Eine schreckliche Mordserie an Frauen erschüttert die Gegend rund
um den idyllischen Chiemsee in Oberbayern. Was die Ermittler
besonders irritiert: Während ein Teil der Opfer auf geradezu
bestialische Art und Wiese verstümmelt und anschließend an gut
frequentierten Orten zur Schau gestellt wurde, wirken die anderen
Toten geradezu unversehrt, ja mehr noch: Es scheint, als habe der
Mörder die Opfer regelrecht geliebt, da er die Leichen mit
gekämmtem Haar und einbalsamiert in duftendes Öl zurückgelassen
hat. Ben Lose vom Münchner Morddezernat, der den Fall übernommen
hat, führen die Hinweise schnell zu seinem ehemaligen
Philosophiedozenten, der gemäß der indischen Lehre das Leben
untrennbar mit Leid verbunden betrachtete und jenen, der Leid nahm,
als unendlich edel ansah. Bald schon keimt in Ben Lose der Gedanke,
daß die Erlösung vom Leben wahrhaftig die größte aller Taten ist -
und wen erlöst man lieber als die, die man liebt?
Mario Noichl, 1979 am Faschingsdienstag in Südbayern geb., sieht sich als Narr und Dichter. Den Weg als Schriftsteller wählte er, weil er früh anfing, sich Fragen zu stellen, und zwar ausgerechnet jene, die zu keiner Zeit der Welt eine Antwort erhoffen ließen. Antworten bietet das Schreiben freilich keine, doch lässt sich die Unwissenheit damit leichter ertragen.