Die Liebeshandlung - Eugenides, Jeffrey

Jeffrey Eugenides 

Die Liebeshandlung

Roman

Übersetzung: Aumüller, Uli; Osterwald, Grete
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Die Liebeshandlung

Rhode Island, 1982. Eine junge Frau und zwei Männer schließen gerade das College ab. Madeleine liebt Leonard, und Leonard und Mitchell lieben Madeleine. Alle drei stehen an der Schwelle zum Erwachsensein und haben ein kompliziertes Verhältnis zu Bindungen und Glück. Leonard ist manisch-depressiv, Madeleine kümmert sich um ihn, und Mitchell bereist mit einem Rucksack voller Bücher über Religion die Welt. Als Madeleine und Leonard immer dichter zusammenrücken, scheint die Sache entschieden. Aber nach einem unerwarteten Treffen der drei werden die Karten neu gemischt.
Dies ist ein Roman über die Spielarten der Liebe die romantische, erotische, platonische Liebe, die Nächstenliebe, die Liebe zu Gott, die Liebe zwischen Eltern, Kindern und Geschwistern. Eine dramatische Dreiecksgeschichte, Jahrhunderte alt und doch auf furiose Weise neu erzählt, mit Witz, Ironie und einem tiefen Verständnis für die suchenden Figuren. Mit diesem lebensklugen Buch meldet sich Jeffrey Eugenides als einer der bedeutendsten Autoren der amerikanischen Literatur zurück.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 621 S.
  • Seitenzahl: 624
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 155mm x 50mm
  • Gewicht: 854g
  • ISBN-13: 9783498016746
  • ISBN-10: 3498016741
  • Best.Nr.: 33394606

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Als Versuch, Jane Austen und Henry James kongenial zu memorieren, ist der Roman für Michael Schmitt schon mal gescheitert. Dazu fehlt es dem Autor offenbar am nötigen Tiefblick in die Seelen seiner Figuren, wie auch am Herz und der Geduld, die Dialoge über das bloß Skizzenhafte, Perspektivlose zu erheben. Schmitt findet das schade, ist doch die Idee eines Abgleichs von Tradition (Liebesroman des 19. Jahrhunderts) und Moderne (80er Jahre College-Milieu) mittels einer Dreiecksbeziehung eigentlich ein hübscher Einfall, der Spannung verspricht. Allerdings weiß Jeffrey Eugenides das Potential der Story nicht zu nutzen, wenn wir Schmitt da richtig verstehen. Außer den oben genannten Gründen dafür, dass die Liebesgeschichte nicht funktioniert, scheint ihm der Autor nicht locker genug, um das Ganze als Satire zu handhaben. Er nimmt also die Geschichte zu ernst, doch nicht ernst genug. Bleibt nur die Deutung als Erinnerungsbuch. Da immerhin ergeben sich für den Rezensenten schöne Reminiszenzen: an die Anti-Atomkraft-Bewegung, Mutter Teresa und den Libanon.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.10.2011

Das Ja-Wort
Eine Entscheidung fürs ganze Leben: In Jeffrey Eugenides’ „Die Liebeshandlung“ wird der „marriage plot“ des viktorianischen Romans noch einmal zu einer ernsten Sache
Es ist in diesem Roman nicht leicht, aus Kinderzimmern zu entkommen. Madeleine trägt schon ihren goldenen Ehering, als sie in Prettybrook, New Jersey, wieder von der Tapete umgeben ist, die ihre Mutter damals eigens für sie hat drucken lassen – auch wenn sie nun verblasst ist und sich an den Rändern ablöst. Die Heldin aus ihrem Lieblingskinderbuch, Ludwig Bemelmans’ „Madeline“, ist auf dieser Tapete im Speiseraum ihrer katholischen Klosterschule zu sehen, im Zoo, in den grünen Parks von Paris, in den pastellfarbenen staatsbürgerlichen Institutionen und bei der Begegnung mit einem einbeinigen Soldaten auf Krücken: „Irgendwie hatte sich all das auf Madeleine übertragen, als sie ein kleines Mädchen war. Und dann waren da noch ihr Vorname, der so ähnlich klang, und die vertrauten Kennzeichen der Gesellschaftsschicht und ihre Selbsteinschätzung, damals und jetzt, in einer Schar von Mädchen das eine zu sein, über das ein Schriftsteller ein Buch schreiben …

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"Ein Buch über all die großen Themen: Liebe, Hoffnung, Verzweiflung, Glauben, dazu ein Roman über die Geschichte des Romans, über Abend- und Mogenland, über das Erwachsenwerden, das Denken und das Lesen. Nur Jeffrey Eugenides konnte daraus etwas so schwebend Schönes komponieren, ein so helles, vollkommenes Werk." (Daniel Kehlmann)

"Eine großartige Lektüre!" (The Independent)

"Ein großer Roman, der einen berührt zurücklässt." (NDR Kultur)

"In dieser Liebesgeschichte hat Eugenides einen Ideenroman versteckt, der vom Werden seiner Schriftstellergeneration erzählt: von ihrem Aufbruch zur Hochzeit der literarischen Postmoderne und ihrer Ankunft im stets neu zu erobernden Reich realistischen Erzählens." (Wieland Freund, Die Welt)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.08.2012

Das Tuch zum Buch

Das kann ja nur heiter werden: Mehr als spannende Lektüre und ein weiches Strandlaken braucht der Mensch nicht für einen Tag in der Sonne. Aber um ganz abzuschalten und sich auf die Geschichte zu konzentrieren, muss das Umfeld stimmen. Wie soll man mit dem Helden des Liebesromans fiebern, wenn sich auf dem Stoff Star-Wars-Figuren bekriegen? Hier liegt zusammen, was zusammengehört.

Von Jennifer Wiebking

Alltag oder Indonesien?

Das Pendleton-Handtuch erzählt von der traditionellen Ikat-Webtechnik, die ihre Wurzeln in Nordostasien hat und sich anschließend südlich, Richtung Indonesien, orientierte, wo auch Allan Karlssons Lebensgeschichte Station macht. Schon zuvor begegnen sich aber Bestseller und Badetuch flüchtig im Altersheim. Denn dort beginnt der Roman über den hundert Jahre alten Rentner, und auch die Grundfarben des Frottee-Tuches, die eher wie ganz gewöhnlicher Alltag als Exotik anmuten, könnten da zu Hause sein. Na ja, bis man eben die spitzen schwarzen Pfeile auf dem Tuch entdeckt und sich Karlsson zum Angriff rüstet: Über das Fenster seines Zimmers im Erdgeschoss, die Pantoffeln noch an den Füßen, …

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Jeffrey Eugenides, geb. 1960 in Detroit/Michigan lebt heute mit Frau und Tochter in Berlin, wohin ihn Stipendien des DAAD und der American Academy gelockt haben. Sein Debütroman 'The Virgin Suicides' (dt. 'Die Selbstmord-Schwestern') erregte weltweit Aufsehen und wurde im Jahr 2000 von Sofia Coppola verfilmt. Wie Jonathan Franzen rechneten ihn Kritiker in der Zeitschrift 'The New Yorker' unter die 'Twenty Writers for the 21st Century' und in der Zeitschrift Granta unter die 'Best Young American Novelists'. Jeffrey Eugenides wurde 2003 mit dem 'Welt"-Literaturprei' ausgezeichnet.

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