Die italienischen Schuhe - Mankell, Henning

Henning Mankell 

Die italienischen Schuhe

Roman

Aus d. Schwedischen von Verena Reichel
Gebundenes Buch
 
6 Kundenbewertungen
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Die italienischen Schuhe

"Wenn der Schuh passt, denkt man nicht an den Fuß", sagt ein Sprichwort. Aber was, wenn das ganze Leben nicht zu passen scheint? Seit ihm als Arzt ein schicksalhafter Fehler unterlaufen ist, lebt Fredrik Welin allein auf einer Schäreninsel. Menschenscheu hat er sich völlig in die Stille zurückgezogen. Doch an einem Wintertag nähert sich seiner Insel eine dunkle Gestalt zu Fuß über das Eis, und in Welins Leben beginnt es zu tauen.

Fredrik Welin, ehemaliger Chirurg, lebt allein auf einer kleinen Insel in den Schären. Ihm ist etwas widerfahren, was er nur "die Katastrophe" nennt, und er glaubt, mit dem Leben abgeschlossen zu haben. Da steht eines Morgens Harriet vor ihm, die er einmal sehr geliebt und dann trotzdem verlassen hat. Sie ist schwerkrank, deshalb soll er ihr eine letzte Bitte erfüllen. Mit "Die italienischen Schuhe" hat Henning Mankell einen spannenden Roman über die Liebe und über die Einsamkeit geschrieben, ein Buch voller komischer Situationen, nachdenklich undanrührend zugleich.


Produktinformation

  • Verlag: Zsolnay
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 364 S.
  • Seitenzahl: 368
  • Best.Nr. des Verlages: 551/05415
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 139mm x 35mm
  • Gewicht: 523g
  • ISBN-13: 9783552054158
  • ISBN-10: 3552054154
  • Best.Nr.: 22793662
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Kaum zu glauben: Henning Mankell hat ein Buch geschrieben, das weder ein Krimi ist, noch in Afrika spielt. "Die italienischen Schuhe" handelt von einem pensionierten Arzt, der seit einem Jahrzehnt auf einer kleinen Schäreninsel wohnt. Vom Leben erwartet er nichts Aufregendes mehr. Bis eines Morgens seine einstige große Liebe auf dem zugefrorenen Meer steht und für den Eigenbrötler eine Reise in seine verkorkste Vergangenheit beginnt. Es wirkt konstruiert, was Mankell seiner Hauptfigur zumutet: Innerhalb eines Jahres erfährt er, dass er eine erwachsene Tochter hat, muss den Tod eines fremden Mädchens und seiner Exfreundin miterleben, trifft eine Frau, deren Leben er durch eine OP verpfuscht hat, macht sich beinahe einer Vergewaltigung schuldig. Doch man muss dem schwedischen Starautoren zugute halten, dass er es versteht, das Seelenleben seines Protagonisten und vor allem dessen Umgang mit seiner Einsamkeit und dem Tod einfühlsam zu schildern. Sprachlich geht er dabei angenehm reduziert und klar vor - und verstärkt so geschickt das Bild vom wortkargen Sonderling. (jul)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

In "Die italienischen Schuhe" zeigt sich Henning Mankell einmal nicht als Krimiautor, sondern als Schöpfer einer Familiengeschichte, die eines Ingmar Bergman würdig wäre, meint Arnd Rühle eingenommen. Mit dem ehemaligen Chirurgen Fredrik Walen, der sich nach einem fatalen Kunstfehler auf eine kleine Insel zurückgezogen hat und den die eigene Geschichte einholt, geht der Autor allerdings über die Grenzen einer Familiensaga hinaus und weitet den Blick auf Geschichte und Gegenwart unserer Zeit, stellt der Rezensent fest. Ihn fesseln die zum Teil witzigen, dann wieder spannenden und bedeutungsvollen Wendungen in einer bis zur äußersten Isolation zurückgezogenen Existenz, die unversehens aufbricht, und er preist diesen Roman als weitreichend und "schön".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.08.2007

Gutes Schuhwerk ist wichtig
Eisige Sache: Henning Mankells symbolträchtiges Familiendesaster

Literatur sei die Axt für das gefrorene Meer in uns, sagte Kafka. Der Schwede Henning Mankell erzählt in seinem Roman "Die italienischen Schuhe", wie ein Mann gegen die Kälte und gegen die Einsamkeit ankämpft.

