Die portugiesische Reise - Saramago, José

José Saramago 

Die portugiesische Reise

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Die portugiesische Reise

Der Nobelpreisträger José Saramago auf einer Fahrt durch seine Heimat Portugal: überall spürt er in sich jenen Einklang, der ihn mit Land und Menschen verbindet, aber oft spürt er auch Missklänge. Er besucht das Bekannte wie das Entlegene, Versteckte. Und sehr genau, ja penibel beobachtet er. Sein Reiseführer quillt über vor Wissen über Geschichte und Kultur, die Zeit der Weltherrschaft, Maler, Entdecker, Schriftsteller, Heilige und Sünder.

Der Autor macht sich auf zu einer mehrmonatigen Fahrt durch seine Heimat Portugal: Von Nord nach Süd, von Ost nach West - und wo immer er hinkommt, spürt er in sich jenen Einklang, der ihn mit seinem Land und dessen Bewohnern verbindet - allerdings auch so manchen Missklang. Penibel beobachtet er und was immer er ansieht - er quillt über vor Wissen über Geschichte und Kultur. Als Portugal-Lebhaber kann man sich auf dieser ausgedehnten Reise keinen anregenderen und vergnüglicheren Begleiter als José Saramago wünschen: einen sachkundigen Führer und hochgebildeten Kenner, der uns die verborgenen Schätze seines Landes abseits der geläufigen Touristenrouten erschließt.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 605 S. m. Übers.-Ktn.
  • Seitenzahl: 605
  • rororo Taschenbücher Nr.23892
  • Deutsch
  • Abmessung: 19 cm
  • Gewicht: 415g
  • ISBN-13: 9783499238925
  • ISBN-10: 3499238926
  • Best.Nr.: 12778484
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.02.2004

Steinliebhaber
José Saramagos Reise durch sein Heimatland
„Überlass deine Blumen jemandem, der damit umzugehen weiß, und fahr los. Oder fahr weiter. Denn keine Reise hat ein Ende”, rät José Saramago dem Leser und setzt sich selbst in ein altes Auto, um monatelang kreuz und quer durch seine Heimat zu fahren. „Die portugiesische Reise” des Literaturnobelpreisträgers von 1998 ist eine Schöpfungsgeschichte in den Tarnfarben der Reisebeschreibung.
Kirchen, Burgen, Klöster, Kreuzgänge, Hünengräber und Skulpturen tastet „der Reisende” ab, auf der Suche nach der geheimen Verbindung zwischen Wörtern und Ursubstanz. Wie in der Architektur schätzt er auch in der Sprache das Lapidare; Schnörkel und Adjektive, barockes oder stilistisches Übermaß werden höflich, aber bestimmt zurückgewiesen. Um so mehr bewundert er die Klarheit der romanischen Kirchen Portugals: „Manchmal sind es die Stimmen aus der weiten Ferne, die so ganz dicht am Ohr und am Herzen zu uns sprechen, dass sie alles Geschmettere übertönen.”
Den Steinen gilt Saramagos Aufmerksamkeit, weil sie mehr über die Vergangenheit sagen als alles Private. Über die Burg von …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.02.2004

Wenn der Garten sich öffnet
José Saramagos portugiesische Reise läßt die Landkarten hinter sich

Eine gewöhnliche Reise ist das nicht. Hier betritt einer mit festem Schritt ein Spielfeld. Portugal, das Land seiner Herkunft, ist ihm nicht fremd, obwohl er es lange nicht gesehen hat. Seit 1993 hat sich der Nobelpreisträger José Saramago auf Lanzarote zurückgezogen. Unerwiderte Liebe zum Land der Väter spielte mit. Portugiesische Bürokraten hatten ihm die Verletzung religiöser Gefühle vorgeworfen, als er 1991 in "Das Evangelium nach Jesus Christus" einen jugendlichen Jesus imaginierte, der sich mit Maria Magdalena vergnügt. Als sie ihn dann auch noch von der Vorschlagsliste für den Europäischen Literaturpreis strichen, wandte Saramago sich ab.

Als ein Entfremdeter kehrte er zurück, mit dem Plan, einen Reiseroman zu schreiben, der kein Reiseführer ist und auch keine Touristeninformation. Eine produktive Ausgangslage. Denn Saramago macht sich auf zu einer Expedition durch eine terra incognita, die zugleich vertrautes Mutter- und Vaterland ist. Sein Projekt ist zwar ein geographisches, aber noch viel mehr bricht hier ein Irritierter auf …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Als "in jeder Hinsicht großartiges Buch" preist ein begeisterter Kersten Knipp Jose Saramagos nun auf deutsch vorliegende Reisenotizen über "Die portugiesische Reise". Entsprechend des verhaltenen und schweigsamen Charakters der Portugiesen präsentiert sich diese Reise als "ausgesprochen lautloses Unternehmen", berichtet Knipp, "als Fahrt eines Solitärs durch erhabene Stille". Die "wunderbar anmutigen Sätzen", mit denen Saramago nicht nur Bäume, Sträucher, Gräser, die Landschaften, sondern auch die Museen, Burgen und Paläste, die Klöster, Kirchen und Kapellen Portugals beschreibt, haben Knipp sichtlich fasziniert. Sowohl im Hinblick auf die "beschaulichen Sujets" als auch und vor allem auf seine Sprache würdigt er die "Die portugiesische Reise" als ein "hochgradig poetisches Buch". Portugiesisch ist für ihn eben nicht nur "eine Sprache von wenigen Menschen mit wenig Geld" (Saramago), sondern auch die Sprache eines "gewaltigen Sprachkünstlers". Ein großes Lob spricht er auch den Übersetzern Karin und Nicolai von Schweder-Schreiner aus, die Saramagos "betörenden Stil" in ein nicht minder "betörendes Deutsch" übertragen haben.

© Perlentaucher Medien GmbH
José Saramago (1922-2011) wurde im portugiesischen Azinhaga geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums arbeitete er als Maschinenschlosser, technischer Zeichner und Angestellter. Später war er Mitarbeiter eines Verlags und Journalist bei Lissabonner Tageszeitungen. Ab 1966 widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Während der Salazar-Diktatur gehörte er zur Opposition. Der Romancier, Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayist erhielt 1998 den Nobelpreis für Literatur.

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