Die Jägerin der Finsternis - Nahrung, Jason

Jason Nahrung 

Die Jägerin der Finsternis

Roman. Deutsche Erstveröffentlichung

Aus d. australisch Englisch v. Tina Hohl
Broschiertes Buch
 
Vergriffen, keine Neuauflage
Nicht lieferbar
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Die Jägerin der Finsternis

Dämonen der Finsternis, ein altes Familiengeheimnis und eine junge Hexe mit einer Vorliebe für Vampire ...

Eigentlich sollte Emily Winters das magische Tagebuch ihrer Großmutter nie zu sehen bekommen. Doch die Dämonen der Finsternis haben Emily aufgespürt. Ein dunkler Geheimbund hat es auf ihre magischen Kräfte abgesehen, wie schon auf die ihrer weiblichen Vorfahren. Emily bleibt nichts anderes übrig, als ihr Erbe als Hexe anzutreten, wenn sie ihr Leben und das ihrer Familie schützen will. Dabei steht ihr der attraktive und mysteriöse Jay zur Seite. Aber kann sie ihm trauen, oder hat er es nur auf ihr Blut abgesehen?

Für alle Fans von 'Charmed' und Stephenie Meyer.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 413 S.
  • Seitenzahl: 413
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46654
  • Deutsch
  • Abmessung: 19 cm
  • Gewicht: 325g
  • ISBN-13: 9783442466542
  • ISBN-10: 3442466547
  • Best.Nr.: 23822591
"Atemlose Action! Vom Anfang bis zum Ende hoch spannend."
Jason Nahrung wuchs auf einer Rinderfarm in Queensland auf. Er arbeitet als Designer und Journalist, macht derzeit seinen Master in "Creative Writing" und schreibt bereits an mehreren neuen Romanen und Kurzgeschichten. 2004 leitete er den Vorsitz des renommierten australischen Aurealis Awards. Seine große Liebe fand er mit Hilfe seines Debütromans "Die Jägerin der Finsternis": Dieser entstand im E-Mail-Austausch mit seiner jetzigen Partnerin Mil - ein Austausch, der schließlich auch dazu führte, dass sich die beiden ineinander verliebten. Jason Nahrung und Mil leben mit ihrem stetig wachsenden Gecko-Bestand in Brisbane.

Leseprobe zu "Die Jägerin der Finsternis"

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Leseprobe zu "Die Jägerin der Finsternis" von Jason Nahrung

Das Messer war scharf und kalt an Genevieve Le Fevres Daumen. Bei dem Gedanken daran, wie es in ihr Fleisch schneiden würde, wurde ihr übel, doch das war ein geringer Preis. Auf der ganzen Welt opferten Männer und Frauen ihr Leben für die Freiheit. Warum sollte sie weniger aufs Spiel setzen?

Sie streichelte das schwere Buch auf ihrem Schoß und suchte Trost in dem Wissen, das der Ledereinband enthielt. Schon bald würde sie es auf die Probe stellen müssen.

Das Mondlicht war so hell, dass sie von ihrem Platz auf den Überresten der Treppe aus fast das gesamte verwüstete Dorf sehen konnte. Es erinnerte Genevieve an einen zerstörten und geschändeten Friedhof - der ideale Ort, um ihrem früheren Leben Adieu zu sagen.

Der Wind wisperte wie eine einsame Flöte durch nackte Drähte. In der Luft lag immer noch der Geruch von Staub, Asche und Kordit. Genevieve kuschelte sich in ihren Pullover und strich über den Bernsteinring an ihrer rechten Hand, um Wärme und Mut zu schöpfen. Sie blickte zum Mond empor und ermahnte sich, sich auf die vor ihr liegende Aufgabe zu konzentrieren.

Sie hatte das Dorf mit Bedacht ausgesucht. Es lag so dicht am Schloss, dass sie rasch dorthin gelangen konnte, und weit genug davon entfernt, dass sie nicht Petrs Patrouillen begegnen würde. Und weil um sie herum alles zerstört und verlassen war, würde es keine Zeugen geben.

