Die Korrekturen - Franzen, Jonathan

Jonathan Franzen 

Die Korrekturen

Roman

Aus d. Amerikan. v. Bettina Abarbanell
Broschiertes Buch
 
3 Kundenbewertungen
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Die Korrekturen

Nach fast fünfzig Jahren als Ehefrau und Mutter ist Enid Lambert entschlossen, ihr Leben ein wenig zu genießen. Alles könnte so angenehm sein, gemütlich, harmonisch - einfach schön. Doch die Parkinsonsche Krankheit hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei Kinder haben das traute Familienheim längst verlassen - um ihre eigenen tragikomischen Malaisen zu durchleben. Der älteste, Gary, stellvertretender Direktor einer Bank und Familienvater, steckt in einer Ehekrise und versucht mit aller Macht, seine Depressionen kleinzureden. Der mittlere, Chip, steht am Anfang einer vielversprechenden Karriere als Literaturprofessor, aber Liebestollheit wirft ihn aus der Bahn, und er findet sich in Litauen wieder als verlängerter Arm eines Internet-Betrügers. Und das jüngste der Lambert-Kinder, die erfolgreiche Meisterköchin Denise, sinkt ins Bett eines verheirateten Mannes und setzt so, in den Augen der Mutter zumindest, Jugend und Zukunft aufs Spiel. In dem Wunsch, es sich endli
ch einmal so richtig gutgehen zu lassen - und Alfred aus seinem blauen Sessel zu locken, in dem er immer schläft -, verfolgt Enid nun ein hochgestecktes Ziel: Bald nach der Luxus-Kreuzfahrt, zu der sie voller Vorfreude mit Alfred aufbricht, möchte sie die ganze Familie zu einem letzten Weihnachtsfest zu Hause um sich scharen.


