Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal - Leupold, Dagmar

Dagmar Leupold 

Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal

Roman

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
19 ebmiles sammeln
EUR 18,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal

Die Toten sind nicht tot, am allerwenigsten in der Literatur, und sie selbst hat etwas Geisterhaftes, Nächtliches, aber in einem liebevollen Sinne: Zärtlich beobachtet sie das Leben, wenn auch aus der Ferne. Und da ist es nur zwingend, wenn in Dagmar Leupolds neuem Roman ein Toter spricht, wie zuletzt etwa auch in Romanen von Sibylle Lewitscharoff, Philip Roth oder Uwe Timm. Hier ist es Heinrich von Kleist, der über die Jahrhunderte hinweg einer Frau luftige Briefe der Zuneigung schickt oder geisterhafte Aufzeichnungen macht - ein Journal der Zuwendung und Fragen, der Meditationen und Beobachtungen, kreisend um Themen der Literatur und Radikalität, der Geschichte und ihren Hoffnungen, der Unbedingtheit und ihrer Abgründe.
"Auf die Idee muss man erstmal kommen! Während die anderen arbeiten und schlafen, ergeben sich Verbindungen, die ihnen Albträume bescherten, wüssten sie davon." Die Adressatin dieses geistvollen Gespensts ist Ulrike. Nicht Kleists geliebte Schwester, auch wenn sie Ähnlichkeiten mit ihr hat, sondern eine Schwester im Geiste, in der Haltung, in der Tragik, Ulrike Meinhof. Seine Begegnung mit Meinhof ist nicht weniger als ein Zusammenstoß, der Kurzschluss zweier Epochen.
Klug und poetisch, voller bohrender Fragen und wunderbaren Beobachtungen, sucht dieser Kleist - Leupolds Kleist, nicht einfach der historische - unsere und Ulrikes Nähe. Gelegentlich kommt Ulrike zu Wort, erfreut wie wir Leser über diesen ungewöhnlichen 'Koalitionär', der das Faktische, die Jahrhunderte, missachtet. Einen solchen Roman hat es noch nicht gegeben.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2009
  • 1. Auflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 206 S.
  • Seitenzahl: 206
  • Deutsch
  • Abmessung: 207mm x 130mm x 23mm
  • Gewicht: 315g
  • ISBN-13: 9783406590719
  • ISBN-10: 3406590713
  • Best.Nr.: 26010025

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als "Ereignis" und "waghalsigen literarischen Akt" bezeichnet Jan Bürger diesen Roman, der aus seiner Sicht dem totgeglaubten Genre des Briefromans geradezu die Wiederbelebung bescherte. Und der die Geister von Heinrich von Kleist und Ulrike Meinhof beschwört - in geisterhaften Briefen, die ein Erzähler 2008 unter dem Namen Kleist aus dem Jenseits schreibt und in denen der Wunsch des toten Kleist, der toten Meinhof einmal zu begegnen, zur Obsession wird. Doch die Adressatin, die den gleichen Vornamen wie Kleists Schwester Ulrike hat, schweigt. Dagmar Leupold lasse, ganz im Sinne Walter Benjamins, zwei Mythen kollidieren. Das Verdienst dieses Buchs liegt für den Kritiker neben seiner großen literarischen Qualität in der Tatsache, dass es den posthumen Kleist zu einem Wesen des 21. Jahrhunderts macht, ohne seine Sprache dem Ton des Alltags anzupassen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.01.2010

Wahlgeschwister
Kleist und Meinhof: Dagmar Leupold stellt ihren Roman „Die Helligkeit der Nacht” vor
Sie hat dem Kleist-Jahr schon vorausgeschrieben. Der Tag, an dem Heinrich von Kleist seine Gefährtin Henriette Vogel und sich selbst am Kleinen Wannsee erschoss, jährt sich am 21. November 2011 zum 200. Mal. Die Seele des toten Dichters hat sich in ihrem Kopf eingenistet. „Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal.” nennt die bei München lebende Schriftstellerin Dagmar Leupold ihren Kleist-Roman (C. H. Beck Verlag, 18,90 Euro). Und weil die Gedanken keine Grenzen kennen, weil sie frei sind, selbst Jahrhunderte und damit sämtliche historischen, kulturellen, politischen und auch menschlichen Implikationen zu überbrücken, schuf sie sich ihren Kleist als lebendigen Geist, der sich seine Seelenverwandte sucht: Ulrike Meinhof.
Leupold ist klug und belesen. Schon aus diesen Gründen tischt sie natürlich keine Gespenstergeschichte zwischen Potsdam und Stammheim auf, sondern eine genau recherchierte Reflexion über die Ähnlichkeiten und Differenzen zweier Unsterblicher in der deutschen Literatur und Geschichte. In seinem Widerspruchsgeist, seiner Unbeugsamkeit …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.04.2010