Nur zwei Wochen zuvor waren alliierte Truppen im Rahmen der Offensive, die im Juni mit der Landung in der Normandie begonnen hatte und sich nun ostwärts bewegte, durch diese Gegend gezogen. Paris, eine knappe Tagesfahrt von dem Dorf entfernt, in dem Genevieve sich befand, war einen Monat zuvor befreit worden. Das war für sie das Zeichen gewesen, dass der Zeitpunkt zum Handeln gekommen war. Das und das werdende Leben, das sich in ihrem Bauch regte. Es war erstaunlich einfach gewesen, ihre Schwangerschaft vor denen zu verbergen, die schon längst nicht mehr damit rechneten. Sogar sie selbst hatte bereits aufgegeben. Mit fünfunddreißig Jahren war sie ziemlich alt für ein erstes Kind. Es gab Risiken, aber sie war darauf vorbereitet. Wenigstens würde sie nicht allein sein.

Sie lächelte, als Jehails hochgewachsene, schmale Gestalt lautlos den verwüsteten Raum durchquerte. Vorsichtig wich er den tückischen Stein- und Holzhaufen aus.

Er kniete sich hin und sah ihr in die Augen.

"Alles bereit, ma petite", sagte er. Forschend musterte er ihr Gesicht, das Buch und das Messer auf ihrem Schoß. "Bist du sicher, dass du das wirklich willst?"

"Ich habe keine andere Wahl." Ihre Hand streichelte ihren Bauch. "Hast du die Parisiennes gesehen?"

"Noch nicht, aber sie werden kommen. Ich habe ihnen sehr detaillierte Hinweise gegeben."

"Was hast du ihnen gesagt?"

"Dass die große Genevieve, nachdem es ihr erneut nicht gelungen ist, schwanger zu werden, aus Furcht vor dem Zorn ihres Meisters der Cabal entflohen ist. Und dass sie hierher kommen wird - allein."

"Hauptsache, sie sind vor Petr hier", sagte sie und schaute in Richtung Süden, wo das Schloss lag, unberührt von dem Konflikt, der den Kontinent und den Rest der Welt erfasst hatte.

"Deine Schutzschirme sind intakt?", fragte Jehail.

"Im Moment noch." Ihre Hand hob sich zu ihrer Brust, wo das Medaillon an einer Silberkette hing. Sie hatte die Beschwörungsformel selbst gesprochen. Niemand würde ihre Anwesenheit bemerken, wenn sie es nicht wollte. Vor allem nicht Petr. Sie hatte eine Haarlocke und einen Tropfen Sperma von ihm benutzt, um sich unsichtbar zu machen, und bald würde sie sich und ihr Baby mit einem noch mächtigeren Zauber aus seiner Welt fortschaffen.

"Dann fürchte dich nicht", sagte Jehail. "Der Feind wird vor dem Doktor und seinen Leuten hier sein." Seine Worte klangen stark und sicher, doch sein Blick flackerte wachsam zur Seite.

Genevieve berührte seinen Arm. "Du musst das hier nicht tun." "Ich weiß."

"Es gibt kein Zurück, Jehail. Keinen Platz für Zweifel oder Misstrauen."

Er nahm ihre Hände. Seine Finger waren lang, dünn und bleich, aber sehr stark. Sie stand auf und spürte seinen festen Körper an dem ihren, als sie sich umarmten. "Wo du hingehst, werde auch ich hingehen", flüsterte er.

"Es könnte ein weiter Weg sein, und es ist vielleicht gefährlich", sagte sie.

"Das ist mir egal, solange du in Sicherheit bist. Du und dein Kind. Ah, die Männer aus Paris sind da. Und sie strotzen vor Selbstbewusstsein."

Er löste sich von ihr und wandte sich gen Norden. Sie vernahm ein gedämpftes Grollen, als ein Fahrzeug langsam durch die mit Schutt übersäten Straßen fuhr. Das Dorf war dem Boden gleichgemacht worden. Die Überlebenden waren vermutlich zu Verwandten geflohen oder nach Paris gefahren, um die Befreiung zu feiern. Das Motorengeräusch erstarb, und Genevieve versuchte in der Ferne etwas zu erkennen. Die Jäger, die von dem Lastwagen ausschwärmten, hatten ihre Anwesenheit zwar nicht verheimlicht, aber nun würden sie sie geräuschlos zu Fuß umzingeln, um ihre Beute zu erlegen.

"Der Sprengstoff ist bereit?", fragte sie.

Jehail nickte. "Es wird kaum etwas übrig bleiben. Dafür sorge ich. Petr wird Zauberkräfte brauchen, um herauszufinden, was genau hier passiert ist."