Ein Stoff, aus dem Bergman-Filme sein könnten. Der Schwiegersohn des Regisseurs, gerühmt als Krimi-Autor, wagt sich ganz unkriminalistisch aufs Eis und in frostige Familienbeziehungen. Niemand wird ermordet, doch gibt es Tote trotzdem; auch Hund und Katze überleben nicht. Das Sterben scheint allgegenwärtig. Henning Mankell lässt den Mann seines Romanvertrauens gegen die Kälte ebenso wie gegen die Einsamkeit kämpfen. Fredrik Welin lebt seit zwölf Jahren auf einer kleinen Insel, die er vom Großvater, einem Fischer, geerbt hat, allein mit Hund und Katze und einem Ameisenhügel im Wohnzimmer, der sich schon einen Zipfel des Tischtuchs einverleibt hat. Das Leben: ein Ast über dem Abgrund, "daran hänge ich, solange ich die Kraft habe".

So beginnt Fredrik seinen rückblickenden Bericht von Wintersonnenwende zu Wintersonnenwende. …

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"Kein anderer Autor kann Geschichten mit so wunderbaren und unerwarteten Wendungen erzählen, nachdenklich und anrührend zugleich."<br />Joachim Mittelstaedt, Asphalt Magazin August 2011 <br />

»Kein anderer Autor kann Geschichten mit so wunderbaren und unerwarteten Wendungen erzählen, nachdenklich und anrührend zugleich.« Joachim Mittelstaedt, Asphalt Magazin August 2011

"Traumhaft gelesen von Axel Milberg." LISA
Henning Mankell, 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren, wuchs in Härjedalen auf. Als 17-jähriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm, das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre später erschien sein erster Roman "Das Gefangenenlager, das verschwand". In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor, Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen, beim Aufbau eines Theaters in Maputo, Mosambik, zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schließlich, überwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der größte Teil der Wallander-Serie entstanden. Außerdem schrieb Henning Mankell Jugendbücher, von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden. 2009 erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis.

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Kundenbewertungen zu "Die italienischen Schuhe" von "Henning Mankell"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von BR aus Münster am 14.10.2010 ***** ausgezeichnet
Fredrik Welin amputierte einer Höchstleistungsschwimmerin, die als Patientin zu ihm gekommen war, den falschen Arm . Danach fiel er in ein tiefes Loch und zog sich auf eine kleine Insel in den schwedischen Schären zurück. Dort lebte er einsam mit seiner alten Katze und dem alten Hund und hatte mit seinem Leben abgeschlossen. Doch eines Tages steht Harriet, seine Jugendliebe, mit ihrem Rollator auf der Insel - auf Schnee und Eis. Sie erinnert ihn, der sie ohne ein Wort hatte sitzen lassen, an das Versprechen, mit ihr zu einem Waldsee zu fahren ... auf der Reise erfährt er, dass Harriet totkrank ist und er mit ihr eine Tochter hat, die ihm in dem Bedürfnis nach Einsamkeit ähnlich ist und italienische, nach Maß gefertigte Schuhe liebt. Zurück in den Schären schafft er es endlich, die einarmige Agnes anzurufen und sich mit ihr zu treffen. Agnes betreut schwer erziehbare Mädchen, und Fredrik öffnet seine enge Welt immer weiter.
Ein tolles Buch. Ich mag den geschwätzigen Jansson und den wortkargen, klugen Lars, die alten Tiere, den schwierigen Fredrik, die kratzbürstige Harriet und die düstere, eisige, klare Landschaft.

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Bewertung von Webe5 aus Cottbus am 30.12.2009 ***** gut
Das Buch hat sich gut gelesen und erzählt eine Lebensgeschichte eines Arztes der im Ruhestand ist.
Neben seiner Jugendliebe treten noch andere Personen in sein Leben, welche es auch entscheidend verändern.

Melancholie. Mehr braucht es nicht um dieses Buch zu beschreiben.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Netha_Nethas Schmökerkiste aus Hamburg am 03.09.2009 ***** sehr gut
Das Cover dieses gebundenen Buches zeigt mir einen Teil der Schärenwelt in Schweden mit zwei Holzhäusern, das Bild ist in blau-grau Tönen gehalten, welches mir persönlich Ruhe und Stille vermittelt.
Frederik Welin, seines Zeichens Chirurg, zog sich nach einem Kunstfehler auf seine Schäreninsel zurück, und lebt dort nur mit seinem alten Hund und seiner betagten Katze.
Einmal die Woche kommt das Postboot und Fredrik plaudert einige Sätze mit Jansson dem Postboten. Ansonsten lebt er dort völlig für sich. In seinem Wohnzimmer beherbergt er einen Ameisenhaufen, diesen lässt dort, weil er das Wohnzimmer eh nicht benutzt.
Im tiefsten Winter schaut er aus dem Küchenfester und sieht dass eine Frau mit einem Gehwagen übers Eis auf seine Insel zusteuert. Er traut seinen Augen nicht als er meint diese Frau zu erkennen. Und er hat sich nicht getäuscht, es ist Herriet seine Jugendliebe die er für sein Medizinstudium verlassen hat.
Herriet ist unheilbar krank und erinnert Frederik an ein Versprechen, das er jetzt einlösen soll.
Damit beginnt eine Geschichte die einen Menschen der mit seinem Leben schon abgeschlossen hatte, wieder in die Wirklichkeit zurückbringt.

