Wie jeder Krieg wird auch der weltweite "Kampf gegen den
Terrorismus" und für die "Verbreitung der
Demokratie" von einer besonderen Ideologie begleitet. Während
die heutige Kriegsideologie die islamische Welt des
"Terrorismus", des "Fundamentalismus" und des
"blinden Hasses gegen den Westen" bezichtigt, nimmt sie
auch europäische Länder ins Visier. Deren ungenügender Eifer sei
oftmals vorurteilsbedingtem und regressivem
"Antiamerikanismus" geschuldet. Und eine kritische
Haltung gegenüber den USA als dem mächtigsten Verbündeten des
Staates Israel beweise zugleich, dass die Alte Welt nach wie vor
anfällig sei für "Antisemitismus". Wie sonst wäre der
hier grassierende "Philoislamismus" zu erklären? Was soll
man aber unter diesen Kategorien verstehen? Indem Losurdo sie in
ihren historischen und aktuellen Zusammenhang stellt, ordnet er die
großen Konflikte unserer Zeit in eine breite Langzeitperspektive
ein. Er schafft Klarheit über Schlüsselbegriffe, die im
öffentlichen Diskurs nahezu unausweichlich geworden sind.