Produktinformation

  • Verlag: ROWOHLT TB.
  • 2010
  • 11. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 780 S.
  • Seitenzahl: 784
  • rororo Taschenbücher Nr.23523
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 127mm x 43mm
  • Gewicht: 459g
  • ISBN-13: 9783499235238
  • ISBN-10: 3499235234
  • Best.Nr.: 11917241
Eine ganz normale Familie<br /> Die Lamberts: Eine ganz normale Familie. Alfred und Enid, die Eltern, wohnen in gesicherten Verhältnissen in einer kleinen Stadt im mittleren Westen. Ihre Kinder, Chip, Denise und Gary haben Anlagen zu Erfolg in ihren Berufen: Chip ist Literaturdozent, Denise ist eine mehr als mittelmäßige Gourmet-Köchin und Gary ist ein erfolgreicher Banker in Philadelphia. Eine ganz normale Familie der Jahrtausendwende. Und dennoch: "Überall im Haus läutete eine Alarmglocke, die außer Alfred und Enid niemand hörte. Es war die Alarmglocke der Angst."<br /> Rekordbuch<br /> Jonathan Franzens Roman <em>Die Korrekturen</em> ist seit langem das erfolgreichste Buch in den USA. Die Kritiker waren begeistert, und als Franzen sich weigerte, in der renommiertesten Talkshow Amerikas, bei Oprah Winfrey, aufzutreten, tat dies seinem Ruhm nicht wie erwartet Abbruch, sondern verhalf ihm zu Rekordverkäufen. Ganz nebenbei hatte er damit die bis dahin unbestritten größte Macht im amerikanischen Literaturbetrieb gestürzt: Oprah Winfrey kündigte an, in Zukunft keine Bücher mehr empfehlen zu wollen.<br /> Portrait einer Generation<br /> Nun kann sich der deutsche Leser selbst überzeugen: <em>Die Korrekturen</em> ist ein Roman, der beweist, dass große Literatur auch großen Erfolg haben kann. Mit virtuoser Leichtigkeit und leiser, wohlwollender Ironie blickt er hinter die Fassade der Lamberts. Jeder von ihnen ist auf seine Weise gescheitert. Wir erfahren, dass die Familienverhältnisse zerrüttet sind und sehen die Ängste, Neurosen, Sorgen aber auch Hoffungen bloß gelegt: Alfred leidet an der Parkinson und suhlt sich in seiner Krankheit, die er zum Vorwand für völlige Lethargie benutzt. Die krankhaft sparsame Enid hat Ängste ganz anderer Art: "Die Angst etwa, die von Rabattmarken kam", deren Frist abgelaufen sein könnte. Gary steckt in einer Ehekrise und wird von einer unterdrückten Depression gebeutelt, Chip hat eine Affäre mit einer seiner Studentinnen, verliert seinen Job und landet in der Illegalität. Denise aber, die immer Affären mit verheirateten Männern hat, setzt ihre Karriere aufs Spiel, als sie sich sowohl mit ihrem Chef als auch mit dessen Frau einlässt.<br /> Eine ganz normale Familie also. Enid versucht schließlich verzweifelt, die zerfallende Familie noch einmal zu versammeln und lädt sie zum Weihnachtstag nach St. Jude. Ein letzter Versuch der Rettung. Werden sie kommen?<br /> Franzen ist ein wunderbarer Erzähler, der mit <em>Die Korrekturen</em> einen bemerkenswerten, fast klassischen Gesellschaftsroman geschaffen hat, der ein enormes Identifikationspotential auch für den deutschen Leser bereit hält. Denn die Lebensmodelle der Eltern korrigieren zu wollen und damit zu scheitern, ist ein globales Ereignis. (Andreas Rötzer)<br/><br/>Jonathan Franzen: "Die Korrekturen" - ein Roman wie "Die Buddenbrooks" <br /> Es darf wieder über Literatur gesprochen werden. Über den sorgsamen Aufbau von Charakteren und ihren Beziehungen, über Dramaturgie und den Rhythmus der Sprache: In seinem Epos "Die Korrekturen" erzählt der Amerikaner Jonathan Franzen auf 782 Seiten die Geschichte der Familie Lambert - und hat dabei keine Scheu vor bösen Scherzen und tieferer Bedeutung. US-Kritiker haben "Die Korrekturen" mit Thomas Manns "Buddenbrooks" verglichen, vermutlich, weil Franzen in der Tradition der Moderne vom Verfall einer Famillie erzählt. Einem Verfall allerdings, mit dem Enid sich nicht abfinden mag: Nach fast 50 Ehejahren schleppt sie ihren an Alzheimer leidenden Gatten Alfred auf eine Kreuzfahrt. Die drei Kinder dieser Vorzeige-Spießer leiden derweil am Leben, jedes auf seine Weise. Denise macht Karriere als Gourmet-Köchin und privat alles falsch. Gary ist Banker, Alkoholiker und unglücklich verheiratet. Der Philologe Chip pflegt einen gefährlichen Hang zu Studentinnen. Während jeder so vor sich hin scheitert, beschließt Enid, ihre Kinder noch einmal um den heimischen Christbaum zu versammeln. Auf dieses erhoffte Ende hin erzählt Franzen seine Saga. Mit Bedacht, Gefühl und so unterhaltsam, wie Literatur eben auch sein kann. Am Ende mag man gar nicht aufhören. (Hörzu)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.06.2002

Jeder Satz ein Abenteuer im Wald
Warum man Jonathan Franzen genial nennen möchte: "Die Korrekturen" sind ein Juwel im abgetragenen Gewand des Familienromans

Ein Roman, der es sich zum Ziel gesetzt hat, auf achthundert Seiten jeder seiner zahllosen, detailliert gezeichneten Figuren ein Übermaß an Zuwendung, Verständnis, Liebe und Gerechtigkeit entgegenzubringen, müßte eigentlich einem umgestürzten Honigtopf gleichen: Zäh, süß und behäbig sucht sich eine klebrige Masse ihren Weg, Zuckerlava, vor der sich jeder Leser in Sicherheit bringen muß, will er nicht darin erstarren und zu Tode karamelisiert werden.

