Die Kinder von Eden - Follett, Ken

Ken Follett 

Die Kinder von Eden

Roman

Übersetzer: Neuhaus, Wolfgang; Lohmeyer, Till R
Broschiertes Buch
 
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Die Kinder von Eden

Ein kleines, verschwiegenes Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine friedliche Hippie-Gemeinde. Nun soll ihr Dorf einem Stausee weichen. Man gibt ihnen genau fünf Wochen Zeit, um das Land zu räumen. Aber die Kinder von Eden sind keinesfalls bereit, alles aufzugeben. In ihrer Not kommen sie auf eine wahnwitzige Idee...


Produktinformation

  • Verlag: Lübbe
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 527 S.
  • Seitenzahl: 528
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.14535
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 124mm x 34mm
  • Gewicht: 442g
  • ISBN-13: 9783404145355
  • ISBN-10: 3404145356
  • Best.Nr.: 09473563
Franziska Pigulla ist seit 1985 freiberuflich als Sprecherin und redaktionelle Mitarbeiterin für diverse Rundfunk-und TV-Sender, Filmproduktions-und Synchronfirmen aktiv. Ihre unverwechselbare Stimme ist durch zahlreiche Synchronisationen ausländischer Schauspielerinnen (Gillian Anderson, Demi Moore, Fanny Ardant, Lena Olin, Sharon Stone, Sean Young ...) bekannt. Seit 1998 hat sie einigen Hörbüchern ihren individuellen Charakter verliehen. Darunter "Nirgendwo in Afrika" von Stefanie Zweig.

Leseprobe zu "Die Kinder von Eden" von Ken Follett

Ein Mann namens Priest zog sich seinen Cowboyhut in die Stirn und spähte über die flache, staubtrockene Halbwüste im Süden von Texas.
In alle Himmelsrichtungen erstreckte sich Gestrüpp: stumpfgrüne, niedrige, dornenreiche Mesquitsträucher und Salbeigewächse. Unmittelbar vor Priest hatten Bulldozer eine etwa drei Meter breite, schnurgerade Schneise durchs Gebüsch gefräst. Senderos nannten die spanischstämmigen Fahrer diese Pfade, an deren Rändern -- in Abständen von jeweils exakt fünfzig Yards -- bonbonrosafarbene Markierungsfähnchen an kurzen Drahtständern flatterten. Ein Lastwagen rollte im Schrittempo über den sendero.
Diesen Lastwagen mußte Priest stehlen.
Sein erstes Auto hatte er im Alter von elf Jahren geklaut, einen brandneuen, schneeweißen 1961er Lincoln Continental. Der Wagen stand vor dem Roxy Theater am South Broadway in Los Angeles, und die Schlüssel lagen im Handschuhfach. Priest, der damals noch Ricky hieß, konnte kaum übers Lenkrad gucken und hätte sich vor Angst fast in die Hosen gemacht -- aber er hatte es geschafft, den Wagen zu Jimmy »Pigface« Riley zu kutschieren, der zehn Querstraßen weiter auf ihn wartete, und ihm stolz die Schlüssel präsentiert. Jimmy hatte ihm fünf Dollar gegeben, war sofort mit seiner Freundin zu einer Spritztour aufgebrochen -- und fuhr den Wagen auf dem Pacific Coast Highway zu Schrott. Ricky aber wurde nach seiner Tat in die Pigface Gang aufgenommen. Bei dem Laster auf dem sendero ging es jedoch nicht um einen beliebigen fahrbaren Untersatz.
Priest sah, wie das schwere Aggregat auf der Ladefläche hinter der Fahrerkabine langsam eine etwa vier Quadratmeter große, massive Stahlplatte auf den Boden herabsenkte. Nach einer kurzen Pause vernahm er ein tiefes Dröhnen. Die Platte begann, rhythmisch auf die Erde zu hämmern, und um den Laster herum wirbelten Staubwolken auf. Priest spürte, wie die Boden unter seinen Füßen zitterte.
Das Gerät war ein seismischer Vibrator, der dazu diente, Schockwellen durch die Erdkruste zu jagen. Priest, der -- außer als Autodieb -- nie eine richtige Ausbildung genossen hatte, war trotz dieses Mankos ein kluger Kopf, der es bisher noch mit jedem aufgenommen hatte. Er hatte sofort begriffen, wie der Vibrator funktionierte. Das Prinzip entsprach der Radartechnik. Die Schockwellen wurden an markanten Gesteinsgrenzen im Erdinnern reflektiert und wieder an die Oberfläche zurückgeworfen, wo man sie mit Sensoren -- sogenannten Geophonen -- aufzeichnete.
Priest gehörte zur Geophon-Crew. Die Männer hatten auf einer Fläche von einer Quadratmeile schon über tausend Geophone in genau berechneten Abständen installiert. Jedesmal wenn der Vibrator die Erde erschütterte, wurden die reflektierten Schwingungen von den Sensoren aufgefangen und von einem Meßtechniker aufgezeichnet. Der Mann arbeitete in einem Anhänger, den alle nur »die Hundehütte« nannten. Sämtliche Daten würden später an einen Großrechner in Houston überspielt und dort zu einem dreidimensionalen Datenkomplex zusammengefügt, der die Gesteinsstruktur unter der Erdoberfläche darstellte. So aufbereitet, würde das Datenmaterial schließlich an eine Ölgesellschaft verkauft werden.
Der Ton der Schwingungen nahm zu an Höhe und Stärke und erinnerte nun an die mächtigen Maschinen eines Ozeandampfers, der langsam Fahrt aufnimmt. Dann brach das Geräusch abrupt ab. Die Augen zusammengekniffen vor dem wabernden Staub, rannte Priest über den sendero auf den Laster zu, öffnete die Tür und kletterte in die Kabine. Hinter dem Steuer saß ein etwa dreißigjähriger, untersetzter Mann mit schwarzen Haaren. »Hallo, Mario«, sagte Priest und rutschte auf den Beifahrersitz.