"Er wird darauf hereinfallen. Ich bin sicher, dass die Indizien für meinen Tod nichts über meinen wahren Zustand verraten. Er wird glauben, dass ich hier gestorben bin, allein und unfruchtbar."

Mit zitternder Hand umklammerte Genevieve das Messer. Es war durchaus möglich, dass sie hier sterben würde. Sie hatte noch nie einen so machtvollen Zauber ausprobiert. Doch um ihres Kindes willen musste sie es versuchen. Lieber wollte sie zu ihren eigenen Bedingungen den Tod riskieren, als das Schicksal erleiden, das sie beide mit Sicherheit in den Fängen von Petrs Cabal erwartete. Seit der Ermordung ihrer Mutter hatte Genevieve sich auf diesen Moment vorbereitet: Sie hatte die Zauberrituale recherchiert, Petr die Stirn geboten und seinen getreuesten Diener auf ihre Seite gezogen. Es war Zeit, ihre Fähigkeiten und Jehails Loyalität auf die Probe zu stellen.

Leseprobe zu "Die Jägerin der Finsternis" von Jason Nahrung

Frankreich, September 1944

Das Messer war scharf und kalt an Genevieve Le Fevres Daumen. Bei dem Gedanken daran, wie es in ihr Fleisch schneiden würde, wurde ihr übel, doch das war ein geringer Preis. Auf der ganzen Welt opferten Männer und Frauen ihr Leben für die Freiheit. Warum sollte sie weniger aufs Spiel setzen?
Sie streichelte das schwere Buch auf ihrem Schoß und suchte Trost in dem Wissen, das der Ledereinband enthielt. Schon bald würde sie es auf die Probe stellen müssen.
Das Mondlicht war so hell, dass sie von ihrem Platz auf den Überresten der Treppe aus fast das gesamte verwüstete Dorf sehen konnte. Es erinnerte Genevieve an einen zerstörten und geschändeten Friedhof - der ideale Ort, um ihrem früheren Leben Adieu zu sagen.
Der Wind wisperte wie eine einsame Flöte durch nackte Drähte. In der Luft lag immer noch der Geruch von Staub, Asche und Kordit. Genevieve kuschelte sich in ihren Pullover und strich über den Bernsteinring an ihrer rechten Hand, um Wärme und Mut zu schöpfen. Sie blickte zum Mond empor und ermahnte sich, sich auf die vor ihr liegende Aufgabe zu konzentrieren.
Sie hatte das Dorf mit Bedacht ausgesucht. Es lag so dicht am Schloss, dass sie rasch dorthin gelangen konnte, und weit genug davon entfernt, dass sie nicht Petrs Patrouillen begegnen würde. Und weil um sie herum alles zerstört und verlassen war, würde es keine Zeugen geben.
Nur zwei Wochen zuvor waren alliierte Truppen im Rahmen der Offensive, die im Juni mit der Landung in der Normandie begonnen hatte und sich nun ostwärts bewegte, durch diese Gegend gezogen. Paris, eine knappe Tagesfahrt von dem Dorf entfernt, in dem Genevieve sich befand, war einen Monat zuvor befreit worden. Das war für sie das Zeichen gewesen, dass der Zeitpunkt zum Handeln gekommen war. Das und das werdende Leben, das sich in ihrem Bauch regte. Es war erstaunlich einfach gewesen, ihre Schwangerschaft vor denen zu verbergen, die schon längst nicht mehr damit rechneten. Sogar sie selbst hatte bereits aufgegeben. Mit fünfunddreißig Jahren war sie ziemlich alt für ein erstes Kind. Es gab Risiken, aber sie war darauf vorbereitet. Wenigstens würde sie nicht allein sein.
Sie lächelte, als Jehails hochgewachsene, schmale Gestalt lautlos den verwüsteten Raum durchquerte. Vorsichtig wich er den tückischen Stein- und Holzhaufen aus.
Er kniete sich hin und sah ihr in die Augen.
'Alles bereit, ma petite', sagte er. Forschend musterte er ihr Gesicht, das Buch und das Messer auf ihrem Schoß. 'Bist du sicher, dass du das wirklich willst?'
'Ich habe keine andere Wahl.' Ihre Hand streichelte ihren Bauch. 'Hast du die Parisiennes gesehen?'
'Noch nicht, aber sie werden kommen. Ich habe ihnen sehr detaillierte Hinweise gegeben.'
