziehen und dabei auch vor Mord nicht zurückschrecken. Von Geldgier angetrieben, blühte zu dieser Zeit aber nicht nur der Handel mit falschen Reliquien, sondern auch ein anderes sehr einträgliches Geschäft mit dem Glauben: der Ablasshandel. Zu diesem Thema erfährt man einiges durch die Figur des Christophorus. Der Erzählstil ist gradlinig und angenehm flüssig zu lesen. Petra Schier verzichtet auf Abschweifungen und allzu überladene Darstellungen, sondern lässt den Leser die bunten Bilder und das geschäftige Treiben in der von Pilgern überfluteten Stadt durch die Augen ihrer Protagonisten erleben. Die Geschehnisse rund um die Heiltumsweisung werden umfassend und präzise geschildert, so dass man die intensive und farbenfrohe Atmosphäre des gesamten Ereignisses spüren kann. Auch die Charaktere sind durchweg gut gelungen. Man leidet mit Marysa, die unglücklich mit dem sauertöpfischen Reinold verheiratet ist und möchte sie so manches Mal schütteln, damit sie sich endlich gegen die dauernden Schikanen wehrt, doch sie zeigt gerade dadurch Stärke, dass sie sich mit ihrer Situation abfindet und ihr Leben so akzeptiert, wie es ist. Christophorus, eine anfangs sehr fragwürdige Gestalt, an deren guten Absichten man zunächst zweifelt, wird im Verlauf der Handlung durchaus sympathisch, bleibt aber geheimnisvoll. In der Beziehung zwischen Marysa und Christophorus wechseln sich Zuneigung, Antipathie, Streit und Freundschaft ab, aber anders als von mir anfangs vermutet, bleibt eine große Romanze zumindest in diesem ersten Teil der Trilogie aus. Das Buch wird abgerundet durch eine historische Nachbemerkung mit Informationen über Heiltumsweisung und Reliquien. Auch ein Rezept für die in der Geschichte erwähnte Konkavelite ist im Anhang zu finden. Es hat mir großen Spaß gemacht, diesen gut recherchierten historischen Roman zu lesen und ich werde die Geschichte von Marysa und Christophorus auf alle Fälle weiterverfolgen. |
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Bewertung von Kleeblatt aus Berlin am 03.09.2011 |
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Marysa sah sich nach dem Tod ihres Vaters gezwungen, mit Reinhold, einem Schreiner, eine lieblose Ehe einzugehen, um zu verhindern, dass das Erbe ihres Vaters an ihren Cousin geht. Eines Tages steht ein Mönch vor ihrer Tür, der ihr die Kunde vom Tod ihres Bruders Aldo bringt, mit dem er gemeinsam auf dem Jacobsweg unterwegs war. Der Mönch Christophorus war ein Freund von Aldo und gab diesem vor seinem Tod das Versprechen, sich um die Schwester und Mutter zu kümmern. Marysa begegnet dem Mönch mit Misstrauen, muss aber anhand der Fakten, die dieser von ihrem verstorbenen Bruder weiß, einsehen, dass er wirklich das Vertrauen ihres Bruders hatte. Trotzdem lehnt sie jede Hilfe seitens des Mönches ab. Da wird eines Tages der Geselle ihres Mannes im Dom zu Aachen ermordet aufgefunden. Ihr Mann Reinhold wird, da er in der Nähe des Tatortes gesehen wurde, des Mordes verdächtigt und festgenommen. Bei dem toten Klas wurde eine gefälschte Reliquie gefunden und Reinhold wird nicht nur des Mordes beschuldigt, sondern auch der Reliquienfälscherei. Marysa vertritt die Meinung, dass es sich hierbei um eine Verschwörung handelt. Mit Hilfe des Mönches Christophorus gelingt es ihr auch, Reinhold aus dem Gefängnis zu holen. Reinhold versucht nun seinerseits, den Mörder zu finden, einen Diener der Kirche zu beschuldigen und zu beseitigen, um selbst in das scheinbar sehr erträgliche Geschäft der Reliquienfälscherei mit einzusteigen. Dabei sehen sich die Drahtzieher gestört, spinnen eine Intrige und beseitigen Reinhold. So bleibt nur noch Marysa, die nunmehr beschuldigt wird, die Reliquienfälscherei im großen Rahmen zu begehen. Das ist gleichzusetzen mit Ketzerei und die wird auf dem Scheiterhaufen geahndet. Der Mönch Christophorus fühlt sich an das Versprechen an Marysas Bruder gebunden und setzt nun seinerseits alles daran, die Unschuld von Marysa zu beweisen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn auch Christophorus hat etwas zu verbergen ... Meine Meinung: Die Autorin Petra Schier versetzt den Leser in das Jahr 1412, wo Ketzerei schwer geahndet wird und Frauen nichts zu sagen haben. Alle 7 Jahre wird in Aachen die Heiltumsweisung inkl. Kirmes durchgeführt, wo der Reliquienschatz des Aacherner Doms öffentlich gezeigt wird. Genau zu dieser Zeit spielt der Roman um Marysa und Christophorus. Durch die genaue Recherche von Frau Schier ist es dem Leser möglich, den genauen Ablauf der Heiltumsweisung mitzuverfolgen. Tausende Pilger bevölkern Aachen und dank der Erzählkunst von Frau Schier ist man selbst mittendrin im Geschehen. Als Leser fällt es einem nicht schwer, die damalige Zeit mitzuerleben, ja man hat förmlich auch die Gerüche in der Nase. Die Protagonisten Marysa und Christophorus sind einfühlsam und liebevoll beschrieben worden. Die Personen sind sympatisch und es fällt einem nicht schwer, sie zu mögen, mit ihnen zu bangen, zu leben. Sehr gut