Die Signatur des Feuers - Cendrars, Blaise

Blaise Cendrars 

Die Signatur des Feuers

Aus d. Französ. v. Gio Waeckerlin Induni

Übersetzer: Waeckerlin Induni, Giò
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Produktinformation

  • Verlag: Lenos
  • 2000
  • Seitenzahl: 495
  • Deutsch
  • Abmessung: 200mm x 120mm
  • Gewicht: 480g
  • ISBN-13: 9783857873003
  • ISBN-10: 3857873000
  • Best.Nr.: 08928498
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.10.2000

Mit dem Auto in die Akademie der kleinen Chaplins
Die blinkenden Signallampen der Poesie: Die Wiederkehr des Blaise Cendrars / Von Volker Breidecker

In der Galerie der dickköpfigen und kriegsversehrten Artisten vom Schlage eines Max Beckmann oder Fernand Léger ist noch Platz für einen einarmigen Poeten: Blaise Cendrars war einer jener wirbelnden Draufgänger und tollkühnen Tausendsassas, die es den Kuratoren künftiger Museen des zwanzigsten Jahrhunderts beispielsweise unmöglich machen, die bildende Kunst, die Fotografie und den Film, die Literatur und die populäre Musik in getrennten Abteilungen unterzubringen. Die Tastatur seiner Schreibmaschine bediente er mit derselben Verve, wie andere die Leinwände bemalten, die Kameraobjektive schwenkten oder die Tanzbeine schwangen. Wer die Ausgrabungsstätten, Bilderwelten und Zeichenvorräte der Moderne besichtigt, wird ihm buchstäblich an allen Ecken und Enden über den Weg laufen, auch ohne zu wissen, woher Cendrars eigentlich kommt und wohin er gehört.

Diese Unbestimmtheit ist ganz im Sinne eines Autors, der seinen angenommenen Namen der Asche (französisch cendre) entlehnte: "Denn Schreiben …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Katharina Döbler entlässt den Leser verwirrt, aber auch sehr neugierig aus ihrer Rezension dieses "sogenannten autobiografischen" Textes. Erst erklärt sie, dass Blaise Cendrars eine "literarische Gestalt" sei, die nicht verwechselt werden sollte mit Frederic Sauser (so Cendrars "richtiger" Name). Eine rein fiktive Gestalt scheint Cendrars aber auch nicht zu sein, denn Döbler zählt gleich darauf die Gemeinsamkeiten der beiden auf: beide reisten viel, beide drehten Filme, malten, dichteten und schrieben Reportagen. Beide waren in Paris Vorkämpfer der Moderne und beide kämpften in der Fremdenlegion im Ersten Weltkrieg, wo sie einen Arm verloren. Der Unterschied besteht nach Döbler vor allem darin, dass Cendrars "keine Herkunft" hat und auch keine Familie. Sauser dagegen war verheiratet, hatte drei Kinder und - nun ja - sogar Eltern. "Die Signatur des Feuers" erzählt vor allem vom Krieg. Döbler ist tief beeindruckt vor allem von der Beschreibung der Angst und der Erstarrung an der Front. Mindestens genauso fasziniert ist jedoch auch von dem "wunderbaren Größenwahn" Cendrars, seinen "Sprüngen, Eruptionen und Verlangsamungen", seiner "begeisterten Hingabe an das Leben" - nicht nur während des Krieges, sondern auch bei so alltäglichen Dingen wie Autofahren. Das wundert den Leser allerdings gar nicht: Cendrars, so hat er nämlich vorher erfahren, besaß einen von Braque entworfenen Alfa Romeo. Oder war es Sauser?

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Blaise Cendrars, geboren 1887 als Frédéric Louis Sauser in La Chaux-de-Fonds. Mit sechzehn lief er von zu Hause weg und kam nach längeren Reisen durch Russland, die Mandschurei und China 1910 erstmals nach Paris. Freundschaft u.a. mit Apollinaire, Chagall, Robert und Sonia Delaunay, Léger, Modigliani. Spätere Reisen führten den Schriftsteller u.a. nach Rom (1921), Brasilien (1924-1928) und Spanien (1931). Ab 1950 lebte Cendrars in Paris, wo er 1961 starb. Sein Gesamtwerk umfasst rund vierzig Bände.

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