Die letzte Nacht der alten Zeit - Hartmann, Lukas

Lukas Hartmann 

Die letzte Nacht der alten Zeit

Roman

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Die letzte Nacht der alten Zeit

Bern, im März 1798: Das Ancien Régime bricht nach dem Einmarsch der französischen Truppen zusammen. Die Menschen sind erschüttert und entfesselt zugleich: Mit einem Mal herrscht eine Stimmung, in der alles erlaubt scheint. Lebendig und temporeich erzählt Hartmann in einem historischen Roman von dem Wendepunkt, an dem das alte System kippt und die neue Ordnung noch nicht gilt.


Produktinformation

  • Verlag: Nagel & Kimche
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 280 S.
  • Seitenzahl: 280
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 415g
  • ISBN-13: 9783312003860
  • ISBN-10: 3312003865
  • Best.Nr.: 20948653
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.06.2007

Die Scheu vor dem unbekannten Meer
Lukas Hartmanns Roman „Die letzte Nacht der alten Zeit”
Eine Schifffahrt, die über zweihundert Romanseiten dauert, müsste mindestens über ein weites Meer führen. Hier führt sie über den Thunersee in der Schweiz. Dem Mann, der auf dem Schiff unter den Wolldecken liegt, kam das offene Meer ohnehin schon immer widernatürlich vor. Der Mensch, ohne Schwimmhäute und Flossen geboren, gehöre aufs Land, nicht aufs Wasser, scheint ihm. Ins behäbige Bern zum Beispiel, wo er selbst, Niklaus Friedrich von Steiger, bis vor kurzem noch Schultheiß war. In dieser Märznacht 1798 ist er nun also auf dem Schiff, ein Fliehender, begleitet nur vom Korporal Dubi von der Berner Stadtwache, den er zum Schutz seiner Person aufbot.
Steiger hatte aus der Republik Bern das Treiben des Pariser Revolutionspöbels mit Argwohn verfolgt und, als das französische Heer unter Napoleons Feldmarschall Brune heranrückte, sich gegen die Meinung anderer Stadträte nicht fürs Paktieren, sondern für den bewaffneten Widerstand entschieden. Doch die Schlacht ging verloren. Darum sitzt er nun auf dem Schiff. Abgesehen von zwei weiter nicht ins Gewicht …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Lukas Hartmanns Roman spielt im Jahr 1798 nach dem Fall des stolzen Bern. In klassischer Manier wird die Einheit von Ort, Zeit und Handlung gewahrt. In einer Märznacht des Jahres sind der konservative letzte Schultheiss von Bern Niklaus Friedrich von Steiger, seine Ordonnanz Christian Dubi (beides historisch verbürgte Figuren) und die Wäscherin Maria in einem Boot auf der Flucht. Von dieser Erzählgegenwart gehen die Schilderungen der allgemeinen wie der historischen Geschichte aus. Die Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger zeigt sich beeindruckt von der Fähigkeit des Autors, nicht nur aus den Quellenberichten lebendige Figuren zu entwickeln, sondern mit großer "empathischer Begabung" sich auch in die Frauenfigur der Maria zu versetzen. Als Höhepunkt des Romans bezeichnet sie einen Streit zwischen dem Schultheissen Steiger und seinem Rivalen Karl Frisching.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Im dunklen Glanz dieser reizvoll geschliffenen Geschichtsfigur des Schultheiß von Steiger spiegelt sich in diesem Buch eine historische Zeitwende." (Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung, 11.06.2007)<br/><br/>"Doch wenn die historischen Lehrmittel diesen Sturz gern mit dem Glorienschein des Heroismus umgeben haben, so führt Hartmann eine ungeschminkte, mit Details gesättigte Wirklichkeit vor Augen, kurz: eine aus den Fugengeratene Welt." (Beatrice Echmann-Leutenegger, Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2007)<br/><br/>"Auf der Fahrt über den Thunersee rollen Maria und Dubi nach und nach ihre persönliche Vergangenheit auf, die dem Leser Einblick gibt in die damalige Zeit. Man lernt eine Schweiz kennen, die einem im Grunde genommen fremd ist, und man hofft mit Maria, dass sie ihren Liebsten findet. Der Roman ist die ruhige, bodenständige Ergänzung zum cineastischen Pop-Drama Marie-Antoinette." (Brigitte, 14.03.2007)
Lukas Hartmann, 1944 geboren, lebt als freier Schriftsteller und Journalist in Bern. Für seine Romane - wie für seine Kinder- und Jugendbücher - wurde er mehrfach ausgezeichnet, z. B. im Jahr 2010 mit dem ersten Großen Literaturpreis von Stadt und Kanton Bern.

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