Dokument aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Philosophie - Philosophie
des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, -, Veranstaltung: Div. Referate
im Gesundheitswesen, 57 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache:
Deutsch, Abstract: Im Inhaltsverzeichnis sind zehn Kapitel
verzeichnet, deren Titel eine gesellschaftskritische
Auseinandersetzung mit der Entwicklung unserer Bewusstseinshaltung
zu Beginn des 21. Jahrhunderts versprechen. Auf anspruchsvolle,
aber nicht überhebliche Weise wird eine subtile Kritik an der
subjektivistischen Denkweise des 20. Jahrhunderts geschrieben. Der
doch zur Phrase degradierte Ausspruch des Konstruktivismus Es ist
halt alles subjektiv. wird gründlich zu Ende gedacht und der Autor
kommt zu erstaunlichen Ergebnissen, welche die Gedanken der
Dekonstruktion in einer bestechenden Klarheit zu Ende führen. Die
Welt ist nur dasjenige, was wir in sie hineindenken, die
Wirklichkeit können wir niemals erkennen, so lautet der Ansatz des
Konstruktivismus, der seinen Ausgangspunkt bei Kant hat. Dass diese
doch recht dogmatische Anschauung nicht für alle Zeiten Bestand
haben kann, wurde von den poststrukturalistischen Denkerns klar
dargelegt. Nicht das Konstruierte, nicht das Gesagte führt uns zur
Wirklichkeit, sondern die Differenz dazu, also das Nicht-Gesagte
und das Nicht-Konstruierte. Wie aber lässt sich dies in einer
geführten Bewusstseinsklarheit erfahren? Darauf fanden die
Poststrukturalisten keine Antwort. Jacques Derrida kam kurz vor
seinem Tode zu der Erfahrung, dass sich diese Wirklichkeit auf
ekstatische Weise erleben lassen muss. Die bittere Konsequenz davon
aber ist die, dass dann der Ich-Verlust eintritt und wir in die
geistige Umnachtung versinken.Die Informationslücke zeigt in
durchsichtiger wissenschaftlicher Abhandlung, die für jeden
Menschen nachvollziehbar ist, dass die Dekonstruktion möglich wird,
wenn sich der Denker auf die Erfahrung seines eigenen Denkens
bezieht. Diese Willensanstrengung lohnt sich. Im Nachvollziehen des
im Buche Dargestellten, wird man auf die Doppelerfahrung seines Ich
als Wirklichkeits- und Spiegel-Ich aufmerksam. Durch diese gelingt
es ihm, die Hoffnungslosigkeit eines Niklas Luhmann, der in seinen
Vorlesungen zum systemischen Konstruktivismus immer wieder mit
Kafka zu sagen pflegte: Es gibt viel Hoffnung, aber nicht für uns!
zu überwinden. Diese Grundlage zeigt das Buch Die Informationslücke
im Erlebnis der Form- und Gestaltkraft des individuellen
Denkwillens durch den das Allgemeine der Wirklichkeit der Idee in
der Welt erkannt werden kann. Daraus fliessen die Impulse für das
Erleben einer subjekt-allgemeinen Wirklichkeit.
Fritz Frey, geb. 1949 in Gontenschwil/AG, Schweiz. In Lehramtsausbildung Studium von Pädagogik, Psychologie und Philosophie. Später Mathematik und Naturwissenschaften. Seit 1977 Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften. 1988 bis 1995 öffentliche Referate zum modernen Welt- und Menschenbild. Von 1993 bis 2005 methodisch-didaktische Beratung bei der Erstellung von Ausbildungskonzepten für das Pflegepersonal. Seit 2005 erschienen sein Gedichtband "Innen und außen - Oben und unten", seine gesellschaftskritischen Nachforschungen über das menschliche Individuum in den Büchern "Der entscheidende Zeit- Not- wendige Schritt. Welt- und Ichbewusstsein, Illusion oder Realität?" und "Die Informationslücke. Ist die Selbstbestimmung des Menschen eine Illusion?" sowie als weiteres poetisch-literarisches Werk "Vorhanggeschichten. Gedichte und Kurzgeschichten".
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Dieses Buch ist für mich eine grosse Hilfe, die Resultate der Naturwissenschaft realistisch einzuschätzen und in meinem Beruf als Heilpädagogin, authentisch und nicht durch mich von aussen bestimmende Normen eingezwängt zu arbeiten.
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