Produktbeschreibung zu Die Krise der Psychologie
"Die Krise der Psychologie" erschien erstmals 1927.
Bühler entwickelt darin eine eigene Axiomatik der Psychologie, die
einige der bis heute gültigen Grundlagen der modernen Sprach-,
Zeichen- und Kommunikationswissenschaft legt.
Inhalt:
Vorwort
I. Zur Charakteristik der Lage
§ 1 Der Impressionismus und die klassische Assoziationspsychologie
um 1890
§ 2 Die Denkpsychologie und die Psychoanalyse
§ 3 Der Behaviorismus und die geisteswissenschaftliche
Psychologie
Verhältnis der Theorien zueinander
II. Die drei psychologischen Aspekte
§ 4 Der Erlebnisaspekt in der Sprachtheorie
§ 5 Das Zweiersystem von Zeichengeber und Zeichenempfänger
§ 6 Die Darstellungsfunktion der Sprache
§ 7 Das Ergebnis
III. Die Einheit der Psychologie
§ 8 Die neue Zweiheitslehre Sprangers
§ 9 Der seelische Kontakt und das Kontaktverstehen
§ 10 Über Struktureinsichten und den Physikalismus in der
Psychologie
§ 11 Der Sinnbegriff in der Psychologie
§ 12 Die Idee einer Kulturpsychologie
§ 13 Die Sinnbändertheorie Sprangers
IV. Zur Kritik der Psychoanalyse
§ 14 Freud, der Stoffdenker
§ 15 Vom Jenseits des Lustprinzips
§ 16 Formwille und Funktionslust im Spiele des Kindes
- Nachwort der Herausgeber
- Namenverzeichnis
- Sachverzeichnis
Produktinformation
- Werke
- Bd.4
- Verlag: Velbrück
- 2000
- 2000.
- Ausstattung/Bilder: 267 S.
- Seitenzahl: 267
- Deutsch
- Abmessung: 231mm x 149mm x 25mm
- Gewicht: 485g
- ISBN-13: 9783934730045
- ISBN-10: 3934730043
- Best.Nr.: 08733772
 | Besprechung von 22.01.2001 |
Zeichen (Z) und Wunder (W)Wie Karl Bühler die Psychologie auf Kybernetik umgestellt hatDie Semiotik war das Versprechen, das Welträtsel zu lösen, indem es in eine bislang unvermutete, überraschende Gestalt gekleidet wurde: Es stellte sich plötzlich in Form von Zeichen. Während der Genfer Linguist Ferdinand de Saussure das Bedeutende und das Bedeutete untrennbar zusammenschweißte, die Bedeutung aber in ein unerschöpfliches Verweisungsspiel verwickelt sah, führte der amerikanische Philosoph Charles Sanders Peirce die Kantsche Kategorientafel auf die basale Trichotomie des Zeichens an sich, seines Objekts und seines Interpretanten zurück, die sich jeweils wieder aus drei Momenten zusammensetzen. Dieser Kombinatorik entsprang ein wahrer Furor der Klassifikation, mit dem Peirce durch die Welt und ihre Interpretation rauschte, um sie in eine Zahl zwischen 66 und mehrere hundert Millionen mögliche Zeichenklassen einzuteilen. Hier wie dort entpuppte sich das Welträtsel als Rätsel der Komplexität.
Auch im 1927 erstmals erschienenen Buch "Die Krise der Psychologie", mit dem Velbrück Wissenschaft eine auf acht Bände angelegte Werkausgabe …
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Die Herausgeber Achim Eschbach und Jens Kapitzky haben Karl Bühlers erstmals 1927 erschienenen Band "Die Krise der Psychologie" sorgfältig ediert und mit einem "erhellenden" Nachwort versehen, lobt der Rezensent Martin Stingelin. An der Schrift des 1963 verstorbenen Gestalt-, Kinder- und Sprachpsychologen - der erste Band einer auf acht Bände angelegten Werkausgabe des Velbrück Verlags - übt der Rezensent aber Kritik. Zwar seien manche Ausführungen auch heute noch aktuell. So etwa Bühlers Erörterungen über die Schwierigkeiten der Psychologie, ihre vielen unterschiedlichen und sehr komplexen Ansätze unter einen Hut zu bringen. Aber sein hier erstmals erörtertes Integrationsmodell hält der Rezensent für überholt. Er bedauert, dass Bühler in seine Analyse die systematische Terminologie des amerikanischen Philosophen Charles Sanders Peirce nicht einbezogen hatte. Positiv bewertet der Rezensent aber Bühlers Vorbehalte gegen Freuds These vom Todestrieb, der er eine überzeugende Psychologie des Kinderspiels entgegengesetzt habe.
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