Henning Mankell bedient sich hier wieder einer für seine Romane typischen Ruhe und nachdenklichen Zurückgezogenheit, die mir niemals Langweilig wurde. Die Protagonisten wachsen einem Stück für Stück ans Herz, da man im Laufe der Geschichte immer mehr erfährt aus der Vergangenheit, aber auch aus der Gegenwart. Dadurch das Herriet sehr krank ist verspürte ich unterschwellig eine gewisse Spannung, die sich durch die ganze Geschichte zieht.
Diese Geschichte zeigte mir wie schwer es einem Menschen fallen kann über seinen eigenen Schatten zu springen und begangene Fehler anzunehmen wie sie sind. Die Lösung von Frederiks Ängsten und Sorgen wurde sehr ausgearbeitet und in einem sehr schönen Rahmen beendet.
Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Und ich muss sagen dass dies wieder ein echter Mankell war so wie ich ihn lieben gelernt habe. Auch wenn weder Wallander noch Afrika das Thema war.

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Bewertung von Israelfreund am 27.01.2009 ***** ausgezeichnet
Ich gebe zu, ich war mehr als skeptisch – kein Krimi, kein Afrikaroman und doch von Mankell? Ja, und das ist gut so! kann ich jetzt nach dem gelesenen Roman nur sagen. Die Zeit ist mir beim Lesen wie im Fluge vergangen. Jede einzelne Person ist mir ans Herz gewachsen und schon in der Mitte des Buches habe ich nicht mehr von Romanfiguren geredet, sondern von guten alten Bekannten, war gespannt wie es weitergeht mit „uns“. Bei mir selber ist nämlich beim Lesen etwas passiert, was zeigt, dass es ein gutes Buch gewesen sein muss. Mit Martin Walser kann ich nur sagen: „Ein Buch ist für mich eine Art Schaufel, mit der ich mich umgrabe.“ Genau das kann beim Lesen der „italienischen Schuhe“ passieren. Der Held, Fredrik Welin, ist eigentlich alles andere als ein sympathischer Zeitgenosse, manche würden sogar eher von einem Sonderling reden. Um so mehr Mankell aus dessen Leben preisgibt, um so mehr schockiert einen das Gelesene, um so mehr erkennt man aber auch eigene Charaktereigenschaften und sieht manche eigene Lebensentscheidungen aus einem anderen Blickwinkel. Es ist ein Buch voll Schuld und Vergebung, Verwicklungen und Entscheidungen, Liebe und Entfremdung. Ein Buch das aber gerade deswegen Mut machen kann zum Leben.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von emma aus netphen am 19.11.2007 ***** ausgezeichnet
Schade, dass ich es in zwei Tagen ausgelesen habe !!Die Landschaft und die Personen haben mich mitgenommen in eine Einsamkeit voller Trost und Hoffnung.Ein sehr einfühlsames Buch.

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Bewertung von Roman HIllmann aus Berlin am 25.09.2007 ***** sehr gut
Ich sehe mich bei der momentanen, hochspannenden ernsten Literatur doch immer wieder in der etwas lächerlichen Situation des Literaturkritikers: Zwar, aber! Dies Buch ist zwar von tiefer Ernsthaftigkeit und unwiderstehlicher Genauigkeit seines Ortes, seiner Situationen, seiner Personen und es ist daher ein empfehlenswertes Buch. Aber vielleicht schreibt Henning Mankell zur Zeit einfach zu viele Bücher auf einmal. Denn einige Dinge funktionieren nicht so gut und mindern die literarische Qualität. Da ist einmal dieser Sensationseffekt, der manchen Büchern anhängt: Der Autor möchte mit den ersten 35 Seiten nur deutlich machen, dass er aus dem Leben des Held danach wirklich etwas Besonderes erzählt, das vorher lange nicht denkbar war. Statt die ersten 35 auszudehnen, und das Gewöhnliche des Lebens des Helden wirklich erspüren zu lassen, sodaß dann auch die Veränderung eine Sache des Gefühls wäre und nicht eines der spürbar gewollten Dramaturgie des Autors. Und manche Schlüsselszenen, wie die des Helden mit der Frau am zugefrorenen Waldsee sind irgendwie starr, obwohl soviel auf sie hinkomponiert wurde. Fazit: Dieses Buch ist sehr gut, aber nicht gänzlich ausgereift. Der Autor hätte sich damit noch etwas Zeit lassen sollen. So schreibt der lächerliche, hochmütige Literaturkritiker in mir.

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