Die SPD als "Volkspartei": Parteistruktur, soziale Basis, Image und Wahlkampfstil
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Geschichte Europa -
Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg, einseitig bedruckt,
Note: 1,0, Universität zu Köln (Historisches Seminar),
Veranstaltung: Hauptseminar: Gesellschaftlicher Wandel in der
Bundesrepublik der sechziger Jahre, 27 Quellen im
Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die SPD als
Volkspartei Parteistruktur, Soziale Basis, Image und Wahlkampfstil
Geh mit der Zeit, geh mit der SPD . Mit diesem Slogan startete die
SPD 1959 eine verstärkte Mitgliederwerbeaktion. Dahinter verbarg
sich der eigene Anspruch im Rahmen des Wandels von einer Klassen-
zu einer Volkspartei Modernität zu signalisieren. Nachdem die SPD
bei den ersten drei Bundestagswahlen in der Bundesrepublik vor
allem von Mitgliedern der gewerkschaftlich geprägten
Industriearbeiterschaft gewählt worden war und aufgrund der
mangelnden Attraktivität bei den katholisch geprägten Arbeitern und
den Angestellten im 30 %-Turm gefangen schien, war spätestens seit
der erneuten Wahlniederlage 19531 ein innerer Druck mit der
Forderung nach einer grundlegenden Parteireform artikuliert worden.
Den Abschluss fand dieser Prozess als Antwort auf die
gesellschaftlichen Veränderungen in dem Grundsatzprogramm von Bad
Godesberg 1959. Über die innerparteiliche Erneuerung hinaus wollte
sich die Sozialdemokratie den ihr bis dahin nicht nahestehenden
Schichten öffnen. Dies war gleichbedeutend mit dem Eingeständnis
des Scheiterns des Versuchs, den Charakter einer
Klassenorganisation beizubehalten, gleichzeitig aber die soziale
Basis um, der Partei traditionell fernstehende, Arbeitnehmergruppen
zu erweitern. Durch das Abwerfen des alten ideologischen Ballasts
und dem Friedensschluss mit der Bundesrepublik konnte der Wandel
zur Volkspartei vollzogen werden. Im Rahmen dieser Analyse wird der
Weg der SPD zu einer modernen Volkspartei dargestellt, ein Weg, der
schließlich zur Regierungsbeteiligung ab 1966 und drei Jahre später
zur ersten sozial-liberalen Koalition unter dem Bundeskanzler Willy
Brandt führte.
Georg Ismar, M.A., Journalist bei der Deutschen PresseAgentur (dpa) und ehem. Mitarbeiter des Instituts für soziale Bewegungen der RuhrUniversität Bochum.
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