Jonathan Franzens Roman "Die Korrekturen" ist ein solches Buch. Aber man überlebt diese achthundert Seiten nicht nur unversehrt, sondern geht mit jenem eigentümlichen Gefühl aus der Lektüre hervor, das nur große Literatur wecken kann: Man fühlt sich beschenkt und bereichert, auch wenn man eigentlich nichts, wovon man gerade gelesen hat, selbst erleben möchte.

Das gilt natürlich besonders für die zahlreichen seelischen und körperlichen Gebrechen, die in diesem Buch eine große Rolle spielen. Wenn es stimmt, daß fast …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Die Lamberts: eine durchnittliche amerikanische Familie, die im Mittleren Westen in bescheidenem Wohlstand lebt. Die Kinder sind aus dem Haus, und Alfred und Ehefrau Enid plagen die Sorgen des Älterwerdens. Mittelpunkt ihres kleinbürgerlichen Wertesystems war stets das Glück ihrer Nachkommen. Dank Fleiß, Sparsamkeit und grenzenloser Sorge sollten sie es einmal besser haben im Leben. Doch Bankkaufmann Gary, Literatur-Dozent Chip und Küchenchefin Denise wollen von den Familienwerten nichts wissen. Alle drei versuchen, die Fehler der Eltern im eigenen Leben zu korrigieren - und scheitern. Und müssen dabei auch noch erkennen, dass sich ihre Korrekturen kaum von der Spießigkeit der Eltern unterscheiden. Jonathan Franzen hat einen dickleibigen Gesellschafts-Roman geschrieben, der monatelang die US-Bestseller-Liste anführte. Zu recht, denn mit seinem dritten Werk etabliert sich Franzen neben großen Erzählern wie John Updicke und Philip Roth. Gekonnt lässt er schnelle Dialoge auf verweilende Rückblenden folgen und kombiniert wunderschöne Metaphern mit seinem analytisch-sarkastischen Scharfblick. So heißt es über Chip, der nach einer exzessiven Affäre mit einer Studentin von …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.06.2002

So grausam ist dieses Gesicht
Und doch wie weich – Heute erscheint Jonathan Franzens großer Roman „Die Korrekturen”
Wie klein, wie sentimental, wie lächerlich das Motiv ist, aus dem einer der größten und wichtigsten Romane der jüngsten Zeit seine Kraft nimmt, das Motiv, das ihn zusammenhält von der ersten bis zur siebenhunderteinundachtzigsten Seite, das ihn mit Macht und großer Geschwindigkeit vorantreibt, so als ließe sich ein gigantischer Passagierdampfer mit einem von Hand betriebenen Haushaltsquirl durch Sturm und Wogen jagen. Um ein Weihnachtsfest geht es im Roman „Die Korrekturen” von Jonathan Franzen, um das letzte Weihnachtsfest, das die Familie Lambert nach dem Willen von Mutter Enid gemeinsam in ihrem Haus in St. Jude, in einer Stadt irgendwo im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten, verbringen soll: die Mutter und der Vater Alfred, die drei längst erwachsenen Kinder Chip, Denise und Gary, Anhang und Enkel.
Im März schon beginnen die Telefonanrufe, mit denen Enid ihre Nachkommen traktiert, die sich längst in die großen, eleganten Städte an der Ostküste abgesetzt haben. Während die Wochen und Monate vergehen, entwickelt sich …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Die Kritik ist lang, aber das Buch ist es auch und nicht wenig davon schickt Martin Krumbholz sich an nachzuerzählen. Das Personal ist überschauber, Vater Alfred - mit Alzheimer -, Mutter Enid - die die Kinder noch einmal zu Hause versammelt -, Sohn Chip - der Versager mit literarischen Ambitionen -, Tochter Denise - die Ex-Küchenchefin - und Sohn Gary - der Erfolgreiche, mit Frau und Kind: ein Familienroman. Erzählt werden "fünf Lebensgeschichten", zusammengehalten vom "Mythos" Familie, von den "Verstrickungen", aus denen deren Mitglieder nicht entkommen, zusammengefügt ist das ganze, meint der Rezensent, mit Eleganz. Kaum etwas scheint ihm überflüssig, Jonathan Franzen schreibe mit "Witz", aber ohne alle Angeberei (manchmal auch "direkt" und "bissig"), sei einem "aufgeklärten Realismus" verpflichtet, erlaube sich jedoch den einen oder anderen lässig postmodernen Schlenker. Am Individuellen sichtbar werden, so Krumbholz, Wahrheiten über Abhängigkeiten, die man nicht los wird, über Korrekturen, die nicht gelingen können. Mit einem Wort: ein überaus gelungener Roman.