Leseprobe zu "Die Kinder von Eden" von Ken Follett

"Kapitel 16 (S. 309-310)

Um fünf Uhr morgens gähnte der Posten am Eingang zum Gelände der Los Alamos. Er wurde hellwach, als Melanie und Priest im Barracuda herangefahren kamen. Priest stieg aus dem Wagen. »Wie geht’s, Kumpel?«, fragte er, während er zum Tor ging. Der Posten hob sein Gewehr, setzte eine boshafte Miene auf und fragte: »Wer biste, und wat willste hier?« Priest schmetterte ihm die Faust ins Gesicht und zertrümmerte ihm das Nasenbein. Blut spritzte. Der Posten schrie auf; seine Hände zuckten zum Gesicht. »Autsch!«, sagte Priest. Die Faust tat ihm weh. Es war lange her, seit er jemandem die Fresse poliert hatte.

Die nächsten Bewegungen Priests erfolgten rein instinktiv. Er trat dem Posten die Beine weg. Der Mann fiel auf den Rücken, und sein Gewehr segelte durch die Luft. Priest trat ihm drei-, viermal in die Rippen, schnell und wuchtig, und versuchte dem Mann die Knochen zu brechen. Dann trat er seinem Opfer gegen den Kopf und ins Gesicht. Der Mann zog die Knie an den Leib, rollte sich zusammen, hilflos vor Angst, und schluchzte vor Schmerz. Priest hielt inne. Er atmete schwer, und Augenblicke später spülten die Erinnerungen an das Hochgefühl, an die Erregung, die er früher bei solchen brutalen Gewaltausbrüchen verspürt hatte, wie eine Flutwelle über ihn hinweg. Es hatte eine Zeit gegeben, als Priest so etwas jeden Tag getan hatte.

