Die Leiden einer jungen Kassiererin - Sam, Anna
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Anna Sam 

Die Leiden einer jungen Kassiererin

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Die Leiden einer jungen Kassiererin

Mit ironischer Lässigkeit vermittelt Anna Sam eine sozialkritische Botschaft: die Welt der Supermärkte spiegelt im Kleinen wider, was in unserer Gesellschaft insgesamt im Argen liegt.

Sie ist uns vertraut, und wir kennen flüchtig ihr Gesicht, weil wir mehrmals pro Woche an ihr vorbeidefilieren - die Supermarktkassiererin. Für die meisten von uns reduziert sich ihre Identität auf das von Piepstönen untermalte Gleiten des Scanners über unser Warensortiment, auf stereotype und scheinbar lustlos wiederholte Redewendungen wie 'Ist das alles?' oder 'Macht dann 9,99.' Anna Sam hat Literatur studiert und war 8 Jahre lang gezwungen, sich als Kassiererin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Mit trockenem Humor und scharfer Beobachtungsgabe beschreibt sie Szenenbilder, die sich in der Atmosphäre liebloser Achtlosigkeit der Supermärkte entwickeln. Niemand sieht Tag für Tag so viele unterschiedliche Menschen an sich vorbeiziehen wie die Kassiererin. und niemand ist wohl besser geeignet, eine Typologie des Alltagsmenschen anzufertigen: vom notorischen Stänkerer über den lästigen Fragesteller mit der langen Leitung bis hin zum Möchtegern-Charmeur. 'Man sieht Menschen, wie sie wirklich sind', sagt Anna Sam. Die Memoiren einer Supermarktkassiererin sind ein Lesevergnügen für alle mitfühlenden Zeitgenossen, die bereit sind, das Komische in der banalen Beschränktheit und Achtlosigkeit unserer Mitmenschen zu erkennen. Anna Sams Buch behandelt sicherlich kein 'großes' Thema, aber es ist ein Kleinod ironischer Menschenbeobachtung. Die besten Satiren schreibt noch immer das wirkliche Leben.Kann in einem Atemzug mit der subversiven französischen Angestellten-Bibel 'Die Entdeckung der Faulheit' von Corinne Maier oder mit den sozialen Reportagen eines Günter Wallraff genannt werden.


Produktinformation

  • Verlag: Riemann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 171 S.
  • Seitenzahl: 171
  • Deutsch
  • Abmessung: 20 cm
  • Gewicht: 223g
  • ISBN-13: 9783570501078
  • ISBN-10: 3570501078
  • Best.Nr.: 24923704
"Äußerst amüsant und erschütternd zugleich beschreibt Anna Sam die Possen des Durchschnitts-Supermarktkäufers." (The Times)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.03.2009

Die Kassiererin

Der Kunde ist König. Besser gesagt, er ist der Fluch einer jeden Kassiererin. Anna Sam schreibt stellvertretend für ihre stummen Kolleginnen - denn der "Servicemitarbeiter Kasse" ist eben doch meist weiblichen Geschlechts - vom Leiden am Arbeitsplatz Supermarktkasse. Als Kassiererin in einer großen französischen Filiale hatte die Autorin Gelegenheit, acht Jahre lang parallel zu ihrem Literaturstudium auch ein "Studium der menschlichen Dummheit" zu absolvieren. Der Inhalt des Buches ist skandalös. Während der deutsche Buchtitel vom Leid einer jungen Kassiererin spricht, benennt der französische treffend das Phänomen: Hier ist von der "tribulation", der Drangsal, die Rede, der man ausgesetzt wird, sobald man in einem Kittel hinter dem Fließband sitzt. Drei Minuten Pause pro Stunde, einen Gang zur Toilette muss man sich förmlich erbetteln. Stillhalten und freundlich sein wird erwartet, egal, wie unverschämt der Kunde auch sein mag. Als Kassiererin hat man jede Zumutung zu ertragen, ist zu einem gesellschaftlichen Neutrum degradiert. Anna Sam nimmt es mit viel Humor, aber überall schimmert durch: Die Kasse scheint so etwas wie ein rechtloser …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Dass es der Autorin nicht darum geht, Mitleid zu erregen, ist der Rezensentin schnell klar. Die zum Buch kompilierten Blogeinträge der französischen Ex-Kassiererin Anna Sam drehen sich zwar unter anderem um Ischiasprobleme, nervtötende Scanner- und Kundengeräusche und sadistische Chefs, doch der Tonfall, versichert Christiane Müller-Lobeck, ist durchweg munter. Sogar "süffisante Fitness-Tipps" finden Eingang ins Buch. Und so stehen Filmproduzenten und Theaterleute schon Schlange, um die "kurz gehaltenen Kapitel" weiter zu verwerten, weiß die Rezensentin. Ob das den "leicht betulichen" Solidaritätsbekundungen mit den "Kassenrobotern" weiter Vorschub leisten wird - die Rezensentin scheint es zu befürchten.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Cordula Stratmann liest die ironische Gesellschaftsstudie in rheinischem Tonfall - einfach köstlich." -- buchjournal<br/><br/>"Und wer könnte Anna Sams Feldforschung im täglichen Klassenkampf eine bessere Stimme geben als Cordula Stratmann?" -- Brigitte<br/><br/>"Die 'Kassiererin' gibt sie [Cordula Stramann] nicht ganz so ulkig, dafür aber mit energiegeladenem Charme." -- Radio Fritz