Seelenpost nach Stammheim

Penthesilea und Kohlhaas lesen eifrig die vermischten Meldungen: Dagmar Leupolds Roman "Die Helligkeit der Nacht" protokolliert Totengespräche zwischen Kleist und Ulrike Meinhof und will aus der Kollision zweier Zeitalter Funken schlagen.

Einen solchen Roman hat es noch nicht gegeben", schwärmt der Verlag, und auch die Hauptfigur kann da nicht widersprechen: "Die Meinhof und der Kleist! Auf die Idee muss man erst einmal kommen! Während die anderen arbeiten und schlafen, ergeben sich Verbündungen, die ihnen Albträume bescherten, wüssten sie davon." Ganz so unerhört ist die Idee von einem Totengespräch zwischen den beiden "Invaliden mit angebrochenem Herzen" jedoch nicht; schließlich gibt es jede Menge Romane, Filme, Hörspiele und Theaterstücke, die Verbindungslinien zwischen Ulrike Meinhof und Maria Stuart oder auch Andreas Baader und Heino ziehen. Zwischen dem armen Heinrich, dem auf Erden nicht zu helfen war, und der RAF-Ikone liegen zwar Welten und zweihundert Jahre, aber sie haben auch einiges miteinander gemein.

"Es ist die Gewalt, die uns verwandt macht", sagt Dagmar Leupolds Kleist einmal. "Es ist die Art …

Weiter lesen
Dagmar Leupold, 1955 geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Altphilologie in Marburg und Tübingen sowie Komparatistik in New York, wo sie auch promovierte. Sie veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und Romane, von denen im Verlag C.H.Beck 'Eden Plaza', 'Edmond', 'Nach den Kriegen' und zuletzt 'Grüner Engel, blaues Land' erschienen sind. Außerdem erschien hier ihr Band 'Alphabet zu Fuß. Essays zur Literatur'. Die Autorin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Aspekte-Preis, dem Bayerischen Literaturförderpreis, dem Montblanc-Preis und dem Glaser-Preis. 2002 hatte sie die Liliencron-Dozentur an der Universität Kiel inne. Dagmar Leupold lebt in München. Sie leitet das 'Studio für Literatur und Theater' an der Universität Tübingen.