Es war so einfach, den Leuten Angst einzujagen, wenn man wusste, wie es gemacht wird. Priest kniete sich hin und zog die Handfeuerwaffe unter dem Gürtel des Mannes hervor. Deswegen war er gekommen. Verächtlich betrachtete er die Waffe. Es war die Nachbildung eines langläufigen Remington-Revolvers, Kaliber.44; das Originalmodell war in den Tagen des Wilden Westens hergestellt worden. Es war eine unvernünftige, unpraktische Feuerwaffe von der Art, die Sammler in einer mit Samt ausgeschlagenen Vitrine aufbewahren. Nicht zum Erschießen von Menschen gedacht. Priest klappte die Trommel heraus. Die Waffe war geladen. Nur darauf kam es ihm an. Er ging zurück zum Wagen und stieg ein. Melanie saß am Steuer.

Sie war blass, ihre Augen glänzten, und ihr Atem ging schnell, als hätte sie gerade Kokain genommen. Wahrscheinlich hat sie noch nie miterlebt, wenn jemand richtig was auf die Schnauze kriegt, überlegte Priest. »Der wird doch wieder?«, fragte Melanie mit aufgeregter Stimme. Priest warf einen raschen Blick auf den Wachposten. Er lag auf dem Boden, die Hände vors Gesicht geschlagen, und schaukelte leicht mit dem Oberkörper vor und zurück. »Na klar«, sagte Priest. »Wow!« »Los, ab nach Sacramento.«

Melanie fuhr los. Nach einiger Zeit fragte sie: »Meinst du wirklich, du kannst diesen Honeymoon überreden?« »Er wird schon Vernunft annehmen«, erwiderte Priest und klang zuversichtlicher, als er sich fühlte. »Überleg doch mal, welche Wahl er hat. Nummer eins – ein Erdbeben, das Schäden in Millionenhöhe anrichtet. Oder Nummer zwei – ein vernünftiger Vorschlag, die Umweltverschmutzung zu verringern. Außerdem, wenn er sich für Nummer eins entscheidet, wird er zwei Tage später noch einmal vor die gleiche Wahl gestellt. Er muss den einfacheren Weg einschlagen.«

»Da hast du wohl Recht«, sagte Melanie. Ein paar Minuten vor sieben Uhr morgens trafen sie in Sacramento ein. Zu dieser Stunde war es noch still in der kalifornischen Hauptstadt. Nur wenige Personenwagen und Laster fuhren in gemächlichem Tempo über die breiten, leeren Boulevards. Melanie parkte unweit des Kapitols. Priest stülpte sich eine Baseballmütze über und stopfte sein langes Haar darunter. Dann setzte er eine Sonnenbrille auf. »Warte hier auf mich«, sagte er. »In ungefähr zwei Stunden bin ich zurück.« Priest umrundete das Kapitol zu Fuß. Er hatte gehofft, einen Parkplatz neben dem Gebäude zu entdecken, wurde aber enttäuscht: Ringsum gab es nur Gartengelände mit prächtigen Bäumen."

Kundenbewertungen zu "Die Kinder von Eden" von "Ken Follett"

23 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.2 von 5 Sterne bei 23 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 26.09.2011 ***** sehr gut
Ein kleines, verschwiegenes Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine friedliche Hippie-Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. In ihrer Not greifen die Kinder von Eden zu einem wahnwitzigen Plan. Sie drohen der Regierung: Wenn ihr uns nicht in Frieden leben laßt, dann werden wir die Erde zum Beben bringen. Niemand glaubt ihnen. Nur die junge FBI-Agentin Judy Maddox hat ihre Zweifel. Sie weiß, es ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Aber es ist nicht unmöglich.

Sehr spannend. Auf der einen Seite das beschauliche und gewaltlose Leben der übrig gebliebenen Hippies und auf der anderen Seite deren Verhalten, als es an ihre Existenz geht.
Bis zum Schluss bleibt es spannend, wie diese Geschichte ausgeht

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 27.10.2009 ***** sehr gut
Ein kleines, verschwiegenes Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine friedliche Hippie-Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. In ihrer Not greifen die Kinder von Eden zu einem wahnwitzigen Plan. Sie drohen der Regierung: Wenn ihr uns nicht in Frieden leben laßt, dann werden wir die Erde zum Beben bringen. Niemand glaubt ihnen. Nur die junge FBI-Agentin Judy Maddox hat ihre Zweifel. Sie weiß, es ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Aber es ist nicht unmöglich.

