Die Sonne scheint uns - Klein, Georg

Georg Klein 

Die Sonne scheint uns

Roman

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Die Sonne scheint uns

Luzid wie das Licht, geheimnisvoll wie die Dunkelheit.

Eine große deutsche Hafenstadt. Vier Männer und eine Frau sind in einem leerstehenden Fünfziger-Jahre-Hochhaus eingeschlossen. Der mysteriöse Gabor Cziffra, Pate des Viertels am Salzhafen, in dem seit längerem ein Mörder umgeht, hat die fünf mit der Suche nach einer rätselhaften Sonne beauftragt. Aus dem Gebäude, an dessen Stelle bis zu seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg ein "Museum der Weltmirakel" stand, muss sie geborgen werden, denn der Abriss des maroden Hauses steht kurz bevor ...


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 218 S.
  • Seitenzahl: 224
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 134mm x 22mm
  • Gewicht: 323g
  • ISBN-13: 9783498035228
  • ISBN-10: 3498035223
  • Best.Nr.: 12330861
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.07.2004

Sonne über Entenhausen
Das Hochhaus ist der Roman: Georg Klein sucht den Himmel

Damals, in "Das Phantom der Oper", war das Dach die Erlösung. Hier konnten die Liebenden zueinanderfinden, nachdem sie sich erst, während sie das verwirrende Gebäude treppauf, treppab durchquerten, noch in einem Netz von Mißverständnissen und Irrtümern verfangen hatten. Auf dem Operndach aber, hoch über allen Schnürböden, Orchestergräben und Requisitenkammern, herrscht endlich Klarheit zwischen Raoul und Christine. Und auch der heimliche Herrscher der Oper, der diskret und effektiv das Geschehen im Gebäude bestimmt und seit Jahren über die Entwicklung der jungen Sängerin wacht, scheint für den Moment entmachtet.

Das war 1910 in Gaston Leroux' Erfolgsbuch, und seitdem sind nicht viele Romane nachgekommen, in denen sich die Architektur so unübersehbar geglückt vor die Figuren drängt, deren Handlung so wesentlich von der Beschaffenheit eines einzigen Bauwerks bestimmt wird und in denen die Entdeckungsreise der Figuren durch verschiedene Etagen mit der Präzision eines Gruselfilms alle anderen Szenen gründlich in den Schatten stellt.

"Das …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

In seinem "Element" ist Georg Klein immer dann, wenn es um die "subtile Entfaltung unheimlicher Vorgänge" geht, weiß Rezensent Michael Braun. Auch im neuen Roman platziert der Anhänger der "schwarzen Romantik" seine "dubiosen" Akteure auf einem "bewährten Horror-Setting". Mit eleganten, mitunter "schwelgerisch ornamentalen" Sätzen erzählt er die Geschichte von fünf Menschen auf der Suche nach einem keltischen Kultobjekt, lässt sie auf schimmelnde Leichen treffen und zu mondsüchtigen Bestien werden. Amüsiert bemerkt der Rezensent dabei die "komische Rückseite", die Kleins entsetzliche Bilder mitunter aufweisen, wenn er beispielsweise Anspielungen auf Walt Disneys "Lustige Taschenbücher" als "ironische Konterbande" einstreut. Und wenn Klein dann in seine "ästhetizistischen Szenarien" noch "geschichtsarchäologische" Rekonstruktionsarbeit einbringt, indem er die deutsche Identität zwischen früher Moderne, NS-Staat und Adenauer-Ära sucht, dann bleibt dem Kritiker nur noch ein Urteil: Dieser Autor ist wirklich "souverän".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.07.2004

Wer überlebt, erhält eine Prämie
Im Land der zwielichtigen Namen: Georg Kleins dunkel schimmernder Roman „Die Sonne scheint uns”
„Die Sonne scheint uns”, so der Titel und der erste Satz von Georg Kleins neuem Roman, doch vor allem Anfang ist das Buch in tiefes Schwarz getaucht. Auf halber Höhe eines in schwarzweißer Schraffur skizzierten Lichtschachts hängt oder schwebt ein eigentümliches Ei. Oben auf seiner linken Seite glotzt ein lidloses Auge, unten auf seiner rechten klafft ein Mund. Die untere Rundung des Eis ist weiß erleuchtet wie bei einer Glühbirne. Weit oben lässt sich die Öffnung des Schachts erkennen, ein kleines weißes Lichtquadrat. Was hat es mit dem Ei im Schacht auf sich, das den Umschlag von Kleins Roman ziert, und was mit der Sonne, die „uns” scheint? Was für ein Enigma ist es, auf das sich der Roman mit konstruktivem Kalkül und überschäumendem Einfallsreichtum zubewegt?
Das Inhaltsverzeichnis verspricht wenig Aufschluss, wenn es elf Kapitel ankündigt, deren fünf erste „Glas”, „Papier”, „Öl”, „Kalk” und „Phosphor” überschrieben sind, während der zweite Fünferzyklus der Gestaltreihe …

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Georg Klein, 1953 in Augsburg geboren, veröffentlichte Romane sowie Erzählungsbände. Für seine Prosa wurden ihm der Brüder-Grimm-Preis und der Bachmann-Preis verliehen.
Georg Klein lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Katrin de Vries, und zwei Söhnen in Ostfriesland.

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