"Die 'Kassiererin' gibt sie [Cordula Stramann] nicht ganz so ulkig, dafür aber mit energiegeladenem Charme."
Anna Sam, 28, ist Frankreichs bekannteste Supermarkt-Kassiererin. Als sie nach Abschluss ihres Literaturstudiums nicht sofort einen Job bekam, jobbte sie in Rennes bei einer Großmarktkette. Sie begann ihre heiteren, skurrilen und frustrierenden Erfahrungen mit Kunden in einem Web-Log zu veröffentlichen, der zum Überraschungshit wurde und bis heute über 600.000 Besucher anlockte. Seit ihrer Buchveröffentlichung 'Les tribulations d'une cassière' gilt sie in ihrer Heimat als Sprachrohr aller Supermarkt-Angestellten.

Leseprobe zu "Die Leiden einer jungen Kassiererin"

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Leseprobe zu "Die Leiden einer jungen Kassiererin" von Anna Sam

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Leseprobe zu "Die Leiden einer jungen Kassiererin" von Anna Sam

Mein Name ist Anna. Ich bin 28 Jahre alt, habe meinen Universitätsabschluss in Literaturwissenschaft und eine Erfahrung hinter mir, die sich als ebenso eigenartig wie banal erwies. Ich habe acht Jahre lang in einem der großen Supermärkte gearbeitet, zuerst, um damit mein Studium zu finanzieren, danach, weil ich keine meiner Ausbildung entsprechende Anstellung fand. Und somit bin ich geblieben, was man heute so schön "Servicemitarbeiterin Kasse" nennt.

Eine Supermarktkasse. Nicht gerade viel Abwechslung, vom "Biep! Biep!" beim Einscannen der verschiedenen Artikel ganz zu schweigen. Während dieser sanfte Ton sich immer weiter in mein Gehirn fraß, kam ich mir am Ende selbst wie ein Roboter vor. Daneben gab es nur noch die flüchtigen Begegnungen mit den Kunden, die auch nicht gerade dazu beitrugen, die Lebensgeister zurückzurufen. Glücklicherweise sorgte der Kontakt der Kollegen untereinander dafür, dass wir unsere Natur als menschliche Wesen nicht vollkommen vergaßen.

Eines Tages dann fasste ich den Entschluss, meine beruflichen Erfahrungen aufzuschreiben, all die kleinen Ereignisse, die das Leben einer gewöhnlichen Kassiererin ausmachen.

Und plötzlich sah ich die Menschen, die hinter dem Laufband vorbeidefilierten, mit anderen Augen. Ich betrachtete das Universum des Supermarkts durch eine andere Optik und entdeckte eine Welt, die sehr viel weniger eintönig ist, als sie mir bislang erschienen war.

Es gibt pflegeleichte Kunden und schwierige, reiche und arme, komplexbeladene und solche, an deren Selbstbewusstsein nie auch nur die Spur eines Zweifels nagt. Kunden, für die man gar nicht existiert, als wäre man unsichtbar, und andere, die grüßen, wenn sie an die Kasse kommen. Die Kampfshopper, die morgens bei der Öffnung schon füßescharrend vor den Pforten warten, und die Superlässigen, die sich grundsätzlich Zeit lassen, bis der Markt schließt. Kunden, die uns anmachen, andere, die uns beleidigen. Wer will da noch behaupten, das Leben einer Kassiererin sei arm an Ereignissen?