erfasst und dargestellt sind auch die Lebensumstände der Frauen zur damaligen Zeit, wo Frauen nicht als Personen gesehen wurden, sondern eher in die Rubrik Haushaltsgegenstand gefallen sind. Die Spannungskurve wurde von Anfang an gesetzt und sie hielt bis zum Ende ohen Schwankungen. Ich habe jeden Moment verflucht, den ich das Buch aus der Hand legen musste. Das Einzige, was ich persönlich in diesem Buch vermisst hatte, war eine Zusammenstellung von Begriffen, die für Otto Normalverbraucher nicht so geläufig sind. Beispielsweise konnte ich mir unter Heiltumsweisung gar nichts vorstellen und musste das selbständig nachlesen. Da wäre im Anhang eine kleine Übersicht sicher gut angekommen. Dem Lesevergnügen tat dies jedoch keinen Abbruch und ich habe das Buch förmlich inhaliert. Ich kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen und freue mich schon auf die Teile 2 und 3, die ich mir natürlich ebenfalls besorgen werde, denn einige Fäden in der Geschichte sind noch lose und wie es weitergeht interessiert mich sehr. |
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| Bewertung von Leserin aus Deutschland am 04.08.2009 | |
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Auftakt zu einer neuen Trilogie, Aachen im Jahr 1411 Petra Schier nimmt ihre Leser mit ins Aachen des Jahres 1411: Die Stadt bereitet sich auf die Feierlichkeiten zur Heiltumsweisung vor, die alle sieben Jahre im Dom stattfinden und die damit verbundene Kirmes. "Die Stadt der Heiligen" bietet dieser Roman den Lesern eine Zeitreise in das mittelalterliche Aachen. Zehntausende von Pilgern und Händlern sind auf dem Weg nach Aachen. Auch der Mönch Christophorus und der Pilger Aldo sind unter ihnen. Aldo möchte seine Familie besuchen, doch er stirbt auf dem Weg und Christophorus soll seine letzten Briefe überbringen, sowie sich um seine Schwester Marysa und Mutter Jolánda kümmern. In Aachen angekommen, wird er in einen Kriminalfall verwickelt, denn der Lehrling von Marysas Mann wurde gerade ermordet aufgefunden - ausgerechnet im Dom und trug eine gefälschte Reliquie bei sich... Einmal angefangen, wollte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Lebensgeschichte der fiktiven Figuren wird geschickt mit den historischen Ereignissen verflochten. Fast hatte ich das Gefühl, selbst dabei zu sein, so lebendig ist die Beschreibung der Atmosphäre in der Stadt und der religiösen Zeremonien, sowie der Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit. Marysa und die anderen Figuren sind glaubwürdig gezeichnet und insbesondere die Entwicklung von Marysa und ihrer Mutter gefiel mir gut. Einziger Kritikpunkt ist der skandalös verräterische Klappentext, der Dinge aus den letzten Kapiteln verrät. Eine Karte von Aachen aus jener Zeit wäre nett gewesen, aber nicht notwendig. Am Ende ging es mir ein wenig zu schnell, aber das könnte auch daran gelegen habe, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Ein spannendes Buch, das mir die damalige Zeit nähergebracht hat und Vorfreude auf den nächsten Band um Marysa geweckt hat. "Der gläserne Schrein" ist für April 2010 geplant. |
2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von schlumeline aus Juelich am 06.07.2009 | |
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Mit "Die Stadt der Heiligen" gelingt der Autorin Petra Schier ein ausgezeichneter Einstieg in die Trilogie rund um die junge Marysa aus Aachen. Der Roman beginnt mit einem Prolog. Der Mönch Christopherus beerdigt seinen Freund Aldo auf dem Jakobsweg. Vor dessen Tod hat er ihm versprochen auch ohne ihn alleine zur Heiltumsweisung nach Aachen zu reisen und dort Aldos Familie die Nachricht von seinem Tod zu überbringen und auf seine Mutter und seine Schwester zu achten. Dieses Versprechen will Christopherus einlösen. In Aachen, anno 1412, überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem Christopherus gerade bei Aldos Schwester Marysa angelangt ist und ihr und ihrer Mutter Jolanda die Nachricht über Aldos Tod überbracht hat, wird der Geselle des Hauses, Klas, hereingebracht. Er wurde im Dom zu Aachen erschlagen. Unter Verdacht gerät Marysas Mann Reinhold. Derweil tauchen in der Stadt mehr und mehr gefälschte Reliquien auf. Gemeinsam mit Christopherus macht sich Marysa auf den Mörder und die Fälscher zu suchen. Schließlich gerät sie selbst in Verdacht. Dieser Roman vereint verschiedene Genres in sich, die dazu führen, dass es ein Buch für jedermann ist. Hier finden wir historisches aus dem Mittelalter, kriminalistische Aspekte, Liebesgeschichten der unterschiedlichsten Art und vieles mehr. Nebenbei wird auch noch die Stadt Aachen mit ihren verwinkelten Gassen im Altstadtbereich sehr schön beschrieben. Vor allem die Lebensumstände im Mittelalter, speziell die der Frauen, werden hier anschaulich dargelegt. Das Buch hat mich begeistert und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. Sehr gut gefällt mir auch das Cover des Buches. |
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