Die Nachauratische Kunst: die Bild-Text-Beziehungen bei Rolf Dieter Brinkmann
Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere
Deutsche Literatur, einseitig bedruckt, Note: 1,3, Universität
Potsdam (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Literatur &
Photographie, 21 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch,
Abstract: Diese Arbeit wäre wohl zu beginnen mit einem Satz wie
diesem: Kaum ein Schriftsteller ist derart umstritten, wie Rolf
Dieter Brinkmann, die Spanne der Kritiken reicht von (...) bis zu
(...). Was jedoch wirklich der Fall ist, steht in solchen Zitaten
nicht. Daher sei an dieser Stelle gesagt, dass sich das Werk von
Rolf Dieter Brinkmann zu großen Teilen jeglicher Interpretation
entzieht. Zum einen strebt er eine Literatur an, die durch ihre
Form umsetzt, was sie zu zeigen versucht eine neue, der veränderten
Wahrnehmung adäquate Kunst, die sich althergebrachten, im
Besonderen reflexiven Rezeptionsmustern widersetzt. Zum anderen hat
er sich früh ausdrücklich vom organisierten Literaturbetrieb
distanziert, vor allem, weil dieser Anfang der 60er Jahre zwar wie
er ein sprachkritisches Programm vertrat, in dessen Ausführung
seiner Meinung nach dann aber doch wieder in tradierte Formen
zurückfiel und somit seiner eigenen Aufgabe nicht gerecht wurde,
sich in ihr jedoch gefiel. Eine Opposition zu bisherigen
literarischen Positionen wollten sie alle sein, doch Brinkmann
bezog selbst zu ihnen noch eine Außenseiterstellung. Im Folgenden
soll gezeigt werden, warum und wie RDB, durch innere Zwänge
getrieben, der Ausdrucksfähigkeit von Sprache misstrauend, mehr und
mehr dazu übergeht, ihre Form zu erweitern den materiellen Aspekt
von Schrift zu betonen, Bilder und Text zu kombinieren um sie
schließlich soweit einander anzunähern, dass sie nicht nur nicht
mehr zu trennen sind, sondern, dass scheinbar Schrift und Bild ihre
Wirkungsweisen vertauschen (oder zumindest die jeweils andere
negieren). Schreiben wird zum Selbstzweck, der Inhalt verkümmert,
wird magere, geduldete Randerscheinung, die der gesuchten Form
notwendiges Spielmaterial liefert, oder wird gar ganz zerhackt um
nicht abzulenken. Diese Form des Schreibens wird besonders in den
im Titel aufgeführten Bänden deutlich, die erst nach Brinkmanns Tod
erscheinen. Dies zu zeigen, wird im kurzen, zweiten Teil versucht
werden. Im abschließenden Fazit soll die These gestützt werden,
dass diese Vorstellung und Umsetzung von Literatur und Kunst der
von Walter Benjamin in seinem Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter
seiner technischen Reproduzierbarkeit beschriebenen
entauratisierten Kunst nahe kommt.
Dr. Matthias Zimmermann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Herbert Woratschek am Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre VIII der Universität Bayreuth, wo er auch promovierte.
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