Sehr spannend. Auf der einen Seite das beschauliche und gewaltlose Leben der übrig gebliebenen Hippies und auf der anderen Seite deren Verhalten, als es an ihre Existenz geht.
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 27.10.2009 ***** sehr gut
Ein kleines, verschwiegenes Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine friedliche Hippie-Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. In ihrer Not greifen die Kinder von Eden zu einem wahnwitzigen Plan. Sie drohen der Regierung: Wenn ihr uns nicht in Frieden leben laßt, dann werden wir die Erde zum Beben bringen. Niemand glaubt ihnen. Nur die junge FBI-Agentin Judy Maddox hat ihre Zweifel. Sie weiß, es ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Aber es ist nicht unmöglich.

Sehr spannend. Auf der einen Seite das beschauliche und gewaltlose Leben der übrig gebliebenen Hippies und auf der anderen Seite deren Verhalten, als es an ihre Existenz geht.
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 27.10.2009 ***** sehr gut
Ein kleines, verschwiegenes Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine friedliche Hippie-Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. In ihrer Not greifen die Kinder von Eden zu einem wahnwitzigen Plan. Sie drohen der Regierung: Wenn ihr uns nicht in Frieden leben laßt, dann werden wir die Erde zum Beben bringen. Niemand glaubt ihnen. Nur die junge FBI-Agentin Judy Maddox hat ihre Zweifel. Sie weiß, es ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Aber es ist nicht unmöglich.

Sehr spannend. Auf der einen Seite das beschauliche und gewaltlose Leben der übrig gebliebenen Hippies und auf der anderen Seite deren Verhalten, als es an ihre Existenz geht.
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 27.10.2009 ***** sehr gut
Ein kleines, verschwiegenes Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine friedliche Hippie-Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. In ihrer Not greifen die Kinder von Eden zu einem wahnwitzigen Plan. Sie drohen der Regierung: Wenn ihr uns nicht in Frieden leben laßt, dann werden wir die Erde zum Beben bringen. Niemand glaubt ihnen. Nur die junge FBI-Agentin Judy Maddox hat ihre Zweifel. Sie weiß, es ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Aber es ist nicht unmöglich.

Sehr spannend. Auf der einen Seite das beschauliche und gewaltlose Leben der übrig gebliebenen Hippies und auf der anderen Seite deren Verhalten, als es an ihre Existenz geht.
Bis zum Schluss bleibt es spannend, wie diese Geschichte ausgeht

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Bewertung von Janssen aus Varel am 09.09.2008 ***** ausgezeichnet
Auch diese Seite beherrscht der Meister der Erzählung perfekt. Man bekommt Mitleid mit denjenigen die man eingentlich verurteilen sollte. Danke Ken F. für eine weitere gut erzählte Geschichte.

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Bewertung von Stephan Höntsch aus Würzburg am 12.12.2006 ***** gut
Eine wirkliche interessante Idee. Teilweise auch sehr spannend erzählt. Leider kommt zu oft ein etwas langatmiger Verfolguns-Thriller durch. Nicht das beste Buch von Follett aber auch bei weitem nicht das schlechteste.

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Bewertung von Frank Pauleit aus Hamburg am 15.10.2003 ***** sehr gut
Follett kann auch anders. Der Plot hebt sich deutlich von seinen Vorgängern ab. Davon lebt das Buch. Spannungs- und Intensitätsverhältnis sind diesmal jedoch nicht optimal. Ken Follett hat den Climax schon besser getroffen.

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Bewertung von Schimi aus Denkendorf am 21.07.2003 ***** sehr gut
Wieder ein spannendes und fesselndes Buch von Follet. Habe bis jetzt nur die "nicht-historischen" Bücher von Follet gelesen und war jedesmal begeistert. Kurzweilig, spannend, fesselnd!

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Bewertung von Wagner am 25.06.2003 ***** schlecht
Wer hier ein ähnlich gut geschriebens Buch wie "Säulen der Erde" erwartet, wird sehr enttäuscht. Habe schon einige Bücher von Follet gelesen aber dieses würde ich keinem empfehlen.

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