Produktbeschreibung zu Die Sprache der Leidenschaft
Eindringlich zeigen die Texte, die er zwischen 1992 und 2000 für El
Pais geschrieben hat, das Interesse und Engagement des
weltberühmten Romanciers für bedeute und beunruhige, doch auch für
amüsante und skurrile Zeitereignisse: vom Karneval in Rio bis zur
Intifada in Hebron, Probleme der Dritten und der Ersten Welt, die
Debatte über Sterbehilfe und der Selbstmord der venezolanischen
Nation, das elisabethanische Theater oder die Malerei der
Impressionisten, die französische Hochkultur ebenso wie eine
herzergreifende englische Trivialautorin
Im Vorwort erklärt Vargas Llosa: "Als Titel benutze ich die
Überschrift meiner kleinen Laudatio auf Octavio Paz - doch nicht
deshalb, weil ich diese Texte in einer leidenschaftlich
kämpferischen Haltung geschrieben hätte. Tatsächlich versuche ich
immer, so leidenschaftslos wie möglich zu schreiben, denn ich weiß
ja, daß ein hitziges Temperament, klare Ideen und eine gute Prosa
unvereinbar sind, wenn mir solche Nonchalance auch nicht immer
gelingt. J edenfalls ist den Artikeln die Leidenschaft nicht fremd,
gehe ich nach den heftigen Erwiderungen, die sie bei den
unterschiedlichsten Leuten hervorgerufen haben. Solche Reaktionen
zeigen, denke ich, die Unabhängigkeit und Freiheit, mit der ich
derartige Texte schreibe."
Produktinformation
- Verlag: Suhrkamp
- 2002
- Ausstattung/Bilder: 2002. 308 S.
- Seitenzahl: 308
- Best.Nr. des Verlages: 41361
- Deutsch
- Abmessung: 213mm x 126mm x 27mm
- Gewicht: 380g
- ISBN-13: 9783518413616
- ISBN-10: 3518413619
- Best.Nr.: 10848946
 | Besprechung von 09.04.2003 |
Neue Türme zu BabelDer Mentor spricht: Artikel und Essays von Mario Vargas LlosaMario Vargas Llosa hat neben seinen rund zwanzig Romanen regelmäßig Aufsätze und kurze Essays in Zeitungen veröffentlicht. Seine in den drei Bänden unter dem Titel "Contra viento y marea" (Gegen Wind und Wetter) gesammelten Artikel hatten, vor allem in Lateinamerika, beachtlichen Einfluß. Als der Schriftsteller dann 1990 für die Präsidentschaft Perus kandidierte und den ersten Wahlgang gewann, war er längst zu einer über die spanischsprachigen Länder hinaus bekannten politischen Figur geworden. Die vierzehntägigen Artikel von Vargas Llosa in der Madrider Tageszeitung "El País" werden in zahlreichen hispanoamerikanischen Ländern nachgedruckt, Übersetzungen auch in großen europäischen Zeitungen. Eine Auswahl dieser Aufsätze ist vor zwei Jahren unter dem Titel "El lenguaje de la pasión" auf spanisch erschienen und liegt jetzt in deutscher Übersetzung vor. Die deutsche Ausgabe respektiert die vom Autor selbst getroffene Auswahl seiner Texte aus den Jahren zwischen 1992 und 2000. Man hätte darunter gern seinen schönen Essay über Berlin, "Ein neuer Turm zu …
Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension
Mario Vargas Llosas "Die Sprache der Leidenschaft", eine Sammlung von Artikeln, die zwischen 1992 und 2000 in der spanischen Tageszeitung "El País" erschienen sind, hat Rezensent Georg Sütterlin vollauf überzeugt. Schon in den drei dicken Bänden "Gegen Wind und Wellen" mit journalistischen Texten der Jahre 1962 bis 1988 erwies sich Vargas Llosa, der mit seinen Romanen berühmt wurde, nach Ansicht Sütterlins als "leidenschaftlicher Analytiker des politischen Geschehens, neugieriger Kommentator des gesellschaftlichen Lebens, und wohl informierter Beobachter des literarischen und künstlerischen Lebens." Auch bei den neuen Aufsätzen, die neben der Literatur und der Kunst vor allem der Politik gewidmet sind, treten diese Vorzüge zur Freude Sütterlins zutage. Ob von Dekonstruktivismus oder von Venezuela, Italien, Israel, Südafrika, von Migration oder Entwicklungshilfe die Rede sei: Vargas Llosas Aufsätze seien von einem Ernst geprägt, der sie relativierender Vagheit enthebe, lobt Sütterlin. Ironie sei häufig, Sarkasmus komme dagegen nur dosiert zum Einsatz, etwa gegen gewisse billige Provokationen zeitgenössischer Künstler.
© Perlentaucher Medien GmbH Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber . Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde ), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und
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