Da ich all das selbst erlebt habe, bekam ich Lust, anderen von meinen Erlebnissen zu erzählen.

Hier sind die Geschichten, die mich am stärksten berührten.

Aber jetzt wird es Zeit, dass Sie sich ein Wägelchen schnappen und die Pforten des Supermarkts durchschreiten. Die Gitter vor dem Eingang rasseln schon nach oben! Wir wünschen einen angenehmen Einkauf!

Willkommen im Supermarkt:

Wollten Sie nicht schon immer Kassiererin werden?

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben einen Termin zum Vorstellungsgespräch bekommen und dann sogar die Stelle ergattert?

Willkommen in der Großfamilie der Supermärkte! Sie sind jetzt also Kassiererin. Oh, Verzeihung! Ich meine natürlich "Servicemitarbeiterin Kasse". Da fühlt man sich doch sofort viel begehrenswerter, nicht wahr? Das Einstellungsgespräch war eine Sache von Minuten. Es dauerte gerade so lange, dass Sie noch einmal aufsagen konnten, was bereits in Ihrem Lebenslauf stand, und die Frage beantworteten, ob Sie eine Bankverbindung besitzen.

Psychotests? Kopfrechnen?

Was für ein Unsinn! Warum nicht auch noch gleich ein graphologisches Gutachten?

Sie bewerben sich als Kassiererin, nicht als Notar!

Heute ist Ihr erster Tag ...
... und Sie sollten sich sofort als möglichst rentabel erweisen. Also keine Zeit verlieren! Sie werden an Ort und Stelle angelernt.

Nur keine Panik. Eine "Altgediente" wird Sie unter ihre Fittiche nehmen, zumindest eine Viertelstunde lang. Vielleicht sogar einen ganzen Vormittag, wenn Sie Glück haben. Möglicherweise sogar zwei ganze Tage, wenn Ihr Geschäftsführer nett ist. (Die gibt es noch, ich schwöre!) Feste Regeln existieren hierfür nicht.

Man führt Sie einmal durch den Laden. (Und zwar schnell, schließlich wartet die Arbeit!) Man zeigt Ihnen die Umkleide, den Pausenraum, den "Kasten" - genauer gesagt: den Mülleimer, in dem all das Zeug landet, was sich nicht mehr verkaufen lässt - Sie werden sich immer mal wieder dorthin begeben und die zentrale Kasse, wo Sie Ihren Wechselgeldkasten ausgehändigt bekommen. Und ... das war's dann auch schon.

Jetzt kennen Sie den Laden gut genug, um sich an die Arbeit machen zu können. Sie möchten wissen, welche Artikel Ihr Supermarkt führt? Das hat Zeit. Sie können die Geschäftsräume schließlich in der Pause besichtigen, was Ihre Ruhezeiten gleich viel spannender gestaltet.

Wenn Sie das erste Mal die rote Linie überschreiten, um in Ihrer schicken Uniform von Chanel oder Dior ... oder in Ihrer hässlichen Bluse (hängt alles von dem Laden ab, in dem Sie arbeiten, genauer gesagt von der Kundschaft, die man dort anvisiert) und mit dem Wechselgeldkasten unter dem Arm (in dem immer einige Tageslöhne stecken) den Platz hinter Ihrer Kasse einnehmen, dann sind Sie vermutlich ein bisschen eingeschüchtert.

Keine Sorge. Das gibt sich.

Sie haben Ihre Kasse gefunden, die Wechselgeldschublade eingesetzt, alle Systeme sind startklar, Sie sind hyperkonzentriert, supermotiviert, die "Altgediente" steht Ihnen zur Seite, und Sie spitzen die Ohren. Sie sind bereit zum Einsatz. Wurde auch Zeit.

Mal sehen: Ware einscannen (Laufband und Artikel im Auge behalten, um zu überprüfen, ob nicht vielleicht ein falscher Preis angezeigt wird), Summe anzeigen lassen, dem Kunden den Gesamtpreis nennen, ihn fragen, ob er eine Kundenkarte besitzt, Zahlungsmittel entgegennehmen, Wechselgeld zurückgeben, dann Kassenbon aushändigen. Dabei immer freundlich lächeln. Natürlich. Und ratzfatz noch ein "Auf Wiedersehen und einen schönen Tag noch!" und weiter zum nächsten Kunden.

Nochmal zum "Mitschreiben" ...?