© Perlentaucher Medien GmbH
Jonathan Franzen, geb. 1959 in der Nähe von Chicago, wuchs in Webster Groves/Missouri auf, einem Vorort von St. Louis. Er lebt in New York.

Kundenbewertungen zu "Die Korrekturen" von "Jonathan Franzen"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Polar aus Aachen am 15.09.2007 ***** ausgezeichnet
Es könnte alles so schön sein. Die Familie Lambert besitzt alles, was man zu einem glücklichen Leben braucht. Keiner muß Hunger leiden, sie alle haben ihr Schicksal selber in der Hand. Und doch ist es wie in vielen Familien. Irgendwie, irgendwo ist was schiefgelaufen. Die Krankheit des Vaters, Parkinson, ist fast ein Synonym für die gesamte Familie. Sie wird durchgeschüttelt, ist dabei so mit sich beschäftigt, daß man nicht unbedingt davon ausgehen darf, daß sie dabei wachgerüttelt werden wird. Wie Jonathan Franzen mit viel Humor von der Tragik der bürgerlichen Familie erzählt, dabei rechts und links auf unsere Gesellschaft blickt, ist wunderbar leicht, lesenswert. Er versinkt nicht in die Versuchung eines Familienschmökers, sein Blick auf die Figuren ist schonungslos. Er verzeiht ihnen trotzdem, aber ob sie mit sich selbst Nachsicht verüben werden, das wird sich im Verlauf der Geschichte zeigen müssen. Wall Street, Internet, Osteuropa und die familiy values, die Hoffnung der Mutter, die Familie zu Weihnachten Zuhause um sich zu versammeln, die Gegenwart ist in diesem Roman fest verankert. Sie träumen alle auf ihre eigene Art. Und nicht nur sie müssen sich fragen lassen, warum alles so schwierig ist. Ein umfangreicher Roman voller poetischer Stellen, bizarren Momenten und selbst die Liebe fehlt nicht. So glaubt man halt mit ein paar Korrekturen bestens zurechtzukommen.

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Bewertung von Daniel S. aus Gießen am 26.07.2003 ***** ausgezeichnet
Ein hervorragender Roman von einem hervorragenden Autor. DIE KORREKTUREN ist nicht nur EIN Roman, nein, es ist wirklich eine wahre Fundgrube an Geschichten. Ich habe noch nie einen Roman mit einer solchen Vielfalt gelesen. Es ist ein schönes, witziges, trauriges, einfach ein unglaublich unterhaltendes und ausgezeichnetes Buch! Eine wahre Sensation - besser geht es nicht!

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Bewertung von Bauer, Isolde aus 69245 Bammental am 14.12.2002 ***** ausgezeichnet
Selten so gelacht! J. Franzen schreibt, was andere sich nicht mal zu denken wagen! Größtenteils spannend, auf jeden Fall sehr lesenswert!

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