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Die Namen der Nummern
Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren. Ausgezeichnet mit dem Preis Fondation Auschwitz 2004
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Hoffmann Und Campe
- 2004
- Ausstattung/Bilder: 2004. 303 S. m. Abb.
- Seitenzahl: 303
- Deutsch
- Abmessung: 209mm x 133mm x 28mm
- Gewicht: 442g
- ISBN-13: 9783455094640
- ISBN-10: 3455094643
- Best.Nr.: 12750081
Produktbeschreibung zu "Die Namen der Nummern"
Beschreibung
"Mir war der Gedanke unerträglich, dass die Opfer dieser Tat - mit einer Ausnahme - namenlos geblieben waren", schreibt Hans-Joachim Lang. Nach umfangreichen Recherchen, die ihn in zahlreiche Archive im In- und Ausland führte, hatte er den Ablauf des Verbrechens präzise rekonstruiert und insbesondere auch alle 86 Ermordeten identifiziert und ihre Herkunft ergründet. Wie Lang herausfand, stammten sie aus acht europäischen Ländern, nämlich aus Norwegen, Polen, Griechenland, Österreich, Frankreich, Belgien, Niederlande und Deutschland. In vielen Fällen konnte er sogar Angehörige ausfindig machen und sie befragen.
10.12.2004
Puzzle des Grauens
Die Schicksale von 86 "Ahnenerbe"-Opfern
Hans-Joachim Lang: Die Namen der Nummern. Wie es gelang, die 86
Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren. Verlag Hoffmann und
Campe, Hamburg 2004, 303 Seiten, 19,90 [Euro].
Über den verbrecherischen Charakter des "Dritten Reiches"
gibt es längst keinen Zweifel mehr. Und doch ist man immer wieder
von neuem über den Zynismus, die unmenschliche Brutalität und
grausame Mitleidlosigkeit der kleinen und großen Machthaber
erschüttert. Am 3. Januar 1945 brachte die Londoner "Daily
Mail" einen Bericht über den Fund von 86 in Alkohol
konservierten Leichen im Anatomischen Institut der Straßburger
Universität. Ein technischer Assistent am Institut habe freimütig
erklärt, diese Personen seien "zum Schlafen gebracht"
worden. Ein anderer Mitarbeiter konnte den ermittelnden alliierten
Behörden mitteilen, daß die getöteten Männer und Frauen noch
körperwarm in der Straßburger Anatomie abgeliefert worden seien.
Alle hätten sie am Unterarm eintätowierte Nummern getragen, die er
- der von vornherein ein Verbrechen vermutete - heimlich notiert
habe. Erst im Laufe der Zeit stellte sich …
10.12.2004
Erschüttert zeigt sich Rezensent Christoph Studt von Hans-Joachim
Langs Buch "Die Namen der Nummern", das die Schicksale
von 86 "Ahnenerbe"-Opfern rekonstruiert. Wie Studt
berichtet, handelte es sich bei den Opfern um Juden des KZ
Auschwitz, die auf Anordnung des an der Straßburger Universität
lehrenden Anatom August Hirt mit Billigung Himmlers vergast,
konserviert und in Hirts anatomischem Museum ausgestellt wurden.
Aufgrund des weiteren Kriegsverlaufs sollte die Sammlung beseitigt
werden, was aber nicht mehr gelang, und so konnten am 23. Oktober
1945 die Überreste von 86 Leichen bestattet werden, hält Studt
fest. Wer diese Männer und Frauen gewesen sind, habe man bislang
nicht gewusst. Mittels akribischer Recherchen, deren Ausgangspunkt
eine Liste der eintätowierten KZ-Nummern war, sei es Lang gelungen,
den Toten ihren Namen und ihre Identität wiederzugeben und sie als
Menschen in ihre Lebenszusammenhänge zurückzuführen. Das Resümee
des Rezensenten: "Es ist ein Puzzle des Grauens, das er
zusammengesetzt hat, denn die Schicksale dieser 86
"Ahnenerbe"-Opfer spiegeln die europäische Dimension der
Verfolgung und Ermordung der Juden."
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Hans-Joachim Lang"
Hans-Joachim Lange, 1951 geboren, studierte in Tübingen Germanistik, Kultur- und Politikwissenschaft. 1980 Promotion (Germanistik). Seit 1982 Wissenschaftsredakteur beim Schwäbischen Tagblatt in Tübingen. 1989 Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Lehraufträge an der Geschichtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen.
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