'Was hast du ihnen gesagt?'
'Dass die große Genevieve, nachdem es ihr erneut nicht gelungen ist, schwanger zu werden, aus Furcht vor dem Zorn ihres Meisters der Cabal entflohen ist. Und dass sie hierher kommen wird - allein.'
'Hauptsache, sie sind vor Petr hier', sagte sie und schaute in Richtung Süden, wo das Schloss lag, unberührt von dem Konflikt, der den Kontinent und den Rest der Welt erfasst hatte.
'Deine Schutzschirme sind intakt?', fragte Jehail.
'Im Moment noch.' Ihre Hand hob sich zu ihrer Brust, wo das Medaillon an einer Silberkette hing. Sie hatte die Beschwörungsformel selbst gesprochen. Niemand würde ihre Anwesenheit bemerken, wenn sie es nicht wollte. Vor allem nicht Petr. Sie hatte eine Haarlocke und einen Tropfen Sperma von ihm benutzt, um sich unsichtbar zu machen, und bald würde sie sich und ihr Baby mit einem noch mächtigeren Zauber aus seiner Welt fortschaffen.
'Dann fürchte dich nicht', sagte Jehail. 'Der Feind wird vor dem Doktor und seinen Leuten hier sein.' Seine Worte klangen stark und sicher, doch sein Blick flackerte wachsam zur Seite.
Genevieve berührte seinen Arm. 'Du musst das hier nicht tun.' 'Ich weiß.'
'Es gibt kein Zurück, Jehail. Keinen Platz für Zweifel oder Misstrauen.'
Er nahm ihre Hände. Seine Finger waren lang, dünn und bleich, aber sehr stark. Sie stand auf und spürte seinen festen Körper an dem ihren, als sie sich umarmten. 'Wo du hingehst, werde auch ich hingehen', flüsterte er.
'Es könnte ein weiter Weg sein, und es ist vielleicht gefährlich', sagte sie.
'Das ist mir egal, solange du in Sicherheit bist. Du und dein Kind. Ah, die Männer aus Paris sind da. Und sie strotzen vor Selbstbewusstsein.'
Er löste sich von ihr und wandte sich gen Norden. Sie vernahm ein gedämpftes Grollen, als ein Fahrzeug langsam durch die mit Schutt übersäten Straßen fuhr. Das Dorf war dem Boden gleichgemacht worden. Die Überlebenden waren vermutlich zu Verwandten geflohen oder nach Paris gefahren, um die Befreiung zu feiern. Das Motorengeräusch erstarb, und Genevieve versuchte in der Ferne etwas zu erkennen. Die Jäger, die von dem Lastwagen ausschwärmten, hatten ihre Anwesenheit zwar nicht verheimlicht, aber nun würden sie sie geräuschlos zu Fuß umzingeln, um ihre Beute zu erlegen.
'Der Sprengstoff ist bereit?', fragte sie.
Jehail nickte. 'Es wird kaum etwas übrig bleiben. Dafür sorge ich. Petr wird Zauberkräfte brauchen, um herauszufinden, was genau hier passiert ist.'
'Er wird darauf hereinfallen. Ich bin sicher, dass die Indizien für meinen Tod nichts über meinen wahren Zustand verraten. Er wird glauben, dass ich hier gestorben bin, allein und unfruchtbar.'
Mit zitternder Hand umklammerte Genevieve das Messer. Es war durchaus möglich, dass sie hier sterben würde. Sie hatte noch nie einen so machtvollen Zauber ausprobiert. Doch um ihres Kindes willen musste sie es versuchen. Lieber wollte sie zu ihren eigenen Bedingungen den Tod riskieren, als das Schicksal erleiden, das sie beide mit Sicherheit in den Fängen von Petrs Cabal erwartete. Seit der Ermordung ihrer Mutter hatte Genevieve sich auf diesen Moment vorbereitet: Sie hatte die Zauberrituale recherchiert, Petr die Stirn geboten und seinen getreuesten Diener auf ihre Seite gezogen. Es war Zeit, ihre Fähigkeiten und Jehails Loyalität auf die Probe zu stellen.
Jehails Augen glühten rot auf, als er seine übermenschlichen Fähigkeiten einsetzte. 'Die Parisiennes kommen die Hauptstraße entlang. Vermutlich betreten sie gerade die Überreste des Dorfplatzes. Vier, vielleicht auch sechs.

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