Die letzte Partie - Stassi, Fabio

Fabio Stassi 

Die letzte Partie

Roman

Aus d. Italien. v. Monika Köpfer
Gebundenes Buch
 
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Die letzte Partie

Fabio Stassis Roman über den Mozart des Schachs, José Capablanca, erzählt auf wunderschön melancholische Weise von Leidenschaft, Obsessionen und der ewigen Angst vor der Niederlage.
José Raúl Capablanca ist ein Gewinner. Als Schachweltmeister bejubelt, von seinen Gegnern respektiert und von den Frauen verehrt, scheint ihm das Schicksal wohlgesinnt. Doch dann kommt das Jahr 1927, und die Dinge verändern sich schlagartig. Capablanca verliert den Titel ausgerechnet an den Russen Alexander Aljechin, und die ehemaligen Freunde stehen sich plötzlich als Rivalen gegenüber. Capablancas Versuch, eine Revanche zu erzwingen, verwandelt sich nach und nach in einen Kampf auf Leben und Tod.
Mit unbändiger Phantasie erzählt Stassi die Geschichte vom Leben und Untergang des legendären Capablanca. Mit dem Schachspiel macht er sich dabei eine Metapher für das Leben zu eigen, wie sie perfekter nicht sein könnte, und lässt scheinbar ganz nebenbei das frühe 20. Jahrhundert an uns vorüberziehen.


Produktinformation

  • Verlag: Kein & Aber
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 234 S.
  • Seitenzahl: 234
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 116mm x 18mm
  • Gewicht: 274g
  • ISBN-13: 9783036955353
  • ISBN-10: 3036955356
  • Best.Nr.: 25647533
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Schach ist irre langweilig. Schach ist die spannendste Sache der Welt. Entweder man hasst oder liebt das Spiel. Oder man guckt sich an, was das für Menschen sind, die mit ihren Läufern reihenweise Bauern umsäbeln und Könige so in die Ecke drängen, dass es kein Entrinnen mehr gibt. Fabio Stassi nimmt sich in "Die letzte Partie" den ehemaligen Schachweltmeister José Raúl Capablanca vor. Keine Biografie sollte es sein, denn davon gibt es schon eine stattliche Anzahl, sondern ein Roman. Und die erzählerische Freiheit, die ihm diese Form bietet, nutzt Stassi aus. Zunächst hangelt er sich genussvoll und durchaus unterhaltsam an den wichtigen Stationen im Leben Capablancas entlang: Die früh entdeckte Leidenschaft fürs Schachspielen, der erste Weltmeistertitel, der Verlust desselben an seinen Rivalen Alexander Aljechin und sein jahrelanges Hoffen auf eine Revanche, die es nie geben sollte. Diese Fakten verstrickt Stassi jedoch mit einer Geschichte um einen kleinen Jungen, der nach Capablancas Tod die letzte, entscheidende Partie gegen Aljechin zu Ende bringen soll. Und das ist dann leider doch ein wenig zu dick aufgetragen. (es)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.01.2009

Schachmatt

Ganz ans Ende seines Romans hat der italienische Autor Fabio Stassi eine Art Gebrauchsanweisung angefügt, die eine interessante Auskunft enthält. Stassi schreibt, für ihn hätten Romane "mehr mit der Geometrie und der Mathematik des Schachs zu tun als mit jener undefinierbaren und ungreifbaren Sache, die wir Literatur nennen". Deshalb hat er "Die letzte Partie" über den kubanischen Schachmeister José Capablanca in vierundsechzig Kapitel aufgeteilt, so viele, wie ein Schachbrett Felder hat. Darin erfahren wir, wie José Capablanca aufsteigt, wie er spielt, wie er liebt und wie er leidet. Wir lernen seinen ärgsten Widersacher kennen und erleben, wie Capablanca einen einzigen, aber entscheidenden Wettkampf verliert. Der Kubaner muss den Titel des Weltmeisters abgeben und wartet jahrelang auf die Gelegenheit zur Revanche. Dieser Wahn, der langsam von Capablanca Besitz ergreift, ließe sich in einem einfachen Spannungsbogen wunderbar erzählen. Wenn nicht, und darin liegt eine gewisse Ironie, die Aufteilung in vierundsechzig Kapitel wäre. Jedem einzelnen der kurzen Texte spürt man den Willen zur Bedeutsamkeit an; das Buch wird langsam und schwer. Nur selten ist es so originell und klug, wie es sein möchte. (Fabio Stassi: "Die letzte Partie". Roman. Aus dem Italienischen von Monika Köpfer. Kein und Aber Verlag 2009. 236 S., geb., 19,90 [Euro].) lbo.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Einen Roman für Schachspieler empfiehlt uns Maike Albath. Fabio Stassis Orientierung an der historischen Figur des Schachmeisters Jose Raul Capablanca und dessen lebenslanger Rivalität mit Alexander Aljechin ist jedoch nicht der einzige Grund dafür. Albath nämlich erkennt in der Konstruktion des Textes den Aufbau und den Nachvollzug einer Schachpartie wieder. So entspreche die Kapitelzahl der Anzahl der Felder auf dem Brett, erklärt sie. Allerdings geht es dem Autor neben dem Spiel mit der Form auch um die Erforschung der Psyche einer tragischen Spielerfigur. Die neutrale Erzählerstimme und die distanzierte Perspektive erscheinen Albath zu diesem Zweck gut gewählt und sorgen für "sehr schöne Momente". Wenn die Figuren dennoch "ein wenig leblos" blieben, liegt das am Gestaltungsprimat des Romans, seiner "mechanischen Eleganz".

© Perlentaucher Medien GmbH

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