Anfangs geht alles schnell, viel zu schnell. Vor allem, wenn Sie an einem Tag anfangen, an dem viele Leute kommen. Doch ebenso schnell nehmen die eigenen Bewegungen Automatencharakter an, und bald achtet man überhaupt nicht mehr darauf, was man eigentlich tut. Ein Monat genügt, und Sie haben das Gefühl, eins mit Ihrer Kasse zu sein.

Sie merken gar nicht, wie die Zeit vergeht, da gibt die "Altgediente" Ihnen schon immer weniger Anweisungen. Es passt ja.

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Kundenbewertungen zu "Die Leiden einer jungen Kassiererin" von "Anna Sam"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von JED aus Berlin am 29.05.2011 ***** sehr gut
Kurzinhalt:
Wir begegnen ihnen ständig, wenn wir einkaufen: Kassiererinnen an der Kasse. Doch machen wir uns wirklich Gedanken um sie? Wohl nur, wenn sie besonders unhöflich sind. Oder Geld falsch herausgeben.

Aber fragen wir uns, was diese Frauen (und Männer) jeden Tag mit uns (den Kunden) erleben? Spätestens, wenn man dieses Buch gelesen hat, wird man es (hoffentlich) tun.

Anna Sam finanzierte 8 Jahre lang ihr Literatur-Studium in Frankreich mit einem Job an der Kasse. Was sie dort erlebt hat, hat sie in diesem Buch niedergeschrieben.


Meine Meinung:
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die Angestellte wie Angestellte behandeln. Ich bilde mir ein, mir bis zu einem bestimmten Punkt über den Menschen bewusst zu sein, der mir da gegenüber sitzt. Immerhin arbeite ich selbst im öffentlichen Dienst. Dennoch kann man sich wohl nur schwer in jemanden hineinversetzen, der wirklich 8 Stunden lang an der Kasse sitzt und auch auf andere Menschen trifft.

Menschen, denen es egal ist, ob die Öffnungszeiten des Ladens bereits zu Ende sind (wenn ich drin bin, bin ich drin); Menschen, die den Supermarkt mit einer Selbtbedienungstheke verwechseln und mal eben den Saft autrinken, bevor er abkassiert wurde (dafür soll ich auch noch bezahlen?); Menschen, die am Handy hängen und für den Menschen keinen Blick haben, der sich um seine Waren kümmert (oft genug selbst erlebt).

Man möchte sich für seine Mitmenschen schämen, wenn man das so gehäuft liest.

Und wer das alles für extreme Beispiele hält, auch ohne menschliches Gegenüber ist diser Job extrem anstrengend: Ich für meinen Teil habe mir z.B. nie klar gemacht, was es bedeuten muss, einen ganzen Tag das Piepen der Scanner-Kassen zu ertragen. Wir verlassen den Laden irgendwann. Das können die Kassiererinnen nicht.

In kurzen Annekdoten erzählt Anna Sam von ihrer Zeit als Kassiererin. Und kann wohl von Glück sagen: Es war nur ein Job für sie, der irgendwann endete. Vielleicht kann sie deswegen aus einem gewissen Abstand, mit einem zwinkernden Auge auf diese Zeit schauen.

Aber was ist mit den Frauen und Männern, die diesen Beruf tatsächlich hauptberuflich machen? Was dem Buch fehlt, ist das große Ganze. So bleibt es nur auf eine Aneinanderreihung von Erlebnissen beschränkt. Zumal ihre Episoden speziell im letzten Drittel des Buches in nervtötende Meckereien ausarten. Auch andere Berufe haben z.B. nur kurze Pausen - das würde ich nicht unbedingt so spezifisch auslegen.

Was bleibt, ist ein seltsamer Nachgeschmack. Und hoffentlich noch mehr Aufmerksamkeit den Menschen gegenüber, die meine Waren abkassieren.


Fazit:
Für jeden, der sich für sein Gegenüber interessiert. Müsste es eigentlich für jede Berufsgruppe geben.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Uschi aus Hann. Münden am 21.02.2009 ***** ausgezeichnet
Finde es toll, dass Sie Versandkostenfrei liefern.
Dann muss ich keinen Bücherladen suchen, mein Auto nicht bewegen. Das ist auch noch gut für die Umwelt. Ich erwarte mit Freude ihre erste Bücherlieferung - frei Haus - und hoffe auf weitere günstige Angebote.
Mit herzlichen Grüßen

Uschi

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