Kundenbewertungen zu "Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von erckenschwicker aus Tussenhausen am 02.02.2010 ***** gut
Nie und nimmer Heinrich von Kleist, dafür “nur” Dagmar Leupold ...
Wer Kleist schätzt, seine wuchtige und klare Sprache liebt, wer seine poetischen Bilder kennt, und nur aus diesen und anderen auf Kleist bezogenen Gründen das Buch lesen möchte, dem dürfte Enttäuschung garantiert sein.
Will man sich jedoch von einer fiktiven Idee (eben des Gedankenaustausches zweier imaginärer Personen, im Buch als Kleist und Meinhof benannt) geleitet auf eine Auseinandersetzung über Sinnfragen, Lebensgestaltung, Verantwortlichkeit, und persönliche Schwerpunktsetzung einlassen, dann kann das Buch durchaus mit Gewinn gelesen werden.
Klar dürfte jedenfalls werden: Man liest Dagmar Leupold, sowohl in allem, was sie Kleist in den Mund (in die Schrift) legt als auch in den Repliken einer erfundenen Meinhof. Hier wurden überwiegend wohl eigene Gedanken und Überlegungen in U. Meinhof, vor allem aber (allein schon wegen der Quantität der Äußerungen!) in Kleist hineinprojiziert.
Übrigens neu ist die Idee, derartige historische Bezogenheit zu konstruieren nicht, insofern übertreibt der Klappentext oder auch Leupold selbst, wenn sie sagen läßt: “Auf die Idee muss man erst einmal kommen! Während die anderen arbeiten und schlafen, ergeben sich Verbindungen, die ihnen Albträume bescherten, wüssten sie davon.”
Wenn Leupold in einem Interview im BR sagt, es handele sich hier um “exotische Ideen”, wenn sie feststellt “Sprachräume tun sich auf” und die Konzeption von Gestalt sei Aufgabe der Phantasie der Leser, dann weist sie schon in die Richtung, wie mit “Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal. Roman” umgegangen werden kann: Auseinandersetzung mit Kontexten (persönlich, sozial und politisch – so auftrennbar wohl nur aus vereinfachender analytischer Untersuchungsperspektive) und ein Bemühen um die jeweils subjektive Verortung in jenen Vernetzungen.
Sprachlich ist das Buch stellenweise anstrengend zu lesen. Dies liegt einerseits daran, daß immer wieder wenig in die Tiefe gehende, stellenweise penetrante, pädagogische Zeigefinger den Weg zu weisen sich bemühen (aber für besseren Tiefgang kann man ja durch diesen kognitive Dissonanz erzeugenden Sachverhalt dann gut selbst sorgen), stellenweise Sprache sich in vagen Andeutungen ergeht (und so ihren Mitteilungscharakter stark einbüßt – was freilich wieder anregend sein kann, aber die Frage aufwirft, ob diese so ausgelöste Beliebigkeit im Sinn eines Autors sein kann), teilweise gleichsam “professorale Gescheitheit” suggeriert (was den ansonsten doch recht klug gewählten Duktus stört, ohne dies aus dem geschilderten Geschehen zwingend werden zu lassen). Geradezu hinterfragwürdig sind viele Sprachbilder (die vor allem alles andere bewirken dürften als Assoziationen zu Kleist herzustellen). Dem sonstigen Niveau des Buches sind Aussagen wie “das eisschleckende Städtchen” (Schilderung eines Aufenthaltes in Naumburg an der Saale), “die Flüsterpost der Ungeflügelten” (wohl eher eine Pseudo-Kleistsche Imitationsakrobatik), “Die Flanken der Hügel atmeten verhalten”, “Die Felder liegen in satter Starre”, “vor mir schlief die Tischtennisplatte” u.v.m. wohl eher abträglich. Daß es auch sprachlich (wohl auch authentischer) durchgängig, stringent, besser geht, hat Christa Wolf in ihrem literarischen Konstrukt der Begegnung von Heinrich von Kleist mit Karoline von Günderrode (Kein Ort. Nirgends) bewiesen. So kann man sehr leicht auch zu dem Schluß kommen, daß die für das Buch gewählten Personen austauschbar sind, daß vereinfacht gesagt, irgendwelche zwei gescheite und zweifelnde und ringende, um Fragen und Antworten gleichermaßen bemühte Charaktere, jedoch dann “namenlose” (also ohne jegliche spektakuläre Berühmtheit aufweisende) ebenso den Zweck erfüllt hätten.
Warum also zum jetzigen Zeitpunkt dieses größtenteils zu Unrecht mit Kleist-Bezug “werbende” Buch? Drängt sich der Verdacht auf, es könnte mit dem “Jubiläumsjahr” (200. Todestag am 21. November 2011) zusammenhängen? Erscheint die Autorin nicht selbst am Schl

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal" von Dagmar Leupold ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

8 Marktplatz-Angebote für "Die Helligkeit der Nacht. Ein Journal" ab EUR 10,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 10,00 1,60 Banküberweisung GJB e. V. Projekt: zweitleser 100,0% ansehen
11,90 2,50 PayPal, Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) buecherhesse 98,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 12,40 1,30 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, Banküberweisung primatexxt Buchversand 99,9% ansehen
12,50 2,00 Banküberweisung, offene Rechnung, Kreditkarte, Selbstabholung und Barzahlung Antiquariat Dr. Minx 99,4% ansehen
gebraucht; wie neu 17,96 0,00 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung jo1u 98,4% ansehen
Wie neu 18,10 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchversand Zorneding 99,1% ansehen
Wie neu 18,10 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,8% ansehen
Wie neu 18,30 0,00 Banküberweisung robo-buch 98,3% ansehen
Mehr von