Die Schlacht im Teutoburger Wald - Wolters, Reinhard

Reinhard Wolters 

Die Schlacht im Teutoburger Wald

Armenius, Varus und das römische Germanien

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Die Schlacht im Teutoburger Wald

Im Herbst des Jahres 9 n. Chr. wurde das mehr als drei Legionen - über 18.000 Mann - starke Heer des Publius Quinctilius Varus, Legat des Kaisers Augustus, in einen Hinterhalt gelockt und innerhalb weniger Tage von germanischen Kriegern vollständig aufgerieben. Dieses blutige Ereignis, bekannt als die 'Schlacht im Teutoburger Wald', war eine der schwersten und folgenreichsten Niederlagen, die Rom jemals erlitten hat.

Langfristige Folge war, daß die Expansion des Römischen Reiches gestoppt, die rechtsrheinische Germania vor einer Romanisierung bewahrt und der Rhein zur Grenze zwischen Romanen und Germanen wurde. Reinhard Wolters ist einer der besten Kenner der römisch-germanischen Beziehungen und gründlich vertraut mit den historischen, philologischen und archäologischen Quellen zur Varuskatastrophe. Er rekonstruiert in seinem spannend geschriebenen Buch den politischen Hintergrund, das militärische Geschehen, erhellt die Frage der Lokalisierung, charakterisiert die Protagonisten - Arminius und Varus -, beschreibt kundig und verständlich die zeitgenössische Bedeutung der dramatischen Ereignisse und skizziert deren Fortleben in unserem kulturellen Gedächtnis.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 253 S. m. 21 Abb. u. 9 Ktn.
  • Seitenzahl: 253
  • Deutsch
  • Abmessung: 225mm x 152mm x 26mm
  • Gewicht: 440g
  • ISBN-13: 9783406576744
  • ISBN-10: 3406576745
  • Best.Nr.: 23522461
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.11.2008

Los von Rom
Was und wo war die Varus-Schlacht vor 2000 Jahren? Neue Bücher über einen Wendepunkt der Weltgeschichte
Die deutschen Dichter sagen: Hermannsschlacht. Historiker sagen: Varusschlacht. Zum 2000. Jubiläum dieses Ereignisses bieten drei renommierte deutsche Verlage jetzt schon Bücher über das Ereignis an. Der Münchner Verlag C. H. Beck präsentiert „Die Schlacht im Teutoburger Wald”. Das in Ostwestfalen gelegene Gebirge hieß lange Osning. Erst der Paderborner Bischof Ferdinand von Fürstenberg ließ es Teutoburger Wald nennen, weil Tacitus diesen Namen gebrauchte, um den Ort der Niederlage des Varus im tiefen Germanien zu bezeichnen. Und dass die Schlacht 9 nach Christus hier zwischen dem Oberlauf der Ems, dem Quellgebiet der Lippe und der mittleren Weser irgendwo stattgefunden haben musste, wussten die Gebildeten, seit die Humanisten sie wieder die antiken Historiker lesen gelehrt hatten.
Die Bedeutung des Ereignisses selbst ist seither unumstritten. Arminius, Sohn vornehmer Eltern aus dem Stamm der Cherusker, militärisch von römischen Legionären in Krieg und Frieden ausgebildet, mit hohen Auszeichnungen geehrt und mit dem …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Im nächsten Jahr wird es zweitausend Jahr her sein, dass der Cherusker Arminius die römischen Legionen unter Quintilius Varus schlug, doch auch zum dräuenden Gedenkjahr scheinen sich die Historiker noch nicht auf Kalkriese als den Ort der großen Schlacht geeinigt zu haben. Auch Rezensent Andreas Kilb rät zur Vorsicht, der in seiner Besprechung sehr deutlich werden lässt, wie lücken- und sprunghaft das Wissen um die römischen Germanienfeldzüge doch ist. Unter den zahlreichen Neuerscheinungen hat ihm der Band des Althistorikers Reinhard Wolters am meisten zugesagt. Dessen Vorsicht in der "entscheidenden Frage" nach dem Austragungsort erscheint Kilb eher als Vorzug und auch seine vergleichsweise "seriöse" Darstellung keineswegs langweilig. Besonders instruktiv findet der Rezensent Wolters Deutung der Germanienfeldzüge von Drusus, Tiberius und Germanicus als Part des römischen Günstlingsregiments, der dazu diente, Mitgliedern der kaiserlichen Familie "Feldherrenruhm" zu verschaffen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.12.2008

Hermann, der verschlagene Held

Vor fast zweitausend Jahren verlor Varus seine Legionen im Teutoburger Wald. Neue Bücher suchen nach der Wahrheit über die Schlacht.

Haltern, Anreppen, Oberaden, Rödgen, Dorlar, Waldgirmes: Wer den Spuren der Römer in Nordwestdeutschland folgt, macht eine Tour durch die deutsche Provinz. Mitten im Wald, wo Fuchs und Hase einander Bona nox sagen, liegen die einstigen Legionslager, Kastelle und Ortschaften. Kein Städtchen ist auf ihnen gewachsen, kein Ortsmythos hat ihre Namen bewahrt; erst das zwanzigste Jahrhundert, von Geschichtshunger getrieben, legte die verschütteten Grundmauern frei. Wenn es einen Beweis gibt für die Bedeutung der Schlacht zwischen den Cheruskern unter Arminius und den Legionären des Quintilius Varus, dann ist es das Schweigen, das die römischen Stützpunkte zwischen Rhein und Weser fast zweitausend Jahre lang bedeckt hat. Nach ihrer Zerstörung erlosch die Erinnerung an sie, die Ton- und Bronzescherben wurden untergepflügt, die vernichteten Legionen nie wieder aufgestellt. Was blieb, war die Erzählung der Schlacht.

Wie tief das Gefecht "haud procul teutoburgiensi saltu", "nicht weit …

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Professor Reinhard Wolters ist Althistoriker und Archäologe und leitet die Numismatische Arbeitsstelle der Universität Tübingen.

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