Die SPD in den letzten Jahren der Weimarer Republik
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Geschichte Europa -
Deutschland - Neuere Geschichte, einseitig bedruckt, Note: 1,3,
Friedrich-Schiller-Universität Jena (Historisches Institut),
Veranstaltung: HS: Das Ende der Weimarer Republik 1930-1933,
Sprache: Deutsch, Abstract: Zu Beginn der Weimarer Republik war die
SPD die alles bestimmende Kraft, an ihrem Ende stand sie der
Machtübernahme Hitlers ohnmächtig gegenüber. Wie war es dazu
gekommen? Welche äußeren Faktoren und vor allem, welche inneren
haben zu diesem Machtverfall geführt? An welchen Punkten hätte die
SPD durch anderes Vorgehen die NS-Herrschaft möglicherweise
verhindern können und in wie weit ist ihr deshalb eine Mitschuld
zuzuschreiben?Grundlage dieser Frage nach den Möglichkeiten der
SPD, den Nationalsozialismus aufzuhalten, ist ihre nominell noch
bis zu Ende der Republik große Macht. Die SPD hatte in den
Gründungstagen der Weimarer Republik deren Gestalt maßgeblich
mitbestimmt. Bis Juli1932 war sie die stärkste Reichstagsfraktion
Auch blieben von 1930 bis 1933 ihre absoluten Stimmenzahlen relativ
konstant, obgleich sie ab 1930 prozentual an Wählerstimmen verlor.
In der gleichen Zeit aber gewann die KPD Wähler hinzu, so dass sich
bis zur Machergreifung noch ein stimmenmäßiges Gleichgewicht
zwischen SPD und KPD auf der einen, NSDAP auf der anderen Seite
bot. Auf dieser Basis erscheint die Frage nach dem Grund der
Ohnmacht der Arbeiterbewegung legitim. Die obengenannten Fragen
beschäftigen Historiker schon lange, nicht zuletzt, da sie auf die
Frage nach der Zwangsläufigkeit des Dritten Reiches hinauslaufen.
Diese Hausarbeitbehandelt einerseits das konkrete Vorgehen der SPD
an einigen bedeutungsschweren Punkten der Entwicklung der letzten
Jahre der Weimarer Republik. Andererseits werden in einem zweiten
Teil mehr strukturelle Probleme behandelt. Also die innere
Verfasstheit von SPD und Arbeiternmilieu und schließlich das
Verhältnis zur KPD. Dabei stellt sich die Frage, warum diese beiden
Parteien nicht in der Lage waren, sich zu einer Einheitsfront zu
verbinden,obwohl sie gerade in Abgrenzung zum Faschismus starke
gemeinsame Interessen gehabt haben müssten und schließlich beide
der Arbeiterbewegung zuzurechnen sind. Bei allen Punkten wird neben
einem kurzen Abriß der Ereignisse eine Problematisierung durch die
zeitgenössische Kontroverse gegeben, um bei der Frage nach
alternativen Handlungsmöglichkeiten nicht vollkommen spekulativ
vorzugehen. Danach folgt jeweils ein Einblick in die Beurteilung
durch die Historiographie. Die Leitthese dabei ist, dass die SPD
ihren Machtverlust durch eine profiliertere Politik hätte aufhalten
können, dass sie sich Handlungsräume selbst verbaut habe und ihre
potentiell nochvorhandene Stärke ungenutzt ließ.
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