Die Schwalben von Kabul - Khadra, Yasmina

Yasmina Khadra 

Die Schwalben von Kabul

Roman

Aus d. Französ. v. Regina Keil-Sagawe
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Produktbeschreibung zu Die Schwalben von Kabul

Mohsen Ramat ist zehn, als gepanzerte Raubvögel den afghanischen Himmel überziehen und dem unbeschwerten Lachen seiner Kindheit ein jähes Ende bereiten. Den Raubvögeln folgen die Taliban. Fortan ist das Lachen Sünde, und Mohsens bildschöne Frau Zunaira, eine ehemalige Juristin, muß in den monströsen Tschadri schlüpfen, dieses wandelnde Zelt, das ihre Verbannung und ihr Kerker ist, während der Abscheu in ihr gärt.


Kabul in den Jahren der Talibanherrschaft: Anhand der Schicksale des armen Wärters im Kabuler Frauengefängnis, Atiq Shaukat, und des ehemals vornehmen und gebildeten Mohsen Ramat beschreibt Yasmina Khadra den Zustand einer völlig aufgelösten, fundamentalistisch beherrschten Gesellschaft, wo Moral, Sitte und Kultur nichts mehr gelten. Er gibt einen Einblick in ein uns auch heute noch weithin fremdes Land und vermittelt eine Ahnung davon, wie schwer der Wiederaufbau einer afghanischen Zivilgesellschaft sein wird.
"Nur die stärksten Gefühle können den ewigen Kreislauf von Wut, Ohnmacht und Gewalt durchbrechen – tröstliche Lektüre in Zeiten eines drohenden Kriegs." – urteilte die FAZ, die seit dem 6. März den Roman seriell vorabdruckt.

Produktinformation


  • Verlag: AUFBAU-VERLAG
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 158 S.
  • Seitenzahl: 158
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 271g
  • ISBN-13: 9783351029685
  • ISBN-10: 3351029683
  • Best.Nr.: 11226952
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.06.2003

Das Lachen der Frauen hat Hiebe und Schläge verdient
Yasmina Khadras Roman „Die Schwalben von Kabul” ist mehr als kühner Kitsch
Mit seiner Kriminaltrilogie um den Kommissar Llob, der sich in Algier zwischen blutrünstigen Fundamentalisten und korrupten Militärs zu behaupten versucht, hat Yasmina Khadra zuwegegebracht, was nur selten gelingt: politische Aufklärung mittels literarischer Kolportage zu betreiben. Einst Offizier der algerischen Armee, ist der Autor vor einigen Jahren ins französische Exil gegangen, wo er das Genre wechselte, den Namen seiner Frau als Pseudonym verwendete und mit dem düsteren Epos „Wovon die Wölfe träumen” einen internationalen Bestseller schrieb. Mit seinem neuen Roman hat er Algerien als Versuchsstation des Weltuntergangs verlassen und sich einer anderen Vorhölle zugewandt. Hatte er es bisher mit Kolportage gehalten, versucht er sich in „Die Schwalben von Kabul” des Kitsches zu bedienen, um sein Anliegen zu verfechten. Mit geteiltem Erfolg.
In Kolorit, Stimmung, Dekor entwirft Yasmina Khadra das schauerliche Bild einer zerstörten Gesellschaft, die sich aller zivilisatorischen Errungenschaften beraubt hat. Der …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Das Buch ist furchtbar kitschig, gesteht Karl-Markus Gauß, und im Übermaß seines Kitsches fast schon wieder kühn, behauptet er. Der Kitsch also ist es nicht, der den Rezensenten letztlich doch dazu bringt, das Buch als misslungen anzusehen. Khadra, erklärt Gauß, ist ein Pseudonym, das sich der ehemalige Offizier der algerischen Armee zugelegt und unter dem er mehrere erfolgreiche Romane über die Verhältnisse in Algerien veröffentlicht hat. Khadra lebt im Exil in Frankreich. In seinem jüngsten Roman hat er sich nun Afghanistan zur Zeit der Taliban vorgeknöpft, doch um sein Programm der "politischen Aufklärung mittels literarischer Kolportage" in jedem Fall zum Erfolg zu verhelfen, so Gauß, habe Khadra diesmal zu drastischen Mitteln gegriffen, nämlich zum Kitsch. Der ist keineswegs mit orientalischer Erzählweise zu verwechseln, meint der Rezensent. Die Geschichte von zwei Ehepaaren, deren Wege sich auf unheilvolle Weise kreuzen, erscheint ihm ziemlich hanebüchen, was Gauß dem Autor durchgehen ließe, hätte dieser sich nicht zu unmittelbar ins Geschehen eingeschlichen, indem er sich scheinbar in die Psyche einer analphabetischen Afghanin versetzt und damit Gauß zufolge die Glaubwürdigkeit der Geschichte riskiert hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

"...beschreibt auf eindrucksvolle Weise das nicht mehr vorhandene Leben in einem durch Krieg und Fundamentalismus zerstörten Land." (Buchmarkt 27.03.03)

"Lyrisch bewegt und doch in dichter, präziser Sprache wird ein Teufelskreis aus Gewalt und Abstumpfung, aus Zorn und Wut beschrieben." (Tagesspiegel 27.03.03)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.03.2003

Die Schwalben von Kabul
Yasmina Khadras Roman als Vorabdruck in der F.A.Z.

Nur ein Lidschlag liegt zwischen Demütigung und Aggression, Hingabe und Abscheu, Ratlosigkeit und Fanatismus. Dieser Moment, der nette junge Männer zu überzeugten Mördern und Gläubige zu gewalttätigen Fanatikern werden lassen kann, ist das Thema von Yasmina Khadra. Der Schriftsteller, der eigentlich Mohammed Moulesshou heißt und einst als Offizier der algerischen Armee den Namen seiner Frau als Pseudonym wählte, um der Zensur zu entgehen, hat den algerischen Bürgerkrieg als Schule der Gewalt, als persönlichkeitsveränderndes Erlebnis beschrieben. In seinem neuen Roman "Die Schwalben von Kabul", den wir von heute an vorabdrucken, nimmt Khadra einen anderen, geistig verwandten Schauplatz ins Visier seiner literarischen Handkamera: Afghanistan in den Jahren der Talibanherrschaft. Wie Khadras frühere Werke ist auch dieser Roman ein Buch voller Zorn. Unverändert ist der lyrische, aber präzise Ton, mit dem der Autor das Grauen diagnostizierend beschreibt. Und doch ist "Die Schwalben von Kabul" in seiner parabelhaften Eindeutigkeit anders als Khadras frühere …

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Yasmina Khadra ist der Künstlername des 1955 geborenen Autors Mohammed Moulessehoul. Als hoher Offizier der algerischen Armee veröffentlichte er seine ersten Bücher wegen der strengen Zensurbestimmungen unter den beiden Namen seiner Frau. Erst nachdem er im Dezember 2000 mit seiner Familie nach Frankreich ins Exil gegangen war, konnte er dieses Pseudonym lüften. Yasmina Khadra lebt heute in Paris.

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