Die Insel - Rott, Wilfried

Wilfried Rott 

Die Insel

Eine Geschichte West-Berlins. 1948-1990

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Die Insel

Als vor zwanzig Jahren die Mauer fiel, waren nicht nur die Tage der DDR gezählt. Auch die Zeit West-Berlins ging zu Ende. 40 Jahre lang hat die halbierte Stadt inmitten des ostdeutschen Territoriums existiert und sich zu einem Biotop mit ganz spezifischen Lebensformen entwickelt. Mehrfach stand sie im Zentrum der Weltpolitik.

Wilfried Rott legt nun die erste Gesamtdarstellung ihrer ebenso dramatischen wie bizarren Geschichte vor. West-Berlin war ein merkwürdiger Ort, eine Art "drittes Deutschland" zwischen Bundesrepublik und DDR. Unter den besonderen Lebensbedingungen dieser "Insel" entstand ein eigenes kulturelles und geistiges Klima, das Künstler und Abenteurer aus der ganzen Welt anzog. In den 50er Jahren war die Stadt das "Schaufenster des Westens". In den 60er Jahren galt sie als Zentrum der Studentenbewegung. Aber es entstanden auch zahlreiche noch heute prägende kulturelle Institutionen. Schließlich entwickelte sich in Kreuzberg eine Subkultur, die ins ganze Bundesgebiet ausstrahlte. Auch politisch fand sich West-Berlin immer wieder im Brennpunkt des Weltgeschehens. In den Berlin-Krisen der späten 40er und der 50er Jahre stand die Existenz der Stadt mehrfach auf dem Spiel. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt betrat hier 1961 während des Mauerbaus die Bühne der internationalen Politik. In den 70er Jahren wurde das Berliner Milieu zur Keimzelle des Terrorismus. Wilfried Rott gelingt es, all diese unterschiedlichen Entwicklungen einzufangen und zu einem fesselnden Portrait zu verbinden.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 478 S. m. 36 Abb.
  • Seitenzahl: 478
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 149mm x 42mm
  • Gewicht: 745g
  • ISBN-13: 9783406591334
  • ISBN-10: 3406591337
  • Best.Nr.: 26082663
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.10.2009

Deutschland 2.5
„Vorposten der Freiheit”, „Modell einer modernen Großstadt in allen Bereichen”, Beispiel des demokratischen Sozialismus – von West-Berlin wurde viel erwartet. Wilfried Rott erzählt von der Insel im roten Meer Von Jens Bisky
Wenn die Deutschen ihre Einheit feiern, dann werden in der langen Reihe der sorgsam abgewogenen Danksagungen an Bürgerrechtler, Polen, Ungarn, an Gorbatschow und Bush gern die West-Berliner vergessen. Dabei haben diese seit 1948 die Folgen der Teilung täglich gespürt, haben in den Jubelnächten des Jahres 1989 als erste und sehr herzlich die Ostdeutschen begrüßt, dann mit Wegfall der Berlinzulage und anderer Privilegien einen hohen Preis fürs Vereinigen bezahlt.
Aber weder die alltäglichen Einschränkungen in der Vergangenheit noch die späteren Verluste werden den West-Berlinern durch Anerkennung ihres Schicksals und Aufmerksamkeit für ihre Lebensgeschichten entgolten. Im Gegenteil: Es hat sich eingebürgert, von West-Berlin gering zu denken. Respekt vor dem Selbstbehauptungswillen in den Blockadejahren wird noch pflichtschuldig aufgebracht, ansonsten aber scheint es, als wolle man der Teilstadt die Rechnung …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

In Wilfried Rotts Geschichte von Westberlin, von der Teilung der Stadt 1948 bis zum Mauerfall 1989, kann Jürgen Tietz ausführlich die politische Geschichte, ihre Protagonisten und vor allem über den Berliner Filz erfahren. Was der Rezensent dagegen weniger beachtet findet ist das kulturelle West-Berlin, in dem sich in den rund 40 Jahren ja durchaus Großartiges ereignete, so Tietz mit Hinweis auf Philharmonie und Schaubühne. Richtig schmerzlich vermisst aber hat er die "spezielle Atmosphäre" der Teilstadt, das "Potenzial des Möglichen", das dem halbverfallenen, halbfertigen West-Berlin seine "Aura" verliehen hat und das er in Rotts Buch so gar nicht wiedergefunden hat. Und natürlich dieser Berliner Hauch von "Großstadtdschungel und Laubenpieper-Wildnis".

© Perlentaucher Medien GmbH
Wilfried Rott, geb. 1943, ist erfolgreicher Sachbuch-Autor und einer der besten Kenner West-Berlins. Von 1977 bis 2008 arbeitete er beim heutigen Sender SFB/rbb, zuletzt als Abteilungsleiter und Fernsehmoderator. Seit 1999 ist er zudem Honorarprofessor an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" und Kolumnist bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Welt".

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