Die Hustenmary - Lorenzen, Rudolf

Rudolf Lorenzen 

Die Hustenmary

Berliner Momente

Buch mit Leinen-Einband
 
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Die Hustenmary

Die Wilmersdorfer Prostituierte Hustenmary erzählt von ihren drei Häusern, die sie allesamt versoffen hat. Der Maler Johannes Gru¿tzke gru¿ndet die »Neupreußische Empfindungsgesellschaft« und besteigt mit seinen Getreuen den Schöneberg. Der begehrte Schauspieler Rudolf Platte hingegen begibt sich erstmals seit Jahren wieder ins »Milljöh« und wird von »alten Freunden« bedrängt. Gu¿nter Grass liest aus dem Fenster und gegen den »Babysitter-Boogie« an, Horst Buchholz hat merkwu¿rdige Filmideen, der Herr Verleger macht nur noch Ausflu¿chte, die Straße, in der man wohnt, wird u¿ber Nacht umbenannt. Und immer mittendrin ist Rudolf Lorenzen, der große Erzähler.


Produktinformation

  • Verlag: Verbrecher Verlag
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 120 S. 200 mm
  • Seitenzahl: 116
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 141mm x 18mm
  • Gewicht: 230g
  • ISBN-13: 9783943167184
  • ISBN-10: 3943167186
  • Best.Nr.: 34556666
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.02.2012

Das 126. Element
Berliner Skizzen
von Rudolf Lorenzen
Am besten, man überblättert die Hommage an die Hure Hustenmary aus dem Jahr 1963, die diesen Band eröffnet, es sei denn, man mag Berliner Schnauzen, die aus Buchseiten aufragen. Man findet dann in dem Feuilleton „Halbstark“, ehe Horst Buchholz auftaucht und bei einem Bill-Haley-Konzert das Mobiliar im Sportpalast zerlegt wird, eine kleine Selbstvorstellung des Autors, der 1922 in Lübeck geboren wurde, in Hamburg und Bremen aufwuchs und 1943 an die Ostfront geschickt wurde.
Die kleine Selbstvorstellung beginnt mit Lorenzens Umzug von Oberbayern nach West-Berlin im Jahre 1955. Seine große Tat des Jahres 1959 lässt sie aus, den Roman „Alles andere als ein Held“, in dem er seinen zwischen Erfolglosigkeit und Durchtriebenheit schwankenden Helden so respektlos durch Krieg, Kriegsgefangenschaft und Wirtschaftswunder lotste, dass Sebastian Haffner das Buch an die Seite der „Blechtrommel“ stellte. Der Verbrecher Verlag hat sich seit einigen Jahren des Werks von Lorenzen angenommen. Die „Hustenmary“ ist ein Nachschlag zu dem Band „Paradies zwischen den Fronten: Reportagen und Glossen aus …

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Rudolf Lorenzen, 1922 in Lübeck geboren, besuchte die Kunstschule und arbeitete als Graphiker und Werbeberater. Seit 1955 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Veröffentlichungen, auch zahlreiche Arbeiten für Hörfunk und Fernsehen.

Kundenbewertungen zu "Die Hustenmary" von "Rudolf Lorenzen"

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 25.01.2012 ***** ausgezeichnet
Rudolf Lorenzen (1922 in Lübeck geboren) arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe er sich als freier Schriftsteller in Berlin versuchte. Neben Romanen und Erzählungen schrieb er zahlreiche Arbeiten für Hörfunk und Fernsehen. In den letzten Jahren machte sich vor allem der Berliner Verbrecher Verlag mit einer umfangreichen Werkauswahl um die Veröffentlichungen seiner Romane, Erzählungen, Reportagen und Glossen verdient.

Pünktlich zum 90. Geburtstag (5. Februar) des Romanciers und Reporters ist nun mit „Die Hustenmary“ ein schön gestalteter Band mit einigen seiner besten „Berliner Momente“ erschienen. E sind vierzehn Texte aus den letzten fünfzig Jahren über die Westberliner Boheme.

Da erzählt im schnoddrigen Berliner Jargon die Wilmersdorfer Prostituierte Hustenmary von ihren drei Häusern, die sie allesamt versoffen hat. Rolf Eden, Kultfigur in Spreeathen, sucht in einer Art CastingShow der 60er Jahre Berlins letztes Talent. Humorvoll erzählt Lorenzen von den Dichterlesungen in Kreuzberg. In der „Galerie Zinke“ oder später in der „Kleinen Weltlaterne“ waren Poeten wie Günter Bruno Fuchs oder H.C. Artmann zu Gast. Günter Grass musste, im Fensterrahmen sitzend, gegen den „Babysitter-Boogie“ ankämpfen.

Die beiden Künstler Johannes Grützke und Matthias Koeppel gründeten die „Neupreußische Empfindungsgesellschaft“ und bestiegen mit ihren Getreuen den Schöneberg. Auch Prominente hat Lorenzen begleitet: da bummelt Rudolf Platte durch Kreuzberg oder Horst Buchholz hat merkwürdige Filmideen. Und schließlich stolpert der Autor noch über die zahlreichen Straßenumbenennungen in Berlin.

Die meisten der in diesem Band versammelten Texte erschienen in dem Magazin „Berliner Leben“, andere in der „Berliner Morgenpost“ oder in „Der Welt“. Zwei Glossen sind Erstveröffentlichungen. Rudolf Lorenzen entpuppt sich in diesen Texten als ein aufmerksamer und kritischer Beobachter, aber stets mit einem zwinkernden Auge. Mit Witz beschreibt er die wunderlichen Ereignisse in Berlin, die nun wieder Hauptstadt ist. Die 128 Seiten bescheren jedenfalls ein paar vergnügliche Stunden.

Manfred Orlick

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