Die Reise um mein Zimmer - Maistre, Xavier de

Xavier de Maistre 

Die Reise um mein Zimmer

Roman. Zwei Romane: "Die Reise um mein Zimmer" und "Nächtliche Entdeckungsreise um mein Zimmer"

Übersetzung: Mayer, Eva
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Die Reise um mein Zimmer

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Xavier de Maistres Zimmerreise ist ein literarisches Kabinettstück in der Tradition Lawrence Sternes.
Als Xavier de Maistre wegen eines Duells zu einem längeren Arrest verurteilt wird, vertreibt er sich die Zeit mit der ersten Niederschrift der Reise um mein Zimmer . Wie entgeht er der Langeweile? Er erklärt sein Zimmer zur ganzen Welt und macht sich auf die Reise. Was er dabei erforscht, sind nicht nur die Gegenstände im Raum, die seine Route markieren. Er entdeckt deren Geschichte und mit ihr seine Vergangenheit, begegnet Vertrautem, Unvermutetem und erobert einen wundersamen Kontinent aus Realität und Imagination. Dass eine solche Reise gefährlich und erholsam, melancholisch und überaus amüsant ist, dass sie mehrere Wochen oder nur eine Nacht dauern kann all das zeigt dieses kunstfertige Plädoyer für die Phantasie.


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau-Verlag
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 171 S.
  • Seitenzahl: 171
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 125mm x 17mm
  • Gewicht: 222g
  • ISBN-13: 9783351033477
  • ISBN-10: 3351033478
  • Best.Nr.: 32604270
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.03.2011

Im Lehnsessel ohne Ziel unterwegs
Xavier de Maistres Klassiker "Die Reise um mein Zimmer" neu aufgelegt

Xavier de Maistres Klassiker "Die Reise um mein Zimmer" von 1795 kann man heute als freundliche Aufforderung lesen, es dem Urvater des Genres der "Zimmerreisen" nachzutun: es sich im Lehnsessel gemütlich zu machen, es tut aber auch ein Stuhl schwedischer Durchschnittsware. Und dann den Blick schweifen zu lassen, "diagonal, im Zickzack, ohne Plan und Ziel". Wenn dann die Seele zum Träumen den Körper verlässt, sich also abstößt von den Gegenständen ringsum, von Bett, Tisch, Stuhl, käme man dem befreienden Prinzip dieser Reise recht nah.

Die Unabhängigkeit im Kopf hatte de Maistre (1763 bis 1852) nötig. Der schriftstellernde Maler aus dem französischen Savoyen, der als Soldat über Turin bis nach Sankt Petersburg kam, musste nach einem Duell für 42 Tage ins Gefängnis. Er nutzte die Krise als Chance und stieß mit seinen Gedankenspaziergängen eine ganze Poetik der Entschleunigung an, von Sophie von La Roche über Franz Hessel bis Wilhelm Genazino. Bernd Stiegler, der 2010 eine wunderbare Studie über die Geschichte der Zimmerreisen …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Als Xavier de Maistre nach einem Duell zu 6 Wochen Arrest verurteilt wurde, setzte er sich hin und betrachtete sein Zimmer. Nicht unbestimmt schweifend, sondern ordnend, so die Rezensentin Anja Hirsch in ihrer kurzen Kritik. Dieser Blick, der das Vertraute als etwas Fremdes betrachtet, hat eine regelrechte "Poetik der Entschleunigung" ausglöst, so Hirsch. Sie nennt Franz Hessel und Wilhelm Genazino als inspirierte Nachfolger. Ein Klassiker also, dem der Verlag Illustrationen und eine kurze Biografie, aber leider kein Nachwort beigefügt hat, wie Hirsch bedauert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.03.2011

Unglückliche Negerin, die du unter Palmen weinst!
Der empfindsame Aristokrat nach der Französischen Revolution: Xavier de Maistres „Reise um mein Zimmer“ enthält mehr Welt, als man geglaubt hätte
Was macht ein lebhafter junger Mensch, wenn ihn ein leidiger Zufall zwingt, zweiundvierzig Tage in seinem Zimmer zu verharren, welches, wenn man es umschreitet, gerade einmal sechsunddreißig Schritt misst? Xavier de Maistre, wegen eines verbotenen Duells zu dieser zuletzt doch recht milden Form des Arrests verurteilt, reagiert mit einer Art von elegantem Trotz: Dann erklärt er, werde er eben eine Reise um sein Zimmer unternehmen!
„Nein, ich werde mein Buch nicht mehr in petto halten; da ist es, meine Herren, lesen Sie. (. . . ) Die interessanten Beobachtungen, die ich gemacht, und das stete Vergnügen, das ich unterwegs verspürt habe, erwecken in mir den Wunsch, es zu veröffentlichen; die Überzeugung, nützlich zu sein, hat mich dazu bewogen. Mein Herz empfindet eine unaussprechliche Befriedigung, wenn ich an die zahllosen Unglücklichen denke, denen ich eine sichere Hilfsquelle gegen die Langeweile und einen Trost für die Leiden, die sie …

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Eva Mayer ist Sprachendozentin, Poesiepädagogin, freie Journalistin und Autorin. Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Sie lebt nach mehrjährigen Aufenthalten in Mailand, Italien und Lima, Perú mit ihrem Mann am Bodensee. Viele Jahre war sie als Italienischdozentin in der Erwachsenenbildung tätig, arbeitet jetzt als DaF- Dozentin am Humboldtinstitut in Konstanz und bietet an verschiedenen Institutionen Workshops zum kreativen Schreiben an.

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